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Chinas Zhurong-Rover absolviert erste Fahrt auf dem Mars

Zhurong, der chinesische Forschungsrover, hat die Plattform der Landekapsel, die ihn auf die Marsoberfläche gebracht hatte, verlassen und die erste Fahrt auf dem roten Planeten absolviert.

3 Min. Lesezeit
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Erste Aufnahme von Zhurong auf dem Mars. (Foto: CSNA)

Eine gute Woche haben die chinesischen Forscher gebraucht, um ihren Zhurong-Rover für die nächsten Schritte seiner Mission vorzubereiten. Nun konnte das Gefährt die Laderampe der Landekapsel herunter und auf die Marsoberfläche gefahren werden. Auf dem offiziellen Twitter-Account des Rovers findet sich das folgende Video:

Alle Systeme bereit: Zhurong fährt los

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Zumindest alle Kamerasysteme funktionieren offenbar, die Rampenfahrt kann aus beiden Perspektiven betrachtet werden. Zusätzlich zur visuellen Statusmeldung liefert das Funksignal eine Position, anhand der die Bodenstation das folgende Echtzeit-Renderbild errechnet hat.

Ein paar Tage vor dem Verlassen der Landekapsel hatte Zhurong bereits erste Fotos und kurze Videos vom roten Planeten zur Erde übermittelt. Bis zum Ende des Monats will die chinesische Raumfahrtagentur CNSA erste Forschungsdaten des Rovers auswerten können.

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Zhurong sendet erste Bilder. (Foto: CNSA)

Das ist die Mission des Zhurong-Rovers

Der Rover Zhurong ist Teil der sogenannten Tianwen-1-Mission, die aus einer um den Planeten kreisenden Sonde, einem Landevehikel und dem Rover selbst besteht. Tianwen-1 war im Juli 2020 ohne große vorherige Ankündigung gestartet worden und hatte bereits im Februar 2021 den Marsorbit erreicht.

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Mission Mars: Warum alle zum Roten Planeten wollen

Auch die Landung des Rovers, dessen Name im Februar mit Zhurong – „Gott des Feuers“, aber wichtiger wohl „Herrscher des Südens“ – angegeben wurde, erfolgte recht spontan. Stunden vor der Landemission hatte China angekündigt, Zhurong „in den nächsten Tagen“ landen zu wollen.

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Dieses Renderbild hat die chinesische Raumfahrtbehörde auf Twitter gepostet. (Bild: CNSA)

Der Zhurong-Rover unterscheidet sich in wesentlichen Punkten vom Nasa-Rover Perseverance. Zhurong ist mit 250 Kilogramm deutlich leichter als der US-Eintonner. Während die Amerikaner auf einen Atomantrieb setzen, haben die Chinesen Solarzellen verbaut. Der Perseverance-Rover hat die Größe eines kompakten Kleinwagens, Zhurong eher die Maße eines Golf-Caddys.

Beide fahren auf sechs Rädern über die Oberfläche und beide sind in der Lage, mit speziellen Greifern Bodenproben zu entnehmen. Ebenso wie die Nasa will China genommene Bodenproben zur Abholung durch eine spätere Mission bereitstellen, um sie in irdischen Laboren deutlich genauer untersuchen zu können, als das mit den ambulanten Kleinlaboren der Rover möglich ist.

Insgesamt sind die Ziele der chinesischen Mission jenen der Nasa sehr ähnlich. So soll Zhurong nach Spuren von Wasser auf beziehungsweise unter der Oberfläche suchen. Zudem soll der chinesische Rover das Magnetfeld des Planeten vermessen und zu einer verbesserten Kartografierung des Mars beitragen. Eine Wetterstation für Klimamessungen ist ebenfalls an Bord. Die Mission ist auf etwa drei Monate angelegt.

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Begegnen werden sich China und die USA in Form ihrer Rover auf dem Mars aber nicht, denn zwischen ihnen liegen mehr als 2.000 Kilometer. Zhurong erkundet die Utopia-Planitia-Tiefebene und Perseverance den Jezero-Krater. Auch der 2012 auf dem Mars gelandete Nasa-Rover Curiosity wird den beiden nicht in den Weg kommen. Er ist noch weiter weg – im Gale-Krater.

Mission auf jeden Fall bereits ein Erfolg

Für die Volksrepublik ist schon die geglückte Landung ein Erfolg. Immerhin hat die Nasa Jahrzehnte und mehrere Anläufe gebraucht, um einen eigenen Rover sicher auf der Marsoberfläche abzusetzen. Zwar haben die USA mit inzwischen neun geglückten Landeversuchen einen Vorsprung, jetzt aber ist das Forschungsrennen mit dem gleichzeitig auf dem Mars befindlichen Nasa-Rover Perseverance wieder völlig offen.

Die ehemalige Sowjetunion konnte bereits 1971 einen Rover auf dem Mars landen. Der hatte nach knapp zwei Minuten auf dem Mars keine Signale mehr gesendet – warum, ist bis heute unklar. Weitere Versuche hat das Land nicht gestartet. Noch erfolgloser als der Versuch der Sowjetunion waren zwei Missionen der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Deren Projekte waren 2003 und 2011 gescheitert.

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Der Mars wird derzeit von neun Sonden umkreist. Vier Satelliten haben die USA, zwei die Europäer und je einen Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate und China in die Marsumlaufbahn gebracht.

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