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Auch Suicide Squad: „Always on“ kann zum echten Problem werden

„Always on“ bedeutet, dass ein Spiel konstant mit dem Internet verbunden sein muss. Das klingt 2024 nicht nach einem Problem? Sollte es aber – denn es kann dazu führen, dass Spiele einfach verschwinden. Auch aktuelle Titel wie Suicide Squad: Kill the Justice League sind betroffen.

4 Min. Lesezeit
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Spiele wie Suicide Squad: Kill the Justice League benötigen auch im Single-Player-Modus eine aktive Internet-Verbindung. (Screenshot: Rocksteady Studios)

Was haben Spiele wie Knockout City, Rumbleverse oder CrossfireX gemein? Sie sind bald alle verschwunden. Nicht mehr spielbar, weil die Server abgestellt werden. Einige mögen jetzt die Schultern zucken: So ist das halt bei Multiplayer-Online-Games, die nicht genug User anlocken können. Irgendwann werden die Kosten zu hoch. Und es macht ja sowieso keinen Spaß, ein Spiel zu spielen, in dem es keine Mitspieler mehr gibt.

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Aber CrossfireX hat auch etwas gemein mit kommenden AAA-Spielen wie Redfall oder Suicide Squad: Kill the Justice League. All diese Titel sind „always on“. Sie brauchen eine Internetverbindung, um gespielt werden zu können – und das nicht nur im Multiplayer-Modus, sondern auch in der Singleplayer-Kampagne. Da wird die Sache interessant – und problematisch.

Der Grund für „always on“

Stell dir vor, es ist ein Spiel mit packender Geschichte und niemand kann mehr hin. Genau das kann passieren, wenn mehr Hersteller eine Internetverbindung für ihre Singleplayer-Spiele voraussetzen. Aber wieso machen sie das überhaupt?

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Hersteller geben gerne Gründe wie vereinfachte Updates an. Wenn das Spiel konstant mit dem Internet verbunden ist, könnten Bugfixes oder neue Inhalte leichter ausgespielt werden. Der Hauptgrund dürfte aber „Always-on DRM“ sein.

Das ist ein digitales Rechtemanagement, das konstant überprüft, ob User eine authentifizierte Software nutzen. Beim Spielen ruft der Server, mit dem man verbunden ist, die digitalen Zertifikate ab, die das Produkt beglaubigen. So sollen Raubkopien vorgebeugt werden. Es geht also darum, die Spieler und Spielerinnen besser kontrollieren zu können.

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Dieses Vorgehen ist jedoch aus diversen Gründen problematisch. Es beginnt damit, dass noch immer viele Menschen keine oder eine schlechte Internetverbindung haben. Wenn also immer mehr Singleplayer-Games eine konstante Internetverdingung voraussetzen, schließt das diese Menschen aus.

Server weg – Spiel weg

Einst wurden diese Singleplayer-Spiele in die Konsole oder den PC gesteckt und losgespielt. Ein fehlerhaftes Spiel blieb fehlerhaft. Später wurden sie auf Festplatten installiert und von den Herstellern mit Updates versehen, so konnten Bugs ausgebügelt und neue Inhalte angeboten werden. Nun aber nähern wir uns einem Punkt, an dem diese Games nicht mehr nur unfertig auf den Markt kommen – sie können sogar komplett unspielbar werden.

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Etwa dann, wenn die Verbindung zum Server unterbrochen wird, zum Beispiel weil der Andrang auf das Spiel zu groß ist. Gerade beim Erscheinen eines Titels kann das der Fall sein. Überlastete Server bedeuten dann, dass das Spiel für Minuten oder Stunden nicht mehr zu gebrauchen ist. Ihr seid mitten in einer spannenden Mission? Wenn die Verbindung abbricht, ist die Mission zu Ende.

Aber es geht auch noch drastischer. CrossfireX zeigt im Kleinen, wie. Wie gesagt, hängt die Möglichkeit, zu spielen, von der Verbindung zum Server ab. Aber das sind nicht irgendwelche Server – sondern vom Hersteller gestellte. Die zu betreiben und zu warten, kostet Geld. Wenn die Kosten-Nutzen-Rechnung aber nicht mehr stimmt, dann wird kaum ein kommerzielles Unternehmen ein Interesse daran haben, die Server weiter zu betreiben. Und das ist bei Singleplayer-Games deutlich eher der Falls als bei sogenannten Games as a Service.

