Analyse

Darum gefährden autonome Autos deutsche Zulieferer

Branche im Wandel: Vor allem die Entwicklung hin zu Elektrofahrzeugen stellt viele Unternehmen der Zulieferindustrie vor Probleme. (Foto: Shutterstock)

Hinter den bekannten Fahrzeugherstellern existiert eine weitverzweigte Zulieferindustrie. Gerade Mittelständler dieser Branche fragen sich zunehmend, was der Wandel der Autoindustrie für sie bedeutet.


Vielleicht beschreibt eine Meldung von vergangener Woche am besten, welch tiefgreifenden Wandel die Automobil-Zulieferbranche derzeit erfährt. Shanghai Shenda, einer der größten Automobil-Interieur-Zulieferer Chinas, hieß es da, würde ein Joint Venture mit der International Automotive Components (IAC) Group eingehen, die unter anderem Instrumententafeln, Konsolensysteme, Türfüllungen und Dachverkleidungen für Fahrzeuge herstellt.

Aus der Zusammenarbeit ist nun ein Unternehmen mit dem Namen Auria Solutions entstanden. Dieses wird als „neuer, weltweit aktiver Zulieferer von Verkleidungs- und Akustikprodukten für die Automobilindustrie“ angekündigt.

Gerade solche neue Konkurrenz aus China sorgt dafür, dass viele deutsche Zulieferer derzeit ihr Geschäftsmodell prüfen und es auf Zukunftsfähigkeit abklopfen müssen. Die Unternehmensberatung Bain & Company riet den Unternehmen in ihrer Studie „An Autonomes Car Roadmap for Suppliers“ neulich etwa, ihre Kompetenzen zu erweitern, insbesondere in der Software-Entwicklung. Das sei schon deshalb nötig, weil die Konkurrenz sich verändere: Quereinsteiger aus der Technologiebranche würden ebenso auf den Plan treten wie eben neue Zulieferer aus Schwellenländern wie China.

Um diesen Entwicklungen zu begegnen, sagt die Beratungsgesellschaft, würden Akquisitionen und Partnerschaften immer wichtiger. Ziel: an Know-how, Technologie und Mitarbeiter gelangen. Zulieferer müssten eine Szenarioplanung einführen, mit deren Hilfe sie mögliche Entwicklungen identifizieren und Anpassungen rechtzeitig durchführen können“, sagt Hans Joachim Heider, Partner bei Bain & Company. Für die Unternehmen bedeute das, sich technologisch und organisatorisch ständig weiterzuentwickeln.

Das mag für Branchengrößen wie ZF, wo man zum Beispiel Automatikgetriebe entwickelt, oder Bosch, die weltweite Nummer eins der Branche, kein Problem sein. Doch wie reell ist die Chance, dass ein kleiner Mittelständler sein Geschäftsmodell überdenkt?

Situation der kleinen Automobilzulieferer

„Die Situation der kleinen Automobilzulieferer ist wesentlich kritischer als die der großen, die eine stärkere Finanzkraft im Rücken haben und die Möglichkeit, Risiken zu streuen, indem sie unterschiedliche Wege einschlagen“, sagt Johannes Berking, Principal der Automotive Practice bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman, im Gespräch mit t3n.

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