DHDL-Nachlese: Blinker-Armreif, Spiegeltrick und Ayurveda-Granola
Die zwölfte Staffel „Die Höhle der Löwen“ läuft: Am Montagabend um 20.15 Uhr flimmerte die vierte Folge über die Bildschirme, wie gewohnt stellten fünf Gründer:innenteams ihre Ideen der Jury vor. Mehr zu ihren Produkten und den Deals erfahrt ihr hier. Die ganze Folge gibt es zum Nachschauen auf RTL Plus.
Flasher: Blinker-Armband für den Straßenverkehr
Bei E-Scooter-Testfahrten in Wien ist den Gründer:innen Ines Wöckl und Alexander Rech aus Österreich die schwierige Abbiegesituation für die Roller aufgefallen. Ein Handzeichen zu geben sei darauf kaum möglich. Ihr Startup soll helfen. „Mit Flasher bringen wir Licht ins Dunkle und Sicherheit auf die Straßen“, so Rech. Die beiden haben Armreife entwickelt, die als Blinker und Notbremslicht funktionieren. Möglich ist das durch Sensoren und „Highpower-LEDs“. Die „Flasher“ sind patentiert und wasserdicht. Mit einem Klapparmband werden sie an den Arm gelegt, eingeschaltet werden sie mit Knopfdruck. Die Blinker werden durch das Anheben der Oberarme aktiviert. Das Notfallbremslicht leuchtet automatisch auf, sobald der:die Fahrer:in eine Vollbremsung macht. Dazu gibt es einen Nachtmodus mit mehr Licht.
Diesen Deal wollen die Gründer:innen:
• 150.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile
Deal? Ja. Die Gründer:innen bringen die Jury zum Stehen: Alle wollen die Armbänder ausprobieren. Nico Rosberg testete auch die Notbremsfunktion: Auch in seinem Test funktionierte sie. Nils Glagau war vom Produkt begeistert: Er wollte für 20 Prozent die geforderten 150.000 Euro geben. „Wir pitchen um euch“, sagte Judith Williams. Auch sie wollte 20 Prozent für das Geld. Rosberg brachte seine Beteiligung an dem E-Roller-Unternehmen Tier ins Spiel: Er bot das gleiche wie Williams und Glagau, zog sich aber zurück, als das gemeinsame Angebot von Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel kam: Sie boten 150.000 Euro für 20 Prozent und zusätzlich eine Plakatkampagne in Deutschland und in Österreich. Die Gründer:innen entschieden sich für die beiden.
Nagos: Snacks für Zwei- und Vierbeiner
Moritz Röschl arbeitet hauptberuflich bei einer IT-Firma als Key-Account-Manager – in seiner Freizeit kümmert er sich gern um seinen Hund Benni. Das Beibringen von Tricks hat ihn auf eine Idee gebracht: Das Startup „Nagos“ bietet Snacks für Zwei- und Vierbeiner, die sowohl für Menschen als auch für Hunde verträglich sind. „Sie sind schön knusprig“, beschreibt der Gründer. Die Chips sollen vollständig aus Biozutaten bestehen, zum Beispiel sind Linsen und Maismehl enthalten. Sie sind vegan und glutenfrei. Wichtig ist für den Gründer, dass sie als Lebensmittel gelten. „Wir sind kein Leckerli“, sagt er. Es ist ein Snack für Menschen, den auch Hunde verzehren können – ein Futtermittel ist es nicht. Bei jedem Beutel wird ein Teil des Verkaufserlöses an den Tierschutz gespendet.
Diesen Deal will der Gründer:
• 100.000 Euro für 20 Prozent der Unternehmensanteile
Deal? Nein. Jede:r in der Jury probiert. „Es ist okay, wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich Hundenahrung esse“, kommentierte Maschmeyer. Geschmacklich wirkte die Jury nicht überzeugt – außer Glagau, dem es geschmeckt hat. Georg Kofler fand das „gesamte Konzept“ fraglich. Laut ihm sollten Hund und Mensch nicht das Gleiche essen. Auch Glagau möchte Nahrung für Hund und Mensch separieren und stieg aus. Maschmeyer ließ sich ebenfalls nicht überzeugen. Auch Dagmar Wöhrl stieg aus, ebenso Williams.
Guru Granola: Ayurveda-inspirierte Haferflocken
Die Gründerin Lara Schäffer reist leidenschaftlich gern. Das hat sie auch zu ihrem Startup inspiriert. Die 30-Jährige hat ein Food-Startup mit einem auf Ayurveda-basierten Ernährungskonzept gegründet. Guru Granola besteht aus „über 20 Biozutaten“. „Granola heißt eigentlich gebackene, geröstete Haferflocken, mit oftmals Honig ummantelt“, so die Gründerin. Sieben verschiedene Mischungen hat sie bisher herausgebracht. Die Granola-Mischungen sind pur als Mahlzeit essbar, mit heißem Wasser aufgegossen können sie auch warm gegessen werden. Als Topping sollen sie für süße und herzhafte Speisen verwendet werden können. Dazu soll die Nahrung auch ein „schönes Körpergefühl“ geben.
