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CBDC: So arbeiten Zentralbanken am digitalen Geld

Weltweit suchen Notenbank nach einer Alternative zum Bargeld. Die digitale Welt wollen sie nicht Paypal und Co überlassen.  Der digitale Euro kommt da spät – woanders gibt es schon CBDC.

4 Min. Lesezeit
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Auch Europa soll eine CBDC bekommen: Den digitalen Euro. (Bild: Shutterstock / Skorzewiak)

Kritiker befürchten die Abschaffung des Bargelds, die Volksbanken in Deutschland gar die Teilverstaatlichung des Finanzsektors: Über den Digitalen Euro wird schon gestritten, bevor überhaupt eine Pilotphase gestartet wird. Und das ist gut so – denn die Entscheidung für digitales Zentralbankgeld, auch Central Bank Digital Currency (CBDC) genannt, ist immer ein Politikum und braucht deshalb eine breite Diskussion.

Während die EU aber erst im Herbst dieses Jahres darüber entscheiden wird, ob sie überhaupt ein Projekt für das digitale Zentralbankgeld startet, sind Notenbanken in anderen Teilen der Welt längst weiter. Bereits elf Länder haben ihre CBDC gestartet, 21 weitere sind immerhin schon in der Pilotphase. Der CBDC Tracker des Thinktank The Atlantic Council zeigt den aktuellen Fortschritt der Projekte weltweit.

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Zentralbanken im FOMO-Modus

In den vergangen zwei Jahren hat sich die Zahl an Projekten fast vervierfacht. Nahezu jedes G20-Land hat in den letzten sechs Monaten erhebliche Fortschritte gemacht und Zeit und Geld in diese Projekte investiert. Getrieben sind die Zentralbanken dabei von der „Fear of missing out“ (FOMO): Die digitale Welt wollen sie nicht privaten Zahlungsanbietern, Kryptowährungen oder nicht ganz so stabilen Stablecoins überlassen. Der Kryptowinter wirkt da wie ein Beschleuniger: Hohe Kursverluste und Firmenpleiten haben das Vertrauen in den Kryptomarkt geschwächt.

Die Zentralbankprojekte werden allerdings von hitzigen Debatten begleitet. Der Finanzsektor findet das Projekt überflüssig, fürchtet die Schwächung des Einlagengeschäfts und warnt vor der Gefahr eines digitalen Bankruns. Andere Kritiker warnen vor dem Verlust der Privatsphäre. Staaten könnte mit den CDBC Orwell’sche Instrumente in die Hand gegeben werden, um Bürger auszuspähen und zu kontrollieren.

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Der Ruf nach Anonymität für den E-Euro ist deshalb so laut, weil fortgeschrittene CBDC-Projekte von Staaten herausgegeben werden, die es damit vielleicht nicht so genau nehmen. Drei Staaten und drei Projekte zeigen die unterschiedlichen Phasen der CBDC-Erkundung – und den Stand der Diskussion.

Pilotphase: Was China schon über den E-Yuan gelernt hat

In der Transparenzdiskussion über digitales Zentralbankgeld ist er der rosa Elefant im Raum: der E-Yuan (E-CNY). Bereits im Jahr 2017 hat China sein Projekt zum E-CNY gestartet, im April 2020 wurde die digitale Währung erstmals in vier Städten eingeführt. Mittlerweile sollen rund 260 Millionen Menschen bereits in den Test einbezogenen sein.

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Damit ist die chinesische Digitalwährung ein anpackbares Beispiel dafür, was Bürger damit in der Praxis anfangen können: Vom Busticket bis zum Supermarkteinkäufe kann damit bezahlt werden. Allerdings ist die chinesische Bevölkerung noch skeptisch. So muss die Regierung eine Reihe von Anreizen setzt, um die Nutzung des E-CNY in den Pilotstädten in Gang zu bringen, etwa durch Rabatt auf Einkäufe.

Allerdings kann die chinesische Regierung die Durchsetzung des neuen Zahlungsmittels auch erzwingen, etwa indem sie die Auszahlung von Löhnen über den E-Yuan verfügt. Das zeigt die großen Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten, die in einem CBDC stecken.

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Aktuell arbeitet die chinesische Zentralbank daran, die bestehenden Zahlungskanäle besser in den E-CNY zu integrieren, so begann Alipay Anfang 2023 damit, den E-CNY in der Kategorie Expresszahlungen anzubieten. Laut Angaben der chinesischen Zentralbank macht der digitale Yuan aktuell aber nur 0,13 Prozent der von ihr gehaltenen Barmittel und Reserven aus.

Forschungsphase: Worüber beim E-Dollar gestritten wird

Wenn die Vereinigten Staaten in die CBDC-Erkundung einsteigen, dann wollen sie ein führende Rolle übernehmen. Das war zumindest die Zielsetzung von Joe Biden, als er im März 2022 die Regierung in einem Präsidialerlass zur Beurteilung von Risiken und Chancen des Digitalgelds verpflichtet hat. Eine digitale Version der weltweiten Leitwährung wäre auch ein starkes Signal für die Durchsetzung von CBDC. Faktisch befindet sich das Projekt allerdings noch im frühen Erkundungsstatus und ist zuletzt ins Stocken geraten.

Denn im beginnenden Präsidentschaftswahlkampfs ist der E-Dollar Thema, republikanische Kandidaten haben sich bereits vehement gegen seine Einführung ausgesprochen. „Bei den Bemühungen der Biden-Regierung, eine digitale Zentralbankwährung einzuführen, geht es um Überwachung und Kontrolle“, warnte etwa der Repubikaner Ron DeSantis.

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Fed-Chef Jerome Powell hat zwar bereits mehrmals klargestellt, dass die Zentralbank auf ein Votum im Kongress angewiesen ist, bevor sie einen Retail CBDC ausgeben kann. Damit ist digitales Zentralbankgeld gemeint, das von jedem Bürger genutzt werden kann. Doch aktuell werden eher Projekte für einen institutionellen CBDC für Banken (Wholesale CBDC) vorangetrieben.

Der Pionier: Wo der Sand Dollar gerade steht

Im Gegensatz zu den Studien und Experimenten anderer Staaten ist der Sand-Dollar der Bahamas schon Realität. Im Oktober 2020 eingeführt, war er die erste digitale Zentralbankwährung der Welt. Ein wesentlicher Grund für seine Einführung ist gleichzeitig eines der stärksten Argumente für einen Retail-CBDC: die finanzielle Inklusion der Bürger. Auch Menschen, die zuvor keinen Zugang zum Finanzsystem hatten, sollen so einen bekommen.

Im Alltag der Menschen ist der Sand-Dollar aber kaum angekommen. Nur 0,013 Prozent der Geldmenge besteht aktuell aus Sand-Dollar. Die Zentralbank begründet das damit, dass sie sich zunächst auf dem Ausbau des Sand-Dollar-Netzes und neue Anwendungen für den CBDC konzentriert hat. Auch die Covid-19-Beschränkungen hätten die Einführung des Sand-Dollars behindert.

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Doch auch in Nigeria, wo seit Oktober 2021 mit dem E-Naira bezahlt werden kann, ist die Akzeptanz niedrig. Weniger als 0,5 Prozent der Bürger nutzen die Digitalwährung. Zuletzt hat die Regierung versucht, Bürger mit Gebühren und Bargeldlimits zur Nutzung zu zwingen. Das löste im Februar landesweite Proteste aus.

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