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Alles auf E-Mobilität: Daimler-Chef kündigt Unternehmensverkleinerung an

In fünf Jahren wird Daimler ein kleineres Unternehmen sein, dass sich darauf konzentrieren wird, wiederkehrende Umsätze aus Software-basierten Diensten zu erwirtschaften.

2 Min.
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Daimler-Chef Ola Källenius zeigt den EQS Concept. (Foto: Daimler)

Diese Aussage stammt von keinem geringeren als Daimler-Chef Ola Källenius. Er hat sie vergangene Woche während eines Reuters-Broadcasts getätigt und dabei verdeutlicht: „Unser industrieller Fußabdruck wird sich im Zuge des Umstiegs auf den elektrischen Antriebsstrang fundamental verändern.“ Damit hat er „verkleinern“ gemeint.

Daimler wird schrumpfen – deutlich und schnell

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Damit räumt Källenius direkt ein, was immer wieder als Argument gegen den Umstieg auf Elektromobilität ins Feld geführt wird. Er wird, jedenfalls bei Daimler und der Marke Mercedes-Benz zum Jobabbau führen.

Die Herstellung eines Elektromotors erfordert weniger industrielle Fertigung, weniger Manpower als die Herstellung eines konventionellen Verbrennermotors. Als Beleg dafür wird stets angeführt, dass ein Elektromotor nebst Batterien aus rund 200 Komponenten besteht, während ein Verbrennermotor nebst Getriebe aus mindestens 1.400 Teilen zusammengesetzt wird.

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Der Wandel weg von Verbrennern hin zu Stromern zwinge den Autobauer dazu, sich wesentlich effizienter zu organisieren, um so die Kapazitäten für elektrische, später sogar selbstfahrende Autos zu schaffen, so Källenius.

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Deshalb suche das Unternehmen nun vorrangig nach Software-Entwicklern, sowie Batterie-Experten und anderen Spezialisten in Fragen der Elektrifizierung von Antrieben. Das passe insgesamt gut zu Daimlers Anspruch, die Luxusklasse zu definieren, denn die bestimme sich künftig vor allem durch Nachhaltigkeit und Effizienz und nicht mehr durch opulente Gestaltung und Leistung im Übermaß.

So sei ein geringerer Umwelt-Fußabdruck Teil des modernen Luxus-Versprechens, sagte Källenius im Reuters-Broadcast.

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In einem Pilotprojekt hat Mercedes-Benz jetzt Expertenwissen aus dem Formel-Eins-Team abgezogen, um den EQXX zu entwickeln. Dabei soll es sich um ein Elektro-Auto handeln, dass dermaßen effizient arbeitet, dass es die rund 940 Kilometer Entfernung zwischen Stuttgart und dem französischen Marseille mit einer einzigen Akkuladung schaffen soll. Solche Projekte sind nach Källenius Überzeugung wichtig, um neue Technologien einzuführen.

Wie beim iPhone: Daimler will Umsätze per App-Store machen

Auf der Umsatzseite will Daimler sich vom Verkäufer zum Vermieter wandeln. Künftig sollen Kunden digitale Dienste buchen können, die dem Unternehmen wiederkehrende Umsätze bescheren werden. Das könnten etwa Fahrerassistenz- oder Infotainmentsysteme sein. Das für das Jahr 2024 angekündigte neuen Mercedes-Benz Betriebssystem soll die neuen Dienste einführen.

„Stellen Sie sich Ihr Auto wie ein iPhone vor“, so Källenius. „Sie installieren einfach etwas nach. Das ist die Attraktivität daran.“

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Das Geld, das für den Umbau benötigt wird, will Daimler über ein verstärktes Angebot für den chinesischen Markt erwirtschaften. Der Volksrepublik trauen die Experten bei Mercedes-Benz das weltweit größte Wachstumspotenzial in den nächsten zehn Jahren zu. Am Ende hänge alles davon ab, wie sich der Markt tatsächlich entwickelt, räumte Källenius auch die Möglichkeit eines weniger optimistischen Ausgangs der Planung ein.

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Kommentare (3)

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Stephan Zerth

Gute Nacht Daimler! Tschüß Arbeitsplätze! Alles wird gut!

Titus von Unhold

Ach Gottchen, das Gejammer wieder… Wir wissen als Volkswirtschaft seit zig Jahren dass sich die Wirtschaft im gesamten ändern muss und noch immer wird der Blödsinn von Arbeitsplätzen fabuliert. So langsam sollten sich alle im klaren darüber sein dass es in diesem Wirtschaftssystem nicht für jeden Arbeit gibt und dass es auch nicht notwendig ist dass jeder arbeitet.

Marc Mertens

Ich bin fasziniert, dass jetzt mein ex-Ausbildungsbetrieb ebenfalls in das gleiche Horn bläst wie Elon Musk mit TESLA. Der Unterschied ist allerdings, dass Tesla und andere reine E-Autohersteller längst die passenden SW-Entwickler, Bordnetz-Experten und App-Entwickler an Bord haben, während bei uns immer noch sehr viele klassische Ingenieure ausgebildetet werden. Da ich keine gesicherten Zahlen zur Hand habe, kann ich nur begrenzt faktisch belegen, dass dieser Wandel auch an den Unis und TUs nicht von heute auf morgen kommen dürfte. Und mit Volkswagen haben wir den gleichen Sprech gehabt, dass dort auch VW.OS entwickelt werden soll. Wenn ich Audi einzeln als Premium werte, fehlt dann nur noch BMW, die allesamt genau die gleichen Ziele in die Recruiting-Landschaft rufen. Ja, da dürfte es also tatsächlich einen Fachkräftemangel geben. Die Frage ist nur, ob sich auch unsere Gesellschaft und die Unternehmensstrukturen diesem agilen Wandel und der dafür dringend notwendigen, KAIZEN-basierten Fehlerkultur öffnen wollen. Veränderungen beginnen nämlich in den Köpfen der Führungskräfte und dann müssen auch konktrete Schritte unternommen werden. Das wird für alle Beteiligten eine spannende Zeit. Vielleicht lässt Daimler auch meine Wette auf Wasserstoff wieder aufleben und entwickelt den FCEV (MB GLE FuelCell) endlich stringent weiter bzw. modularisiert den Antriebsstrang vernünftig für die anderen Baureihen. Dann können wir uns auch einige Akkuzellen, Ladekabel und Stromstecker an Milchkannen ersparen. ;-))

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