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Datenschützer warnen vor Whatsapp an Schulen

Mehr Infos zu den Whatsapp-Alternativen findet ihr in diesem Artikel. (Foto: Shutterstock)

Whatsapp gehöre nicht an Schulen, erklären Datenschützer im Rahmen der Veröffentlichung eines Praxis-Leitfadens zum Datenschutz. Das hat Gründe.

Social Apps wie Whatsapp, Facebook und Co. sind unter Jugendlichen alltäglich geworden. Doch was ist mit dem Umgang damit im Schulunterricht? Mal eben mit dem Handy eine Nachricht schicken oder ein Foto posten, ist an Schulen mitunter tabu. Nicht wenige Bildungseinrichtungen haben in ihrer Schulordnung geregelt, ob Handys erlaubt sind. An anderen Schulen gibt es sogar eine konkrete Handyordnung.

Rheinland-Pfalz stellt jetzt sogar ein Muster dafür zur Verfügung. Darin heißt es: „Handys sind während der gesamten Unterrichtszeit der Schülerinnen und Schüler ausgeschaltet. Eine Stummschaltung reicht nicht aus.“ Ausnahmen gelten nur, wenn das Handy im Rahmen des Schulunterrichts eingesetzt wird oder wenn ein Schüler in der Schulzeit krank wird und seine Eltern anrufen will.

Whatsapp: Lehrer, Schüler und Eltern sollen kritischer sein

Der Datenschutzbeauftragte in Rheinland-Pfalz, Dieter Kugelmann, warnt vor Whatsapp an Schulen. (Foto: dpa)

Kritisch stehen Datenschützer vor allem auch Whatsapp gegenüber. Nicht wenige Lehrer nutzen die App, um Hausaufgaben an die Schüler zu verteilen. Der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Dieter Kugelmann, kennt derartige Vorstöße. „Es wird teilweise genutzt, weil es einfach ist“, erklärt er gegenüber der dpa. Seiner Meinung nach sollten Lehrer, Schüler und Eltern aber vorsichtig sein.

„Facebook hat Whatsapp nicht aus Menschenfreundlichkeit gekauft“, erklärt der Datenschützer. Derzeit besteht ein Beschluss des Verwaltungsgerichtes Hamburg, das besagt, dass Facebook weiterhin gegen den Beschluss in Berufung zu gehen. Dieter Kugelmann bekommt auch deshalb viele Anfragen.

Darunter seien viele besorgte Eltern, die berichteten, dass ihr Kind von einem Lehrer gesagt bekomme, sie sollten Whatsapp herunterladen. Kugelmann teilt deren Sorgen und hat auch deshalb gemeinsam mit der Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) notwendige Infos für Schulen zusammengetragen und den Praxis-Leitfaden zum Datenschutz in Schulen herausgegeben.

Darin geht es zum Beispiel auch um die Frage, ob Lehrer ihre Schüler über Facebook und Whatsapp kontaktieren können. Im Leitfaden heißt es dazu: „Soziale Netzwerke dürfen grundsätzlich nicht für unterrichtliche Zwecke und in anderen schulischen Zusammenhängen eingesetzt werden.“ Das Land Rheinland-Pfalz stellt eine eigene Lernplattform zur Kommunikation bereit.

„Digitale Medien gehören heute ganz selbstverständlich zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, aber auch von Lehrerinnen und Lehrern“, sagt Bildungsministerin Hubig und plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Diensten. Sie verweist auf das Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“, das in Kürze zehn Jahre alt wird. Schüler und Lehrer werden dabei im Umgang mit digitalen Medien unterstützt.

