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Chrome hat den Browser-Krieg gewonnen – sagt der ehemalige Technikchef von Mozilla

(Foto: dpa)

Chrome hat Firefox verdrängt und den Browser-Krieg gewonnen, erklärt Mozillas ehemaliger Technikchef Andreas Gal. Firefox habe unter Googles aggressivem Marketing extrem zu leiden.

Mit satten 54 Prozent weltweitem Marktanteil hat Chrome den Browser-Krieg gewonnen – das gibt jetzt auch der ehemalige Technikchef von Mozilla, Andreas Gal, zu verstehen. Laut Zahlen von Statcounter ist Chrome kaum noch einholbar. Firefox erreicht in der Auflistung sogar nur noch knapp sechs Prozent. Da viele Kritiker die Zahlen jedoch als ungenau einschätzen, hat sich der Entwickler jetzt die Daten von Mozilla einmal direkt angeschaut. Demnach seien die „aktiven Installationen“ (ADI) der Desktop-Variante von Firefox deutlich gesunken, schreibt Gal in seinem Blog.

Firefox-Marktanteil schrumpft rapide

Die Anzahl der „aktiven Installationen“ (ADI) von Firefox sank in den vergangenen Monaten deutlich. (Grafik: Andreas Gal)

Im Vergleich zum Vorjahr sind heute 22 Prozent weniger Firefox-Installationen aktiv. Zusammengenommen macht das einen absoluten Verlust von 16 Millionen Firefox-Installationen aus. Der Jahresverlust habe sonst bei unter zehn Prozent gelegen, sich jedoch 2016 auf 14 Prozent beschleunigt, erklärt der ehemalige Mozilla-Chef. Im Verlauf des Jahres erholte sich die Zahl und sank wieder auf zehn Prozent. Gal führt das auf eine große Marketing-Kampagne von Mozilla zurück. Der Entwickler hat seine Zahlen bei Github veröffentlicht. Die Mozilla-Datensätze sind jedoch inzwischen nicht mehr öffentlich zugänglich.

Die ADI-Zahlen schwanken teilweise erheblich zwischen 53 Millionen und 80 Millionen Nutzer innerhalb einer Woche. Die starken Schwankungen seien auf die Methode der Erhebungen zurückzuführen, erklärt Gal. Firefox kontaktiert Mozilla täglich, um nach Sicherheits-Updates zu fragen. Die ADI-Zahlen geben die aggregierten „Update Pings“ wieder, schreib der Experte. So lassen sich die täglich aktiven Installationen zählen. Am Wochenende sinken die Zahlen signifikant, weil in Büros die Computer beispielsweise abgeschaltet bleiben. Auch Nutzer älterer Firefox-Versionen fließen nicht in die ADIs mit ein.

Aggressives Google-Marketing sei Schuld

Dass der Marktanteil von Firefox so stark schrumpft, ist für Andreas Gal eine direkte Folge aggressiver Werbung von Google und Chrome. Der IT-Konzern würde seine Monopolstellung im Netz ausnutzen, um in den eigenen Produkten den Chrome-Browser zu bewerben. Rufen Anwender beispielsweise Gmail mit einem anderen Browser auf, erscheint prominent der Hinweis: „Hol dir Chrome“. Auch auf Youtube oder im Google-Kalender würden derartige Hinweisschilder aufploppen. Google könne mit wenig Aufwand viel Marketing für Chrome machen, der obendrein auch noch kostenlos ist.

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: 30 praktische Erweiterungen für den Chrome-Browser

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5 Reaktionen
Peter Meier

Man hätte vieles in Firefox besser machen können, aber man lief blind Microsoft hinterher und machte jeden derer Fehler ebenfalls. So ist die Verlaufsansicht ebenfalls nicht historisch möglich, so wird das Cache ebenfalls nicht genutzt um erst mal schnell die alte Seite anzuzeigen bevor eine eventuell geupdatete neue geladen wurde, bei vor&zurück bzw. beim Laden von Bildern, AdBlock war zwar ein starker Grund für FireFox, ist seit AdBlock Plus aber zur Farce verkommen.

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Thomas D.

Wenn man überlegt, wie viel Geld Mozilla teilweise zur Verfügung hatte und was die daraus gemacht haben. Traurig!

Die machen hauptsächlich einen Browser und haben fast 20 Leute nur für ihr Management Team. Und natürlich in San Francisco, was jetzt nicht gerade ein low budget Standort ist. Vielleicht sollten die sich mal an ein paar weniger trendigen Standorte mehr Entwickler dafür suchen, die einfach nur ein gutes Produkt machen, dann steigen auch die Anteile wieder.

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davitmdesign

Hier muss ich meinen Vorrednern beipflichten.
Lange Rede kurzer Sinn.
Chrome ist in jeder Hinsicht der bessere Browser und somit auch verdient an der Spitze des Market Shares.

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Pierre

Genau. Wenn man zwanzigmal am Tag bei Facebook & Co eine eingefrorene Oberfläche hat und jedesmal nach einer gefühlten Ewigkeit die Meldung "Ein Script auf der Seite antwortet nicht" wegklicken muss - und das bei Chrome eben nicht so ist - dann gibt man dem Browser die Schuld, auch wenn es zehnmal am fehlerhaften Code auf der jeweiligen Website lag. Ärgerlich ist zudem, dass solche Fehler immer gleich den kompletten Browser betreffen und nicht nur einzelne Tabs wie bei Chrome, die Multiprozessarchitektur, an der Mozilla schon ewig rumdoktort, kann man getrost als Totgeburt betrachten. Sowas kann man im Jahr 2017 eigentlich nicht mehr machen, der Webbrowser ist nicht erst seit gestern das wichtigste Stück Software auf einem modernen Computer. Aber ich halte Firefox auf Windows dennoch weiterhin die Treue als mein Hauptbrowser und benutze Crome nur im Notfall. Auf meinem Linux-Notebook benutze ich ausschließlich Chromium. Ist einfach schneller als Firefox auf Linux...

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Patrick T.

Nicht das aggressive Marketing von Google ist schuld, sondern vielmehr das eigene Unvermögen. Firefox ist eine ganze Weile qualitativ ganz schön abgesackt, das hat viele Leute (inklusive mir selbst) zu Chrome gebracht.

Man sollte sich bei solchen Markteinbußen immer erst einmal an die eigene Nase fassen, statt anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben.

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