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Kommentar

Bezos-Spende für Klimaschutz: Warum 791 Millionen Dollar viel zu wenig sind

Amazon-Chef Bezos hat die Empfänger der ersten Tranche seines Zehn-Milliarden-Umweltfonds genannt. Aber ist diese Summe ausreichend für den reichsten Mann der Welt? Ein klares Nein!

2 Min.
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Umweltspende: Bezos könnte noch tiefer in die Tasche greifen. (Foto: dpa)

Mit einem Vermögen von 184 Milliarden US-Dollar ist Jeff Bezos, Gründer und Chef von Amazon, der aktuell mit Abstand reichste Mensch der Welt – und der jüngeren Geschichte. Allein in diesem Jahr konnte Bezos laut dem Milliardärsranking von Bloomberg sein Vermögen um fast 70 Milliarden Dollar steigern – ausgerechnet aufgrund der Coronakrise. Amazon gilt hier als einer der größten Profiteure. Angesichts dieser Summen, nehmen sich die zehn Milliarden Dollar, die Bezos für die Bekämpfung des Klimawandels spenden will, nicht allzu hoch aus.

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Um eines klarzustellen: Natürlich ist jeder Cent, der in die Unterstützung von Umweltorganisationen fließt, wichtig. Natürlich hat auch ein Mensch, dessen Reichtum unvorstellbar groß ist, das Recht, sein Geld für sich selbst auszugeben. Natürlich spricht auch Neid aus Kritikern, die gerne hätten, dass Amazon mehr Steuern zahlt und Bezos mehr spendet. Aber ein wenig mehr Verantwortung müssten doch Superreiche in unserer Gesellschaft schon übernehmen, oder? Diese Meinung teilen übrigens nicht nur die, die nicht reich sind.

Millionäre wollen mehr Steuern, Bezos nicht

Mitglieder der von Warren Buffett sowie Melinda und Bill Gates ins Leben gerufenen Initiative The Giving Pledge verpflichten sich etwa, mindestens die Hälfte ihres Vermögens gemeinnützigen Zwecken zukommen zu lassen. Während Ex-Frau MacKenzie Scott der Initiative beigetreten ist und kräftig spendet, weigert sich Bezos. Sollte der Amazon-Chef sich darauf einlassen, müsste er mindestens 90 Milliarden Dollar spenden – und nicht nur zehn. Die Millionaires for Humanity fordern angesichts der Coronakrise sogar höhere Steuern für Superreiche, also sich selbst. So könnten Gesundheitssysteme, Schulen und soziale Sicherheit dauerhaft finanziert werden, heißt es. Bezos gehört nicht zu den Unterzeichnern.

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Ein Teil der sprudelnden Unternehmensgewinne und explodierenden Aktienkurse, von denen Bezos als Anteilseigner direkt profitiert, ist darauf zurückzuführen, dass Amazon eher wenig Steuern zahlt. Dafür musste Bezos bei früheren Spenden auch schon einmal Kritik einstecken. Eine Bezos-Spende von 98,5 Millionen Dollar, die an Obdachlose gehen sollte, kommentierte der damalige britische Labour-Chef Jeremy Corbyn vor einem Jahr mit der Aufforderung, Bezos solle doch lieber seine Steuern zahlen. Die knapp 100 Millionen Dollar machten jedenfalls nur 0,09 Prozent seines Vermögens aus.

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Wenig Freunde hatte sich Bezos sicher auch damit gemacht, dass er sich kurz vor der Ankündigung der Zehn-Milliarden-Dollar-Spende im Februar ein Luxusanwesen in Beverly Hills für 165 Millionen Dollar gegönnt hatte. Selbst Amazon-Mitarbeiter hatten ihrem Chef damals vorgeworfen, dass das Unternehmen zunächst selbst umweltfreundlicher werden müsse.

Bezos-Spende im Verhältnis nicht sehr groß

Ach ja: Die jetzt von Bezos via Instagram öffentlichkeitswirksam angekündigte erste Spendentranche in der Höhe von 791 Millionen Dollar bedeutet jedenfalls nur einen Anteil von 0,4 Prozent seines gesamten Vermögens. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Deutsche soll über ein Vermögen von 139.000 Euro verfügen – daran gemessen beliefe sich die Bezos-Spende auf rund 550 Euro. Die meisten Deutschen haben deutlich weniger. Entsprechend wären hier Spenden im wohl meist ein- bis zweistelligen Euro-Bereich fällig. Und das soll reichen?

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Tom

Hierbei wird völlig vergessen, dass das meiste von Bezos Vermögen in Aktien gebunden ist. Für diese Spende musste er schon einen großen Anteil an amazon abstoßen.
Auch wird völlig der Vergleich mit zum Beispiel reichen Unternehmer Familien in Deutschland vergessen.
Mal wieder ein großes Gehasse gegen eine grundsätzlich sehr gute Aktion! Auch dass Amazon weiterhin Milliarden investiert um klimafreundlich zu werden, darf nicht vergessen werden!

Antworten
Johannes

100% korrekt zusammengefasst, was diesen und viele weitere Artikel weit von journalistischen Ansprüchen entfernt. Grundlegende Finanzkennntnisse fehlen hier dem Autor.

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Dominik

Seid doch froh, dass er überhaupt etwas spendet?! Wo sind eure 700 Millionen? Außerdem ist sein Vermögen von 184 Milliarden nicht alles auf seinen Konten, es geht hier um Amazon Aktien und nicht bares Geld.

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