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Analyse

Deutsche Bahn im Digitalisierungscheck: Das können die Kunden erwarten

(Foto: Leonid Andronov/Shutterstock)

Der verspätete Zug bleibt wohl vorerst das Sinnbild der Deutschen Bahn. Wahrscheinlich ist das ein bisschen ungerecht, denn der Konzern tut mittlerweile weit mehr, als Menschen und Güter zu befördern.

Längst geht es bei der Deutschen Bahn um das Wie, und somit natürlich auch um Technologien, die die ehrgeizige Vision vom modernen, kundenorientierten Unternehmen verwirklichen sollen.

Wer als Marketingexperte alle unfertigen Ideen und Entwicklungen eines so breit aufgestellten Konzerns wie der Deutschen Bahn aufzeigen möchte, muss notgedrungen die Metaebene beschreiten. Und so möchte das Unternehmen nicht weniger, als „die Mobilität von morgen“ mitentwerfen, und dieser, man kann es sich denken, irgendwie auch seinen Stempel aufdrücken. Das zumindest sagt Rüdiger Grube, Chef der Bahn und ganz oben im DB-Hochhaus am Berliner Potsdamer Platz zuhause.

Was fehlt: Eine durchdachte Digitalisierungsstrategie

Wer so hoch hinaus will, braucht natürlich vor allem eines: eine wohl durchdachte Digitalisierungsstrategie fürs eigene Unternehmen (die man sich mit rund einer Milliarde Euro bis 2018 einiges kosten lässt), neue Geschäftsfelder, die im Notfall auch mal darüber hinwegtäuschen können, dass das „Kerngeschäft Schiene“ nicht ganz rund läuft. Und – ganz wichtig in einem ehemaligen Staatsunternehmen: ein Quäntchen neues Denken.

Ebendiesen frischen Wind in einen großen Konzern bringen, das können vor allem agile Startups. Das hat sich auch bei der Bahn herumgesprochen. Betreut werden diese vom DB Accelerator, dem unternehmenseigenen Förderprogramm. Und bieten kann der Konzern den kleinen Unternehmen das, was man selbst „einen riesigen Datenschatz“ nennt, der „die größte Eisenbahninfrastruktur Europas“ umfasst.

Wer als Startup vom DB Accelerator gefördert wird, erhält zudem Zutritt zum direkt an der Spree gelegenen Berliner Coworking-Space „DB Mindbox“, den es seit 2015 gibt und in dem es darum geht, aus Wissen und Daten konkrete neue Produkte zu entwickeln. Hier haben die Teams drei Monate Zeit, Prototypen zu bauen, und werden von Experten der Deutschen Bahn betreut.

Auch die eigenen Mitarbeiter will man ausdrücklich zum kreativen Denken animieren, heißt es. Im Rahmen der jährlich ausgetragenen Hackathons können sie Vorschläge machen, was man aus dem riesigen Datenbestand, auf dem die Bahn sitzt und der täglich größer wird, so alles machen könnte. Die besten Projekte mit „besonders hohem Kundennutzen“, wie es heißt, werden prämiert, mit immerhin je 20.000 Euro. Ab diesem Jahr sollen auch externe Interessierte beim Hackathon mitmachen dürfen.

Kauf von Tickets von Partnerunternehmen soll bald in der App möglich sein

Besonders gern gesehen bei der Bahn sind wenig überraschend vor allem all jene Projekte, die auf die Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel, also Multimodalität, fokussieren. Wie etwa die App Qixxit. Diese nimmt für sich in Anspruch, immer die beste Route aus 15 Verkehrsmitteln und über 20 verschiedenen Anbietern herauszufinden. Sie berücksichtigt mittlerweile Bahn, Fernbus, Flugzeug, Mitfahrgelegenheit, Mietfahrrad, den öffentlichen Personennahverkehr, Taxis und stationsunabhängiges Carsharing.

Bald, verspricht die Bahn, soll es auch möglich sein, Tickets von Partnerunternehmen in der App zu kaufen. Eine herausfordernde Disziplin, die auch der „DB Navigator“, die Standard-App des Unternehmens, noch nicht anstandslos beherrscht, wie das Beispiel Berlin zeigt.

Operativ handelt es sich bei Qixxit um eine ausgegründete Firma unter dem Dach der Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH, jenem Unternehmen, mit dem der Konzern über finanzielle Beteiligungen an jungen Unternehmen neue Geschäftsmodelle umzusetzen gedenkt. Für 2017 und 2018 seien hierfür 50 Millionen Euro veranschlagt, heißt es.

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