Diesen Deal will die Gründerin:
• 90.000 Euro für 15 Prozent der Unternehmensanteile
Deal? Ja. Maschmeyer bezeichnete die Gründerin als „Lecker-Entdecker“ – trotzdem ließ er sich nicht überzeugen und stieg aus. Rosberg fehlte das „Skalierungspotenzial“, deshalb stieg er aus. Dümmel machte der Gründerin ein Angebot: 90.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Williams lobte den „Auftritt“ als „außergewöhnlich“ und bot der Gründerin dennoch keinen Deal an – sie sah das Produkt als zu „exotisch“ für den breiten Markt an. Glagau machte jedoch ein Angebot: Er bot ebenfalls 90.000 Euro für 20 Prozent der Unternehmensanteile. Nach kurzer Verhandlung boten Glagau und Dümmel jeweils 120.000 Euro für die Unternehmensanteile. Schließlich entschied sich Schäffer für einen Deal mit Glagau.
Hyrise Academy: Online-Vertriebsschulung
Für Gründer Dominic Blank ist es nicht das erste Startup: Gemeinsam mit Michael Land hat er die Hyrise Academy, ein Ausbildungsprogramm für Vertriebler:innen, gegründet. Als Auszubildende wollen sie Personen gewinnen, die in ihrem Beruf unzufrieden sind. „Sie verfügen über wertvolle Qualifikationen, Berufserfahrungen, wollen sich neu orientieren, wissen aber nicht, wie“, so Land. Nach einer Onlinebewerbung bei Hyrise gibt es ein Auswahlverfahren per Videocall. Danach geht es mit einem Crashkurs weiter. Anschließend kommt eine Vorbereitung auf den Jobeinstieg und eine Vermittlung an ein „Digitalunternehmen“. Nach dem dortigen Einstieg werden die angehenden Vertriebler:innen bei 15 Wochenstunden in acht Wochen ausgebildet.
Diesen Deal wollen die Gründer:
• 500.000 Euro für zehn Prozent der Unternehmensanteile
Deal? Ja. Williams fragte nach: Worauf achten die Gründer genau? Die beiden antworteten, dass statt klassischer Abschlüsse die Persönlichkeit im Vordergrund stehe. Wöhrl stieg aus, sie hatte Sorge, dass Blank schnell aus dem Startup wieder aussteigen würde. Rosberg war von den Gründern nicht überzeugt, er ging ebenfalls raus. Dümmel stieg ebenfalls aus. Williams machte jedoch ein Angebot: 500.000 Euro für 15 Prozent. Maschmeyer forderte ein Angebot von mehr als 15 Prozent und bot fünf Millionen für die nächste Investmentrunde. Nach einem Hin und Her boten Williams und Maschmeyer in einem neuen Angebot 750.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile – das nahmen die Gründer schließlich an. Während der Sendung twitterte Maschmeyer, dass der Deal doch nicht zustande gekommen sei.
Easy Mirror: Spiegeltrick für den Garten
Das Vater-Sohn-Gründerduo Oliver und Simon Röder wurde von ihrem Garten inspiriert: Vater Oliver Röder störte der Blick auf das „Durcheinander“ aus Zäunen, Gartenhäuschen und Kompost. Die „Weitsicht“ würde fehlen. Die beiden wollten Gärten verschönern und vergrößern. „Der Gedanke war: Dafür müssten sich doch eigentlich Spiegel eignen“, so Oliver Röder. Er tüftelte an einem Kunststoffspiegel, da Glasspiegel weder bruch- noch wetterfest sind. Easy Mirror sind Spiegelplatten für den Innen- und Außenbereich. Im Garten können sie wie ein Sichtschutzzaun verwendet werden. Die Platten würden sich auch für die Anbringung an Fassaden eignen.
Diesen Deal wollen die Gründer:
• 180.000 Euro für 15 Prozent der Unternehmensanteile
Deal? Nein. Wöhrl fehlte die „Emotionalität“ für den Pitch, daher stieg sie aus. Glagau konnte sich selbst die Anwendung des Spiegel-Sichtschutzzauns nicht vorstellen, er wolle nicht im „Spiegelkabinett“ sitzen: Er stieg ebenfalls aus. Williams sah das Produkt eher im Innenbereich, allerdings fehlten ihr dazu „Zahlen“ beim Pitch und sie stieg daher aus. Maschmeyer stellte die Bewertung von 1,2 Millionen Euro infrage und lobte die darauffolgende Erklärung der Gründer. Er stieg dennoch aus. Kofler sah das Produkt eher im B2B-Bereich und stieg aus, da er mit seinem Unternehmen im B2C-Bereich unterwegs sei.