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Ab 2028: Frankreich könnte Huawei de facto doch von 5G-Infrastruktur ausschließen

Ähnlich wie Großbritannien könnte jetzt auch Frankreich Huawei-Komponenten mittelfristig aus seiner 5G-Infrastruktur verbannen. Ab 2028 wäre Frankreichs 5G-Netz demnach Huawei-frei.

2 Min. Lesezeit
Gebäude mit Huawei-Logo in Kanada. (Foto: Paul McKinnon/Shutterstock)

Noch vor wenigen Tagen hieß es, dass es beim Aufbau der 5G-Infrastruktur in Frankreich keinen kompletten Ausschluss des chinesischen Konzerns Huawei geben werde. Demnach könnten Telekombetreiber, die schon auf Huawei als Ausrüster setzen, entsprechende Komponenten auch für 5G nutzen. Den übrigen Firmen werde jedoch von einem Umstieg abgeraten. Jetzt könnte mittelfristig doch ein De-Facto-Verbot für Huawei-Komponenten in Frankreich in Kraft treten, wie Reuters unter Berufung auf drei Insider berichtet.

Huawei-Komponenten ab 2028 verboten?

Die nationale Agentur für die Sicherheit der Informationssysteme ANSSI hat demnach den Betreibern der französischen Telekomnetze mitgeteilt, dass die notwendigen Lizenzen für den Betrieb der 5G-Ausrüstung von Huawei nicht über das Jahr 2028 hinaus verlängert werden könnten. Laut Reuters müssen die Telekombetreiber jeweils dutzende solcher Lizenzen beantragen, wenn sie landesweit aktiv sind.

Die ersten Entscheidungen über die Lizenzen für die großen Städte sollen den Insidern zufolge eingetroffen sein. Sie sollen zeigen, dass Huawei-Equipment überwiegend nur für drei bis fünf Jahre lizenziert worden sei, wohingegen die Hardware von Ericsson und Nokia zum Großteil für acht Jahre Betrieb zugelassen worden seien. Das lässt sich nicht überprüfen, denn die Entscheidungen sind bisher nicht veröffentlicht worden. ANSSI hat sich gegenüber Reuters nicht zu dem Thema geäußert.

Sollte Frankreich Huawei-Equipment wirklich ab 2028 nicht mehr zulassen, würde sich der Einsatz der chinesischen Hardware für die Betreiber aber schon jetzt in Wirklichkeit nicht rechnen. Denn bis die Betreiber aus 5G Gewinne schlagen könnten, dürften noch mindestens fünf bis zehn Jahre vergehen. Von dem De-Facto-Verbot betroffen wären die beiden französischen Telekomfirmen Bouygues Telecom und Altice Europes SFR. Die beiden anderen großen Betreiber Orange und Iliad setzen schon jetzt hauptsächlich auf Nokia und Ericsson.

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Huawei-Verbot: Kehrtwende in Großbritannien

Großbritannien hatte vor wenigen Tagen etwas rigidere Maßnahmen zu einem Huawei-Verbot angekündigt. Demnach soll der Kauf von Huawei-Komponenten für Netzwerkanbieter in Großbritannien ab Ende dieses Jahres verboten sein. Bereits verbaute Teile sollen bis 2027 entfernt werden. Noch Anfang des Jahres hatte die Regierung von Premierminister Boris Johnson eine Beteiligung Huaweis zumindest teilweise erlaubt. Grund für das Umdenken in Frankreich und Großbritannien dürfte die sich verschärfende Auseinandersetzung zwischen den USA und China sein.

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