Diese Spiele wurden auf längst toten Konsolen veröffentlicht:

Diese Spiele wurden auf längst toten Konsolen veröffentlicht Quelle: Shutterstock/robtek

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Letztere sind darauf ausgelegt, über einen langen Zeitraum einen konstanten Fluss an Einnahmen zu generieren, auch wenn das freilich nicht immer funktioniert. Singleplayer-Games aber machen den größten Teil der Einnahmen in den ersten Monaten nach der Veröffentlichung. Sicherlich können auch die etwa durch DLCs über einen längeren Zeitraum profitabel bleiben. Aber Jahre nach Erscheinen sind diese Titel keine großen Einnahmequellen mehr für die Hersteller.

Braucht es dann aber einen aktiven Server, um das Game überhaupt spielen zu können, zeigt sich das Problem: Singleplayer-Spiele, die „always on“ sind, werden unspielbar. Damit gehen dann nicht nur eure Investition von mitunter 60 bis 70 Euro flöten, auch gehen Spiele komplett verloren, wenn sie ans Internet gebunden sind. Das sowieso schon flüchtige Medium Videospiel wird noch schwieriger erhaltbar.

Was helfen kann

Sollte dieser Trend anhalten und große Hersteller allen ihren Spielen eine Internetpflicht mitgeben, werden Spiele also mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Markt kommen. Und dieses Datum hängt ganz vom Erfolg des Spiels und des Herstellers ab. Geht eine Firma pleite, würde das in vielen Fällen wohl bedeuten, dass auch ihre Spiele unbrauchbar werden.

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Gegenbewegungen gibt es aber schon einige. Initiativen versuchen, Videospiele zu archivieren und so der Nachwelt zu erhalten. Entwickler arbeiten an Methoden, Games länger spielbar zu halten. Phil Spencer, der Xbox-Chef von Microsoft, sprach sich erst 2021 für ein stärkeres Interesse der Industrie aus, die eigenen Werke besser zu erhalten.

Und, natürlich, sind es sonst wieder die Spielerinnen und Spieler selbst, die sich darum bemühen, Spiele am Leben zu erhalten. Die kümmern sich bei vielen Multiplayer-Games bereits darum, das Spielen auf privaten Servern weiterhin zu ermöglichen. Das sind hübsche Geschichten von engagierten Fans. Als Modus Operandi für die Zukunft der Games-Industrie sollten sie jedoch nicht herhalten. Die liegt zu großen Teilen in der Verantwortung der großen Studios und Publisher.

8 richtig gute Videospiele, die auf alten Systemen gefangen sind:

8 richtig gute Videospiele, die auf alten Systemen gefangen sind Quelle: youtube / 10mingameplay

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14 Kommentare
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Fabmoe

Dafür gibt es eine ganz einfache, kostengünstige Lösung, zu der in solchen Fällen diePublisher VERPFLICHTET werden müssten: Einfach zur Abschaltung der Server einen entsprechenden Patch veröffentlichen, der reines Offline-Spiel ermöglicht. Bezüglich DRM muss sich ja vermutlich bei „unlukrativen“ Spielen auch keiner mehr Sorgen machen. Sollte eigentlich direkt die EU so vorschreiben – aber bis das durch wäre gibt’s wahrscheinlich keine Games mehr.

Antworten
Alex

genau das hab ich auch gedacht… ein Patch und gut ist…

Antworten
wybe

Die Entwickler können den Single player patchen, bevor sie die Server abstellen. Dann ist es ohne Internet spielbar. Ist sogar schon öfter gemacht worden.
Das Single Player Game ist immer spielbar.

Auch im Interesse der Konzerne, wenn sie ehemalige Kunden nicht das für das sie bezahlt haben nimmt.

Also alles gut :)

Antworten
ELDEX HD

Tja. Dann sollte im Patch aber auch der „Onlineplayer“ Butten entfernt werden, das es keine Fehler oder Verwirrungen gibt. Habe ein spiel das solch einen Patch erhalten hat, und wenn man auf Multiplayer klickt, ist es unbrauchbar geworden. entweder es kahm die Fehlermeldung, das keine Verbindung aufgebaut werden konnte oder gleich die Nachricht. Was ichs sehr lobenswert bei man manchen finde, das die Fehlermeldung kommt: „Server wurden Abgestellt – Bitte spiele den Singleplayer!“ Bei meinen Lieblingspiel ist es jedoch abgestürzt und hat mein System zerstört, die Schweine!

