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Bitcoin-Boom zwingt Kasachstan zum Handeln: Schwarzminer bedrohen Stromversorgung

Der Abzug vormals chinesischer Miner über die Grenze nach Kasachstan hat dafür gesorgt, dass die Hashrate in dem zentralasiatischen Land explodiert ist. Lange kann sich die Regierung das nicht mehr ansehen.

2 Min. Lesezeit
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Kasachstans Kohlekraftwerke durch Kryptomining stark belastet. (Foto: DuxX/Shutterstock)

Extrem niedrige Strompreise und die räumliche Nähe zu China haben Kasachstan innerhalb von drei Monaten zur weltweiten Nummer 2 im Krypto-Mining gemacht. Das stellt das Land mit seinen 19 Millionen Einwohnern zunehmend vor Probleme.

Bitcoin-Mining belastet kasachisches Netz deutlich

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Denn der kasachischen Regierung fällt auf, dass sich der Energieverbrauch im Land rasant erhöht hat. Der kann schon längst nicht mehr aus den überalterten Kohlekraftwerken des Landes gedeckt werden. Um den Energieimport von außen nicht ausufern zu lassen, greifen im Land die ersten Rationierungsmaßnahmen.

Das Energieministerium des Landes sieht akuten Handlungsbedarf und will sich schleunigst um das Miner-Problem kümmern. Denn nach offiziellen Zahlen verbrauchen Krypto-Miner bis zu 1,2 Gigawatt Strom und damit rund acht Prozent der gesamten Stromleistung.

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Schwarzminer deutlich energiehungriger

Das Problem werde noch dadurch verschärft, dass unregistrierte, gewissermaßen „schwarze“ Miner erkennbar etwa den doppelten Stromverbrauch beanspruchen würden, wie jene, die ihre Krypto-Unternehmung offiziell angemeldet haben.

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Zunächst will Energieminister Murat Zhurebekov eine Verordnung erlassen, die einerseits Krypto-Miner dazu zwingen soll, ihre Unternehmung ordentlich zu registrieren. Andererseits soll sie die Rechtsgrundlage bilden, um unregistrierten Minern den Strom abschalten zu können. Diese Verordnung soll noch vor Ende des Jahres umgesetzt werden, verspricht Zhurebekow: „Denn diese Angelegenheit kann nicht länger aufgeschoben werden“.

Abschaltung unregistrierter Miner macht Probleme

Die größte Schwierigkeit bei der Abschaltung unregistrierter Miner besteht darin, sie zunächst ausfindig machen zu müssen. Bisherige Erkenntnisse zeigen, dass sie vielfach aus Kellern und verlassenen Fabrikgebäuden agieren. Kasachstan will dabei per Luftaufklärung nach Wärmesignaturen suchen.

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Miner, die sich registrieren lassen, sollen weiter im Land agieren dürfen, werden aber zusätzlich zu einer Art Energiesteuer herangezogen, die ab dem Jahresbeginn 2022 in einer Größenordnung von 0,0023 US-Dollar pro Kilowattstunde erhoben werden soll.

Darum verbietet Kasachstan das Mining nicht einfach

Natürlich hätte Kasachstan auch eine deutlich einfachere Alternative. Wie die Daten von GlobalPetrolPrices zeigen, kostet die durchschnittliche Kilowattstunde in Kasachstan lediglich 0,054 Dollar, während der Durchschnitt im Rest der Welt bei 0,124 Dollar liegt – Deutschland an der preislichen Spitze mit 0,371.

Eine Preiserhöhung dürfte also kasachische Miner deutlich abschrecken. Das aber wäre ebensowenig im Interesse der Regierung. Immerhin hatte Kasachstans Nationaler Verband für Datenzentren und Blockchain (NABDC) jüngst geschätzt, dass das Krypto-Mining in den nächsten fünf Jahren 1,5 Milliarden Dollar an Einnahmen erwirtschaften könnte. Es scheint also durchaus sinnvoll, im Umgang mit Krypto-Minern einiges Fingerspitzengefühl walten zu lassen.

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