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Corona-Apps: PwC und Salesforce liefern Contact Tracing für Unternehmen

Contact Tracing entwickelt sich zum Geschäft. (Grafik: Shutterstock)
Lesezeit: 3 Min.
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Die Beratungsgesellschaft PwC und der Software-Riese Salesforce haben jeweils eigene Lösungen für das Contact Tracing in Unternehmen vorgestellt. Damit sollen Personaler ein Ausbruchsgeschehen schnell erkennen können.

Die Wirtschaft ringt in der Coronakrise um Strategien zur schrittweisen Rückkehr zum Normalbetrieb. Gesucht sind Lösungen, die den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter im Blick behalten.

Die Vorteile von Contact Tracing für Unternehmen liegen auf der Hand

Die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind im Falle des Corona-Monitoring gleich gelagert. Arbeitnehmer wollen sicher sein, dass sie ohne größere Risiken an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und sich dort frei bewegen können. Arbeitgeber wiederum wollen sicher sein, dass Mitarbeiter keine Viren einschleppen und so für ein Ausbruchsgeschehen sorgen, dass zu Schließungen großer Betriebsteile oder des ganzen Unternehmens führen könnte.

Naheliegenderweise sind Unternehmen dabei schnell auf das Contact Tracing als wichtigen Baustein ihrer „neuen Normalität“ gekommen. Aktuelle Contact-Tracing-Konzepte sind app-basiert und überwachen auf der Basis von Bluetooth die Abstände zwischen Personen. Zusätzlich speichern sie jeden Kontakt.

Wird ein App-Nutzer dann später positiv auf das neuartige Coronavirus getestet, können die Kontaktpersonen nachvollzogen und informiert werden. Aktuell wird das Prinzip auf Sars-CoV-2 angewendet. Es könnte jedoch auch auf jede andere Krankheit, die leicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist, Anwendung finden.

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Anders als in demokratischen Staaten im Verhältnis zwischen Bürger und Regierung gibt es zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer weit weniger Hürden zu nehmen, wenn Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer zur App-Nutzung verpflichten wollen.

An diesem Punkt setzen sowohl das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) wie auch der Software-Riese Salesforce an. Beide wollen das Contact Tracing per App im Unternehmensumfeld einführen.

Contact Tracing: PwC-App steht kurz vor Markteinführung

PwC steht vor der Fertigstellung einer App, die zunächst für den Eigenbedarf des 275.000 Mitarbeiter starken Unternehmens vorgesehen ist. Tests in der chinesischen PwC-Niederlassung in Shanghai laufen bereits. PwC will nach eigenen Angaben die verpflichtende Nutzung der App zur Voraussetzung der Rückkehr ins Büro machen.

Eindrücke der PwC-App zum Contact Tracing. (Screenshot: t3n)

Für die Ergebnisse des Tracing ist eine derart verpflichtende Nutzung zu begrüßen, Mitarbeiter könnten Datenschutzbedenken haben. PwC verspricht die Einhaltung hoher Datenschutz- und Sicherheitsstandards. Der Zugriff auf die gespeicherten Daten soll zwar zentral erfolgen. Der Zugriff sei jedoch auf wenige Personen mit Admin-Status begrenzt.

Die Nutzung muss einmal eingerichtet werden und würde fortan per GPS gesteuert. Das Mitarbeiter-Smartphone würde per Geolocation erkennen, dass sich der Mitarbeiter an einem Firmenstandort befindet und automatisch das Tracing über Bluetooth und WLAN starten. Verlässt der Mitarbeiter den Standort, soll das Tracing stoppen.

Aus den so gewonnenen Daten kann das Unternehmen dann nicht nur ein Krankheitsrisiko einschätzen oder gezielte Maßnahmen bei einem Ausbruch ergreifen. Sie können vielmehr auch als Grundlage für das Büro-Design, also den Zuschnitt der Arbeitsumgebung insgesamt, dienen. Bürogestaltung bekommt in Pandemiezeiten eine andere Bedeutung. Ebenso könnten sich aus den Tracing-Daten Schichtmodelle entwickeln lassen, um die Belastung einzelner Bereiche mit Mitarbeitern besser zu steuern.

Neben der Nutzung in den PwC-Niederlassung will das Unternehmen die Tracing-App schon ab Mitte Mai 2020 an andere Unternehmen vermieten. Wie CNBC aus dem Hause PwC erfahren haben will, stehen die Interessenten bereits Schlange.

Salesforce: Contact-Tracing ist wie CRM

Das Software-Haus Salesforce geht die Sache ein Stück größer an. Zwar wird es auch eine Tracing-App geben. Die soll jedoch Teil eines größeren SaaS-Pakets namens Salesforce Care sein.

Salesforce-Manager Rob Seaman sieht es locker. Immerhin sei Contact Tracing so ähnlich wie CRM und das könne Salesforce zweifellos, so Seaman in einem Promo-Video zum neuen Produkt. Die Ähnlichkeit sei greifbar. Auch bei einem CRM (Customer Relationship Management) ginge es um das Identifizieren von Verbindungen und Beziehungen. Das sei beim Contact Tracing genauso und würde lediglich anderen Zielen dienen.

Salesforce Care ist noch nicht am Markt. Technische Details, einen konkreten Termin oder Preise gibt es nicht. Das Unternehmen sieht aber sowohl Unternehmen wie Regierungen als potenzielle Kunden. So könnten auch Gesundheitsbehörden das Toolset für das Nachverfolgen von Kontakten verwenden.

Das Contact Tracing von Salesforce ist überaus aussagefähig. (Screenshot: Salesforce)

In Anbetracht der sehr aussagefähigen Kontakt-Darstellung des Tools dürfte ein Einsatz in den meisten demokratischen Staaten mit einem Mindestmaß an Datenschutz indes unwahrscheinlich sein.

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