Ich möchte sagen, das diese Patches auch gut geplant, Durchdacht und gut Umgesetzt sind, das man ebenso auch im Singleplayer keine Beschwerden haben kann.

Antworten
Blub

Alos so z.B. jetzt. bei Diablo 4 wenn ich mal bock habe in 20 jahren ras Spiel zu spielen dann ist das so ich habe dafür bezahlt und das hat auch zu funktionieren oder ich verklag Blizzard! Deswegen ist dieses always on leicht bescheuert für Unternehmen

Antworten
Moritz

Mit der Klage wirst du nicht viel Erfolg haben.
Die meisten Games packen eine Klausel in ihre Nutzungsbedingungen die du am Start des Spieles akzeptierst welche sie rechtlich in einem solchen Fall absichern.

Wenn du das Spiel digital auf Steam, Playstation Store oder Xbox Store gekauft hast, hast du sowieso kein dauerhaftes Recht darauf, weil du dort nicht das Spiel kaufst sondern „einen nicht definierten, zeitlich begrenzten Zugang zu dem Spiel.“

Bei solchen Taktiken von Firmen hilft nur boykottieren bis sich etwas ändert.

Antworten
Krasm

mich hätte auch einen Blick auf die Rechtslage interessiert, schließlich ist es ja ein Artikel den man gekauft hat und den die Firma nachträglich verändert so dass er nicht mehr verwendbar ist. das ist ja so als würde mein Autohersteller nach ein paar Jahren mein Motor deaktivieren mit der Begründung, dass es zu teuer wird Ersatzteile dafür herzustellen. Ich glaube gegen so ein Vorgehen wurde schon erfolgreich geklagt, und ich kann mir nicht vorstellen dass eine Softwarefirma in unserer nach Verbraucherrechten organisierten Gesellschaft damit durchkommen würde

Antworten
Moritz

Ich denke in den meisten Fällen wird da rechtlich nicht viel zu holen sein.

Wenn du ein Spiel digital auf Steam, PSN, Xbox, etc. kaufst, kaufst du meistens nicht das Spiel sondern „ein nicht definiertes, zeitlich begrenztes Nutzungsrecht“, also können Sie dir völlig legal dein Nutzungsrecht entziehen wenn es sich für die Entwickler nicht mehr lohnt.

Und selbst außerhalb von den AGBs der Gamesstore muss man heutzutage auch immer häufiger vor dem Start eines Spieles AGBs akzeptieren, in denen oftmals etwas ähnliches drin steht.

Hilft nur boykottieren solcher Spiele.

Antworten
Semper Invicta

Hellgate London hat ne echt gute Lösung gefunden. Als damaliges reines Online Spiel. Als die Server Down gingen haben sie es einfach als offline Singleplayer Game umgeändert. Fertig. Spiel ich heute sogar noch.

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Meisterqn

Ich sehe da kein Problem für die Game Industrie.
Ich sehe eher eins für die Spieler und die kaufen bislang zumindest munter jeden Scheiß.
So ist der Wandel der Zeit.

Antworten
Pawel K

Ich Spiele derzeit Farcry 6 über Cloud gaming GeForce Now. Während einer Mission im Spiel hat das Spiel kurzfristig (ein Paar Sekunden) die Verbindung zum Server von Ubisoft verloren und ich würde sofort aus der Mission rausgeworfen. Ich spiele im Singleplayer. Nun meine Frage wozu zum Teufel braucht das Spiel dafür eine Internetverbindung?

Antworten
Kantenhuber

Allways On ist der Schlachtruf der ewig immer gleichen Energieverschwender, die nie ihren PC und ihre Peripherie ausmachen, weil zu unbequem und überhaupt. Kostet ja nix und ist doch nicht wichtig.

Genauso ist es mit Cloud, NFTs, Block Chain und diesem gesamten Digitaldaddelgesocks usw, denen die Welt und die nicht endlosen Ressourcen dieser Welt vollkommen Wumpe sind. Mutti wird schon aufräumen…

Antworten
Gunar Gürgens

Das mit dem DRM kann ich durchaus nachvollziehen, aber wenn absehbar wird, dass das Spiel nicht erfolgreich wird und die Server abgestellt werden, bringste halt einen Patch raus mit dem man entweder selbst nen Fan-Server aufsetzen kann oder der das Always on abstellt. Wenn eh keiner spielt, ist es ja auch egal wenn es raubkopiert wird.

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