Analyse

Deutsche Bahn im Digitalisierungscheck: Das können die Kunden erwarten

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Mehrwert für den Kunden schaffen

Einen ähnlichen Ansatz wie Qixxit verfolgt die App „Motiontag“, die sich derzeit noch in der Testphase befindet und die die Route des Reisenden anhand von Bewegungsmustern in verschiedenen Verkehrsmitteln verfolgt. Schon wirklich nutzbar sind andere Projekte aus der „Mindbox“, etwa der Sammelfahrdienst „Clevershuttle“, der Personen mit ähnlichen Routenwünschen verbindet und so beim Geldsparen helfen kann. Worauf man bei der Bahn auch gerne hinweist: Die hier verwendeten Autos fahren mit Elektro- oder Hybridantrieb, und zwar derzeit in Berlin, Leipzig und München. 2017 sollen unter anderem noch Hamburg und Frankfurt folgen.
Ein Problem, mit dem die Eisenbahn seit ihrer Erfindung kämpft, hat ein israelisches Startup gelöst. „Rail Vision“ heißt es, Hindernisse auf den Gleisen per Infrarot erkennen kann es. Diese Entwicklung sei „wegweisend für das vollautomatische Fahren“, sagt die Bahn. Ein künftig wohl nicht nur für genervte Bahnkunden praktisches Produkt liefert das Startup Holoplot. Dieses hat ein Lautsprechersystem gebaut, das Ansagen genau dort hörbar macht, wo sie gebraucht werden. Und eben auch nur dort.

Ganz konkret die Zugfahrt des gemeinen Reisenden verbessern sollen im umkämpften Markt der Personenbeförderung auch andere Innovationen, von denen man bei der Bahn gerne erzählt. Das Buzzword hier: Mehrwert schaffen für den Kunden. Und natürlich sich von der Konkurrenz abheben, etwa vom aufmüpfigen und mittlerweile doch recht groß gewordenen Startup Flixbus.

Dass es nun seit Ende vergangenen Jahres endlich auch in der 2. Klasse der ICEs kostenloses WLAN gibt, war da wohl eine der wesentlichen Voraussetzungen, um als Bahn attraktiv zu bleiben. Zwar sind es derzeit nur 200 MB, die man als Fahrgast versurfen darf, die Erfahrung allerdings zeigt: Das reicht fürs normale Arbeiten. Durchdacht scheint die verwendete Multiprovider-Technik, die jeweils auf die schnellsten Datennetze von Telekom, Vodafone und o2 zugreift und durch intelligente Bündelung der Netzbetreiberkapazitäten hohe Datenvolumen verarbeiten kann.

Auch das neue Entertainment-Portal zielt wohl besonders auf junge Menschen ab, die einen Grund mehr haben sollen, mal wieder Zug zu fahren. Dort integriert gab es bisher einen elektronischen Zeitungskiosk und Tipps für den Ausflug in die Stadt. Für etwas Neues sorgt jetzt die Kooperation mit dem Prosiebensat.1-Unternehmen Maxdome, das Serien und Spielfilme zuliefert.

Mobilfunk-Repeater bis Ende 2017

Eine gute Nachricht für alle Reisenden mit Platzreservierung ist, dass die Bahn das Problem rund um die sprichwörtlich chaotische Wagenreihung der ICE-Züge angegangen ist. So ist die Position der Waggons dank Sensoren seit Kurzem in Echtzeit abrufbar. Und auch für die Anzeige von Reservierungen im Zug sei eine solche Echtzeit-Lösung in Arbeit, heißt es. Wenn alles gut geht, wird die Anzeige am Sitzplatz dann bei spontanen Reservierungen automatisch von „ggf. freigeben“ auf die gebuchte Verbindung umspringen.

Bis Ende 2017 verspricht das Unternehmen außerdem neue Mobilfunk-Repeater, die endlich für unterbrechungsfreies Telefonieren sorgen mögen. Bis 2020 dann will man nichts weniger als „das größte mobile WLAN-Netz Deutschlands“ aufbauen. In ICEs, großen Bahnhöfen und auch Nahverkehrszügen soll der unterbrechungsfreie Zugang zum Internet Standard werden. Eines zumindest steht diesbezüglich fest: Es handelt sich um einen ehrgeizigen Zeitplan.

Immerhin schon Mitte des laufenden Jahres wird der „DB Navigator“ mit dem Feature „Self Check-in“ ausgestattet: Per Handy-Ticket kann man sich dann als Reisender auf dem reservierten Platz im Zug einchecken. Wer sich auf diese Weise angemeldet hat, soll, das verspricht die Bahn, nicht mehr von einer Fahrkartenkontrolle belästigt werden.

Überhaupt bemüht sich der Konzern, den Eindruck zu vermitteln, dass man sich als großes Ziel gesetzt habe, das Reisen als solches angenehmer zu gestalten. Luft nach oben ist diesbezüglich ja vor allem noch in Regionalzügen. Fast unglaublich scheint es da, wenn die Bahn von „abgeschirmten Arbeits-, Entspannungs- und Loungelandschaften“ spricht, die hier irgendwann entstehen könnten. Aber das seien bisher eben nur „Ideen“.

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