Übrigens, wie sieht es eigentlich aus an der Messenger-Front in Deutschland? Neue Zahlen zeigen, wie beliebt unter anderem Whatsapp, Threema und Co. bei jungen und älteren Nutzern sind. Lies auch: Whatsapp, Threema und Co. – Neue Zahlen zur Messenger-Nutzung in Deutschland erschienen

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8 Reaktionen
CarstenM

Vom Datenschutz her WhatsApp und Facebook - ja, auch ich weis, dass es ein Unternehmen ist - in einen Topf zu schmeissen ist falsch. WhatsApp hat eine recht gute End-zu-End Verschlüsselung, d.h. die Inhalte bleiben vertraulich, lediglich wer mit wem kommuniziert kann verwertet werden. Das ist bei Facebook und Facebook Messenger ganz anders, hier werden auch die Inhalte ausgewertet. Grundsätzlich würde ich für den schulinternen Austausch auch lieber Teamplace empfehlen (https://www.teamplace.net). Deutscher Datenschutz, deutsche Server und vor allem dokumentenorientiert, soll ja bei Hausaufgaben helfen. Aber einen Schüler der nur WhatsApp benutzt, wer es sein Lehrer verordnet hat ist mir noch nicht vorgekommen.

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simon_warta

Der datenschutzfreundliche Messenger Kullo (https://www.kullo.net) wird derzeit zur Nutzung an Schulen evaluiert. Neben standardmäßiger Ende-zu-Ende-Verschlüsseung und einem transparentem Geschäftsmodell ist für die Schüler-Lehrer-Kommunikation auch die Desktop-App von Bedeutung, mit der sich Unterrichtsmaterialenten besser als von einem Smartphone verarbeiten lassen.

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Andre B.

Natürlich sollte Whats App & Co. während der Unterrichtszeit nicht für privates genutzt werden, sondern nur für unterrichtsrelevantes. Private Nachrichten können die Schüler ja in den Pausen oder nach der Schule schreiben. Die sozialen Medien aber komplett zu verbieten, ist ganz und gar übertrieben. Man könnte den Schüler und Schülerinnen ja auch einen bewussten & dosierten Konsum sozialer Medien beibringen.

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Casparjones

Was für ein Unfug, statt den Kinder ein Umgang mit Whatsapp und Co beizubringen wird es einfach Verboten? Guter Weg zu zeigen wie man mit Problemen umzugehen hat, man verdrängt sie einfach!

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JohannaGunter

Ich glaube, die Schüler können den Umgang auch selbst erlernen. Was ich problematisch finde, ist dass die Schüler nie loslassen können. Die Schule kennt gar keine Pause mehr. Die Lehrerin kann auch nach Ende der Schulstunde ganz einfach Nachrichten schreiben. Dasselbe gilt auf für einen Arbeitsplatz. Feierabend sollte Feierabend sein. Da nützt auch Threema und Co. nichts.

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elDiantre

@Casparjones: den richtigen Umgang mit sozialen Medien beizubringen gehört nicht in die Schule, sondern ist Sache der Eltern. Wie das meiste, das immer auf die Lehrer und die Schulen abgewälzt wird. Ein Elternteil sein heißt nicht, dass man sich zurücklehnen und die anderen die eigenen Aufgaben erledigen lassen kann. Da gehört mehr dazu. Umgang mit derlei Medien ist eine der Dinge.

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Christoph

Anstatt unseren Nachwuchs anständig an das Thema heranzuführen wird versucht es zu verbieten.
In 5 Jahren stellt sich dann raus, klappt ja eh nicht, jemand anderes war dran schuld. Zeigt wieder einmal welche Probleme unser Bildungssystem und die Leute dahinter haben..

Dann sollen Sie halt eine eigene Lösung entwickeln die ihren Ansprüchen entspricht, aber "Entwicklung/Software/Technik" können die allermeisten zuständigen nicht einmal buchstabieren ..

Wie wärs mit einem Landesweiten Contest an dem sich Schüler beteiligen können um eine Plattform zu entwerfen die den Ansprüchen genügt? Interessierte Schüler würden endlich mal brauchbare IT Erfahrung in den Schulen machen und kosten tut der spaß auch nichts. 2 Fliegen mit einer Klappe....

*traurig*

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mccrain

Ihr fordert Problemlösungs- und Medienkompetenz - dann wäre bei "Whats App & Co." das "&" das Entscheidende. Doch meist läuft es auf "Installiere Dir die Whats-App!" Und das ist in vielen Schulen Zwang und keine freie erlernte Wahl.

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