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Apples MR-Brille erwartet – mit Rechenpower auf Mac-Niveau und Gestensteuerung

Apples erstes AR/VR-Headset ist nicht mehr fern, glaubt man dem renommierten Analysten Ming-Chi Kuo. Er erwartet, dass es Ende 2022 mit voller Unabhängigkeit vom iPhone und viel Rechenpower erscheinen wird und sich per Handgesten steuern lassen soll.

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Apple-Glass-Konzept. (Bild: Martin Hayek; iDropNews)

Apple werkelt seit Jahren im Stillen an der Zeit nach dem iPhone. Für Apple-Chef Tim Cook ist klar, dass Augmented Reality eine entscheidende Rolle dabei spielen wird, wie er bereits mehrmals erklärte. Cook hält AR für genauso wichtig wie das iPhone. Glaubt man dem Analysten Ming-Chi Kuo, der für seine hohe Trefferquote bekannt ist, wird das erste AR-Produkt Apples gegen Ende nächsten Jahres erscheinen. Laut Bloomberg könnte der Start auch später erfolgen.

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Neben dem Startzeitraum hat Kuo noch weitere Details parat, die darauf hindeuten, dass die AR-Brille eines der technischen Highlights des nächsten Jahres werden könnte.

Apples AR-Brille mit viel Rechenpower und 2 Prozessoren

Laut Kuo soll Apples Headset, das sowohl AR- als auch VR-Inhalte unterstützen soll, einen Prozessor „mit der gleichen Rechenleistung wie der Mac“ haben. Der Analyst betont, das Chipdesign sei das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen dem Apple AR-Headset und dem seiner Mitbewerber.

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Zusätzlich zur massiven Rechenpower erwartet Kuo, dass die Brille unabhängig von Mac oder iPhone funktionieren werde. Es benötige also weder eine externe Rechen- noch Datenquelle. Ferner werde sie „eine umfassende Palette von Anwendungen“ und nicht nur spezifische Anwendungen unterstützen. Die Brille werde laut Kuos Forschungsbericht, der 9to5 Mac vorliegt, also autark arbeiten. Dieses Detail widerspricht einem älteren Bericht, demzufolge die erste Generation noch eine Verbindung zum iPhone oder Mac erfordere.

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Der Analyst prognostiziert ferner, dass die AR-Brille mit zwei Prozessoren auf den Markt kommen werde. „Der High-End-Prozessor wird eine ähnliche Rechenleistung wie der M1-Chip für Macs besitzen, während ein Low-End-Prozessor für die Sensor-bezogenen Berechnungen zuständig sein wird“, erklärt er.

Hinsichtlich der verbauten Bildschirme sagt Ming-Chi Kuo voraus, dass die Brille mit zwei 4K-Micro-OLED-Displays von Sony ausgestattet sein werde. Aufgrund der Displaywahl geht Kuo davon aus, dass das Produkt auch VR unterstützen könnte, weshalb man es auch als Mixed-Reality-Headset bezeichnen könnte. Zudem soll das Headset „mindestens 6-8 optische Module besitzen, um gleichzeitig kontinuierliche Video-See-Through-AR-Dienste anzubieten“.

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AR-Brille soll das iPhone binnen 10 Jahren ersetzen

Über die Funktionsweise der ersten AR-Brille Apples kursieren widersprüchliche Gerüchte. So wurde bislang davon ausgegangen, dass eine Verbindung zu iPhone oder Computer als Recheneinheit und Zuspieler erforderlich sei. Kuo geht nun aber fest von der Unabhängigkeit des Produkts aus: „Wenn das Headset nur als Zubehör für den Mac oder das iPhone positioniert wird, wird es dem Wachstum des Produkts nicht förderlich sein“, erklärt er.

Weiter erörtert der Analyst: „Ein AR-Headset, das unabhängig arbeitet, bedeutet, dass es sein eigenes Ökosystem hat und die umfassendste und flexibelste Benutzererfahrung bietet.“ Der Analyst prognostiziert, dass Apples Gelddruckmaschine iPhone innerhalb der nächsten zehn Jahre durch AR ersetzt werden könnte. Dafür sei es erforderlich, dass Apple die Anzahl der AR-Headset-Nutzer:innen auf das gleiche Niveau wie das der iPhone-Besitzer:innen schrauben müsse. Das bedeutet, Apple will in zehn Jahren mindestens eine Milliarde AR-Geräte verkaufen.

Apples MR-Headset: Steuerung per Gesten

Laut Kuo wird das erste Mixed-Reality-Headset 3D-Sensoren für eine „fortschrittliche Handverfolgung“ nutzen, wie er in einer Forschungsnotiz schreibt (via MacRumors und 9to5Mac). Das Headset soll über vier 3D-Sensor-Sets verfügen, die Apples Face-ID des iPhones ähneln sollen. Durch die Anzahl der Sensor-Arrays werde eine höhere Genauigkeit als bei einzelnen TrueDepth-Kamera-Arrays in iPhones erzielt werden, heißt es.

