Anzeige
Anzeige
News

Corona am Husten erkennen: Pfizer kauft App-Startup für 116 Mio. Dollar

Der Pharmakonzern Pfizer legt nach umfangreichen Verhandlungen fast 120 Millionen US-Dollar für ein australisches Startup auf den Tisch. Die junge Firma hat eine App entwickelt, die Covid-19 am Husten erkennen kann.

3 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

Pfizer kauft Husten-Diagnostik per App. (Foto: Vidmore / Shutterstock)

Das nun zum Pfizer-Konzern Startup Resapp Health Limited ist ein Spinoff der University of Queensland aus dem australischen Brisbane. Es notiert schon seit Längerem an der ASX, der bedeutendsten Börse Australiens mit Sitz in Sydney.

Anzeige
Anzeige

KI-Unternehmen forscht ein Jahrzehnt an Husten-KI

Resapp hat eine einfache und kostengünstige Smartphone-Technologie entwickelt, mit der Atemwegserkrankungen anhand des Klangs des Hustens einer Person diagnostiziert werden sollen. Dabei ist Resapp nicht erst mit der Coronapandemie entstanden.

Vielmehr arbeitet das kleine Team des Startups bereits seit etwa einem Jahrzehnt an der Entwicklung eines Algorithmus, der Atemwegserkrankungen einfach durch die Analyse des Hustengeräusches eines Patienten diagnostizieren kann. Zunächst hatte sich die Entwicklung auf die Diagnose von Lungenentzündungen fokussiert.

Anzeige
Anzeige

Im Jahr 2019 konnte Resapp nachweisen, dass die Technologie Asthma, Krupp und Bronchiolitis effektiv voneinander unterscheiden kann. Als das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 auftrat und im Jahr 2020 die ersten Diagnosen der durch das Virus hervorgerufenen Lungenerkrankung Covid-19 erfolgten, stellte Resapp seinen Forschungsfokus um.

Covid-19 verlagert Forschungsfokus

Seitdem forschen die Entwickelnden daran, wie sie Covid-19 in ihre Hustenerkennungstechnologie einbauen können. Eine durchgeführte Pilotstudie zeitigte Anfang 2022 – nach eigenen Angaben – beeindruckend gute Ergebnisse.

Anzeige
Anzeige

Sie ergab unter anderem, dass der Covid-Algorithmus 92 Prozent der positiv getesteten Fälle allein anhand des Hustengeräusches sicher erkennen konnte. Das System verfügte dabei über eine Spezifität von 80 Prozent. Das bedeutet, dass nur zwei von zehn untersuchten Personen ein falsch positives Ergebnis erhielten.

Mit dem Bekanntwerden der ersten Ergebnisse der Pilotstudie war das Interesse des Pharmakonzerns Pfizer, der schon den weltweit meistgenutzten Coronaimpfstoff Comirnaty des deutschen Unternehmens Biontech im Portfolio hat, geweckt.

Anzeige
Anzeige

Pfizer will Resapp unbedingt, verdoppelt Angebot (fast)

Dabei wollte Pfizer offenbar zunächst nur die Technologie kaufen und startete mit einem Gebot von 65 Millionen Dollar. Jetzt wurde offiziell bestätigt, dass Pfizer Resapp für 116 Millionen Dollar kaufen wird.

Gegenüber ABC News bestätigte ein Pfizer-Sprecher:

„Wir glauben, dass das COVID-19-Screening-Tool der nächste Schritt ist, um potenziell neue Lösungen für Verbraucher anzubieten, die darauf abzielen, diese Krankheit zu bekämpfen. Wir freuen uns darauf, diesen Algorithmus weiter zu verfeinern und mit Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, um den Verbrauchern dieses wichtige Produkt so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen.“

Anzeige
Anzeige

Im Resapp-Team ist man zuversichtlich, dass die Übernahme durch Pfizer zu beschleunigter Forschung an der Technologie führt und dass diese letztlich auch entlegenen Teilen der Welt zugutekommen wird. Darin bestand jedenfalls einst die Motivation hinter der Entwicklung der App.

Covid-KI: MIT mit ähnlichen Bemühungen

Neben Resapp hatte sich auch das MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts mit Algorithmen zur Erkennung von Covid-19 am Hustengeräusch von Patienten befasst. Deren im November 2020 veröffentlichten Ergebnisse klangen sogar noch deutlich besser als jene des Resapp-Teams.

Die MIT-KI konnte bei symptomatisch erkrankten Personen immerhin 98,5 Prozent korrekt erkennen. Wesentlich interessanter waren indes die Erkennungsraten bei der Erkennung asymptomatischer oder präsymptomatischer Fälle. Dabei handelt es sich um Personen, die noch keine sichtbaren Symptome zeigen, aber dennoch das Virus in sich tragen.

Anzeige
Anzeige

Hier konnte die KI ausnahmslos alle „Erkrankten“ korrekt erkennen. Die Forschenden führen das auf messbare Unterschiede im Hustengeräusch zurück, die für das menschliche Ohr nicht wahrzunehmen sind. Laut MIT lasse sich der Husten einer mit dem Coronavirus belasteten Person selbst dann korrekt von dem eines Gesunden unterscheiden, wenn dieser den Husten, da noch keine Symptome vorlägen, erzwingen müsste.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare

Community-Richtlinien

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige