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Crowdvertreter gesucht: So beteiligt Tomorrow seine Fans

Wer immer schon einmal davon geträumt hat, hinter die Kulissen eines Startups zu schauen, bekommt nun die Gelegenheit dazu. Das Öko-Fintech Tomorrow sucht eine:n Crowd-Vertreter:in für seinen Beirat. Das steckt hinter der Stellenanzeige.

4 Min. Lesezeit
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Suchen eine:n Berater:in: Die Tomorrow-Gründer: Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart. (Foto: Presse/Michi Schunck)

Erst vor ein paar Monaten hat Tomorrow seine dritte Crowdinvesting-Kampagne abgeschlossen: Rund 3,5 Millionen Euro haben Fans der nachhaltigen Banking-App dabei in das Unternehmen gesteckt. Gleichzeitig hat das Fintech angekündigt, dass die Mikro-Investor:innen bald auch einen Platz im Beirat bekommen und damit an den unternehmerischen Entscheidungen von Tomorrow beteiligt werden sollen.

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Jetzt löst der Finanzdienstleister dieses Versprechen ein. Wer Crowdvertreter:in im sogenannten Advisory Board werden will, kann sich noch bis zum 12.März bewerben. Voraussetzung: Der- oder Diejenige muss selbst Crowdinvestor:in sein, „mehrjährige Erfahrung in einem Unternehmen mit digitalem Kontext“ gesammelt haben, sehr gut Englisch sprechen und ein kommunikativer Mensch sein – denn schließlich soll er oder sie sich auch „damit wohl fühlen, zwei Mal jährlich mit der Crowd in den Austausch zu gehen, um Fragen zu beantworten oder Kontext zu unterschiedlichen Themen zu geben“, wie es in der Stellenausschreibung heißt.

Bisher haben sich rund 60 Menschen bei dem Fintech gemeldet, weil sie den Platz im Board wollen. Aus dem Bewerberpool werden in den kommenden Wochen Kandidat:innen ausgewählt, die sich dann einem Voting stellen. Danach entscheidet die Tomorrow-Community, wer sie vertreten soll.

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Ein Sitz am Tisch

Bleibt die Frage: Warum macht Tomorrow das? Weil man schon immer im engen Austausch mit der Community steht, sagt Mitgründer Jakob Berndt. So diskutiert der grüne Finanzdienstleister beispielsweise auch die Entwicklung neuer Produkte mit seinen Fans.

Zudem sind die Crowdinvestor:innen inzwischen die größte Shareholder-Gruppe des Startups, ihnen gehören laut Berndt mittlerweile 14 Prozent des Unternehmens. Daher sollen sie nun auch einen „Sitz am Tisch“ bekommen, im Beirat, wo der:die Vertreter:in dann auf Augenhöhe mit den Gründern und anderen Investor:innen über die Weiterentwicklung des Unternehmens diskutieren kann – mit allen Kontroll-, Stimm- und Mitspracherechten, die auch die anderen haben.

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Der Beirat sei ohnehin schon etwas anders besetzt als in anderen Startups, erklärt Berndt, damit dort alle relevanten Stakeholder einen Platz haben: Neben Vertreter:innen der anderen Geldgeber, ist das auch jemand, der die Mitarbeiter:innen repräsentiert und ein:e Vertreter:in des Nachhaltigkeitsrats. „Mir ist kein anderes Startup bekannt, dass Crowdinvestoren einen so tiefen Einblick in das Wohl und Weh des Unternehmens ermöglicht“, sagt der Co-Gründer, der mit dem Modell gerne zum Vorreiter für die Beteiligung der Crowd werden will. Tatsächlich beschränken sich Startups, die Crowdfinanzierungen nutzen, bislang auf rein finanzielle Beteiligungen.

Wichtig sei, dass der oder die Bewerber:in mit den anderen Vertreter:innen mithalten kann: „Er oder sie muss mit den Herausforderungen eines schnell wachsenden Digitalunternehmens umgehen können“, sagt Bernd.