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Glaubt man den Ausführungen Kuos, sollen die strukturierten Lichtsensoren Objekte sowie „dynamische Detailveränderungen“ in den Händen erkennen können. Das sei vergleichbar mit dem Face-ID-Sensor-Array, das dazu in der Lage ist, Gesichtsausdrücke zu erkennen, um Animoji zu erzeugen. „Die Erfassung der Details der Handbewegung kann eine intuitivere und lebendigere Mensch-Maschine-Benutzeroberfläche bieten“, erklärt der Analyst und nennt als Beispiel einen virtuellen Luftballon in der Hand, der wegfliegt, sobald die Sensoren erkennen, dass die Faust nicht mehr geballt ist. Kuo glaubt, dass die Sensoren der AR/VR-Brille dazu in der Lage sein werden, Objekte aus bis zu 200 Prozent größerer Entfernung zu erkennen als die Face-ID-Lösung des iPhones.

Um das Sichtfeld (FOV) für die Gestenerkennung zu vergrößern, prognostiziert Kuo ferner, dass Apples AR/MR-Headset mit drei Sets von ToF-Sensoren (Time of Flight) ausgestattet sein wird, um „Handbewegungstrajektorien mit geringen Latenzanforderungen zu erkennen“.

Abseits der Sensoren für die Erkennung von Handgesten soll das Headset Kuo zufolge zudem über viele weitere Sensoren verfügen. Sie sollen etwa Eye-Tracking, Iris-Erkennung, Sprachsteuerung, Hauterkennung, Gesichtsausdruckserfassung und räumliche Erkennung unterstützen.

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Erstes Headset von Apple soll um die 350 Gramm wiegen

Kuo berichtet in seiner Forschungsnotiz weiter (via 9to5 Mac), dass das Headset der ersten Generation zwischen 300 bis 400 Gramm wiegen werde. Damit sei es im Vergleich zu auf dem Markt befindlichen VR-Headsets relativ leicht. Der Analyst geht ferner davon aus, dass Apple bereits eine zweite Generation in Arbeit hat, das deutlich leichter und über ein aktualisiertes Industriedesign verfügen wird. Zudem soll die Weiterentwicklung ein neues Batteriesystem und einen schnelleren Prozessor an Bord haben.

Der Analyst erwartet von der ersten Generation ein Absatzvolumen von etwa 2,5 bis 3,5 Millionen Einheiten im Jahr 2023 aus. Das zweite Headset soll Kuo zufolge „irgendwann in der zweiten Hälfte des Jahres 2024“ auf den Markt kommen. Apple geht davon aus, dass sich die Nachfrage erhöhen werde, da das Produkt sowohl einen größeren Funktionsumfang erhalte und leichter zugänglich sei.

AR-Brille könnte Mitte 2022 vorgestellt werden – aber später starten

Bloomberg-Reporter Mark Gurman, der für seinen guten Draht zu Apple bekannt ist, dämpft die Erwartungen zum Start der Brille im Jahr 2022 ein wenig. So geht er in seinem Newsletter „Poweron“ zwar auch davon aus, dass Apples neue Produktkategorie im Laufe des nächsten Jahres enthüllt wird, jedoch könnte Apple bei dem Produkt ähnlich vorgehen wie mit dem ursprünglichen iPhone, iPad und der Apple Watch: Er rechnet mit einer Ankündigung des Headsets zur WWDC 2022, die für gewöhnlich im Juni veranstaltet wird. Die Entwicklerkonferenz könne entsprechend einen starken Fokus auf AR- und VR-Themen haben, um Entwickler:innen die nötigen Werkzeuge für die Entwicklung neuer Apps und Dienste in die Hand zu geben.

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Apples erstes Headset werde ein „komplexes und teures Design mit austauschbaren Linsen haben“, so Gurman. Das Unternehmen werde möglicherweise mit Regierungen und Unternehmen auf der ganzen Welt an möglichen „verschreibungspflichtigen Brillengläsern arbeiten und mit einer Vielzahl von Herstellern an komplexen Technologien zusammenarbeiten müssen, die keine der beiden Seiten zuvor ausgeliefert hat“, schreibt Bloomberg.

Da das Ökosystem für das neue neue Produkt erst entwickelt werden müsse, würde es eine Weile dauern, bis das Produkt tatsächlich auf den Markt kommt, spekuliert der Reporter. So geht er von einem Marktstart zwischen Ende 2022 und Anfang 2023 aus. Für den Aufbau des neuen Ökosystems, überhaupt der Basis mitsamt Schnittstellen sucht Apple derzeit nach AR/VR-Framework-Entwickler:innen. Die neuen Mitarbeiter:innen würden damit betraut werden, künftige Produkte zu entwickeln, die „Millionen von Menschen jeden Tag aufs Neue begeistern und inspirieren“. Die Rolle beinhalte die „Erforschung und Entwicklung eines völlig neuen Anwendungsparadigmas“.

Aktualisiert am 10. Dezember 2021: Weitere Details zur Ausstattung und der erwarteten Gestensteuerung ergänzt.

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