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Amazon lässt Apple Spezial-App gegen Fake-Bewertungen aus dem App-Store werfen

Die zwei Tech-Konzerne entziehen dabei einem Startup ihre Hauptapp. Dessen Aufgabe: das Aufspüren von Fake-Bewertungen auf der größten Shopping-Seite der Welt.

3 Min. Lesezeit
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Amazon hat Schwierigkeiten mit Fake-Bewertungen. EIne App, die das ändern will, bekämpft der Marktführer. (Artem Samokhvalov/ Shutterstock)

Fakespot ist der Name einer App, die vermeintlich gefälschte Produktrezensionen im Amazon-Shop aufspürt. Man findet sie jedoch derzeit nicht mehr in Apples App-Store, da Amazon verlangt hat, sie zu entfernen. Das bestätigten die beiden Konzerne kürzlich. Interessenten an Fakespot bleibt jedoch noch eine andere Möglichkeit, den Dienst zu nutzen.

Fakespot: App abrupt und ohne Erklärung entfernt

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Der Gründer der App, Saoud Khalifah, beschwerte sich bei dem Magazin The Verge, Apple habe das Programm ohne jede Begründung gelöscht. Über die etwa einen Monat alte App lässt sich bei Amazon einwählen und einkaufen, wobei ein Overlay von Fakespot darüberliegt. Der Betreiber der Shoppingplattform hatte kurz danach eine „Takedown Notice“ bei Apple eingereicht – also deren App-Store aufgefordert, die App aus dem Programm zu nehmen. Das war Mitte Juni. Am vergangenen Freitag, 16. Juli, schmiss der iPhone-Hersteller schließlich die App raus. Apple habe einen Dreizeiler nachgeschickt, in der das Unternehmen den Schritt verkündet und sein Bedauern darüber äußert, dass die Situation nicht gütlich gelöst werden konnte. Khalifah kritisiert, ihm sei nicht die Möglichkeit gegeben worden, das Problem zu beheben. Man habe monatelang an der App gearbeitet und Ressourcen aller Art in das Projekt gesteckt. Apple stellt den Sachverhalt etwas anders dar.

Apple: Die Parteien haben das Problem nicht termingerecht gelöst

Um eine Stellungnahme gebeten, erzählte Apple die Geschichte aus Sicht des App-Store-Betreibers. Demnach hat Amazon am 8. Juni die Verletzung geistiger Eigentumsrechte im Fall Fakespots angezeigt. Apple habe die Parteien zusammengebracht und ihnen das Problem erläutert. Zudem sollen sie Schritte erklärt bekommen haben, um das Programm im App-Store zu halten. Zusätzlich habe man für die Problemlösung ausreichend Zeit eingeräumt. Am 29. Juni schrieb die Prüfungsstelle die Fakespot-Macher ein weiteres Mal an. Khalifah bestätigt das letzte Schreiben. Darin erwähnte das Unternehmen, es könnte gezwungen sein, die App zu löschen. Allerdings habe es nie die erwähnte Anleitung gegeben. Die Kommunikation fand hauptsächlich zwischen Amazon und Fakespot statt, in der die Kontrahenten Argumente austauschten. Zu einer Einigung kam es nicht. „Ich bin schockiert, dass Apple sich ohne Beweise auf die Seite Amazons gestellt hat“, sagte Khalifah.

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Amazon: Sicherheitsrisiko und Rechtsverletzung angemahnt

Für Amazon ist der Fall klar: Fakespot verstößt gegen die App-Store-Richtlinie 5.2.2, in der aufgeführt ist, dass man nur auf Inhalte eines Dritten zugreifen darf, wenn dieser das erlaubt. Zudem kritisiert der Shop-Inhaber, Fakespot schleuse Code auf die Amazon-Seite ein und eröffne damit eine Sicherheitslücke. Khalifah bestätigt die Code-Injektion, bestreitet jedoch vehement den Sicherheitsverstoß. Andere Seiten mit der gleichen Technologie lasse Amazon ja auch in Ruhe, sagt der Fakespot-Chef und weist auf Gutschein-Apps hin. Dass er Kundendaten abgreifen könne, sei „absoluter Blödsinn“.

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Der wahre Grund könnte an anderer Stelle liegen

Der Konzern verweist noch auf andere Punkte, die ihm bitter aufstoßen: „Die fragliche App versorgt Kunden mit irreführenden Informationen über unsere Verkäufer und ihre Produkte, schadet dem Geschäft unserer Verkäufer.“ In der Vergangenheit kaufte Amazon Suchanzeigen gegen das Schlüsselwort „Fakespot“, um den potenziellen Einfluss der App zu stoppen. Das Unternehmen führt zudem ins Feld, die Bewertungen der App stimmten meistens nicht. „Ihre Ergebnisse waren in mehr als 80 Prozent der Fälle falsch“, schreibt der Marktführer über die vermeintlichen Fake-Bewertungen, die die App aufgestöbert hat. Eine Erklärung haben die Verfasser dafür auch parat: „Sie (die Fakespot-Entwickler, Anm. der Red.) verfügen einfach nicht über die Informationen, die wir haben – wie zum Beispiel den Rezensenten, den Verkäufer und die Produkthistorie.“

Webbrowser-Erweiterung noch online

Während Saoud Khalifah rechtliche Schritte erwägt und die sechs Jahre Aufbau von Fakespot anführt, besitzen Interessenten an der Lösung noch eine andere Möglichkeit, die Fake-Spot-Technologie zu nutzen: Die gleichnamige Browsererweiterung steht auf den gängigen Plattformen noch als Add-on zur Verfügung. Khalifah hingegen nutzt das wenig, denn damit kann er schwerlich Geld verdienen. Er sagte Gizmodo: „Ich habe einfach das Gefühl, dass die Dinge nicht so sein sollten, wie sie sind. Und wir sollten nicht diese Königreiche haben, die entscheiden, wer innerhalb und wer außerhalb ihrer Plattformen sein darf.“

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