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So sind Tomorrow-Fans am Unternehmen beteiligt

Die Tomorrow-Crowdinvestor:innen sind mit Kleinanleger:innen in einem börsennotierten Unternehmen vergleichbar – allerdings mit dem Unterschied, dass sie in den bislang drei Crowd-Kampagnen sogenannte Security Token gekauft haben. Das sind digitale Wertpapiere mit unverbrieften, nachrangigen, tokenbasierten Genussrechten. Dadurch sind die Anleger:innen zwar an der Gewinn- und Wertsteigerungen des Unternehmens beteiligt, Teilnahme-, Mitwirkungs- und Stimmrechte haben sie aber nicht. Tomorrow verspricht den Crowdinvestor:innen zudem eine hohe Rendite von fünf Prozent. Dafür ist aber auch das Risiko hoch, weil sie bei einer Pleite des Unternehmens alles verlieren könnten.

Fast 10.000 Menschen sind bereits auf diese Art bei Tomorrow investiert. Bisher haben laut Mitgründer Berndt etwa genauso viel Frauen wie Männer ein Stück von Tomorrow gekauft. Der beziehungsweise die durchschnittliche Crowdinvestor:in ist Anfang 30, hat knapp 1.500 Euro bei dem Fintech angelegt, kommt aus Deutschland und wohnt eher urban.

Geld bekam Tomorrow aber auch immer wieder von professionellen Investoren – zuletzt im vergangenen Jahr rund fünf Millionen Euro in Form eines Wandeldarlehens. Dabei soll die Banking-App mit 90 Millionen Euro bewertet worden sein.

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Nachhaltig investieren

Wer auch immer den Platz im Advisory Board einnimmt, auf den kommen spannende Aufgabe zu. Das Gremium kontrolliert und berät die Geschäftsführung. Hier wird unter anderem das Jahresbudget abgesegnet, über die Wachstumsstrategie des Unternehmens diskutiert, auch Einstellungen oberhalb einer gewissen Gehaltsgrenze werden hier diskutiert.

Das im Jahr 2019 von Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart gegründete Fintech will mit nachhaltigem Banking die Welt der Finanzen verändern – ist streng genommen aber keine Bank. Denn Tomorrow besitzt keine eigene Banklizenz, sondern arbeitet mit Solaris als Banking-Partner zusammen.

Nach eigenen Angaben hat die Banking-App mittlerweile 120.000 Kund:innen, Ende 2022 lagen rund 374 Millionen Euro auf den Tomorrow-Konten, davon wurden rund 140 Millionen Euro in nachhaltige Projekte investiert, beispielsweise in erneuerbare Energien oder nachhaltiges Wohnen.

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Bislang setzt Tomorrow vor allem auf die beiden Säulen Banking und Investment. In Zukunft könnten aber auch andere Dienstleistung rund um das Thema „finanzielles Well-Being“ hinzukommen. Erst vor Kurzem hat Tomorrow mit einer nachhaltigen Hausratsversicherung einen ersten Testballon in diesem Bereich gestartet.

Ziel: Break-even Ende des Jahres

Dass es aber auch in einem „Social Business“ wie Tomorrow durchaus harte Entscheidungen zu treffen gibt, zeigen die vergangenen Monate. Wie viele Startups musste auch das Hamburger Fintech sein Geschäftsmodell überdenken und Kosten einsparen. Rund 20 Mitarbeiter:innen bekamen deshalb 2022 die Kündigung.

„Noch da zu sein, ist schon ein Erfolg“, sagt Berndt angesichts der aktuellen Unsicherheiten im Startup-Ökosystem, in dem es zunehmend auch Pleiten gibt. Tomorrow habe aber auch früher als viele andere auf ein „Premium only“-Geschäftsmodell umgestellt. So hat man schon im Herbst 2021 kostenlose Konten abgeschafft, im Laufe des vergangenen Jahres wurden auch Bestandskund:innen auf die neuen Bezahlmodelle umgestellt – auch auf die Gefahr hin, Kund:innen zu verlieren. „Unser Ziel ist der Break-Even am Ende des Jahres“, sagt Berndt. „Wir haben eine umsatzstarke Kundschaft und wachsen aktuell gesund und nicht auf Pump.“

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Laut vorläufigem Jahresergebnis hat Tomorrow 2022 rund 5,5 Millionen Euro umgesetzt, schrieb aber mit rund 14 Millionen Euro auch noch hohe Verluste.

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