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E-Scooter: Darum sind sie weniger umweltfreundlich als gedacht

E-Scooter. (Foto: Shutterstock)

E-Scooter sind nicht so umweltfreundlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Dafür sind aber nicht nur die in den Fahrzeugen verbauten Materialien verantwortlich.

Seit Juni fahren sie auch durch deutsche Großstädte, die E-Scooter oder E-Tretroller. Vor allem die Betreiber der Sharing-Flotten, aber auch einige Politiker preisen die kleinen Fahrzeuge als CO2-neutrale Alternative zum Auto. Aber so umweltfreundlich, wie man denken könnte, sind die E-Scooter gar nicht, wie eine Studie herausgefunden hat. Wer wirklich umweltfreundlich unterwegs sein will, sollte demnach das Fahrrad oder den Bus nehmen.

E-Scooter: Material drückt die CO2-Bilanz

Forscher an der North Carolina State University haben die E-Scooter, den Betrieb der Flotten und die Fahrzeuge, die durch das Fahren der E-Scooter ersetzt werden, unter die Lupe genommen. Wie bei Elektroautos auch ist der erste weniger umweltfreundliche Faktor, der ins Auge sticht, das Material zur Herstellung der E-Tretroller. Rahmen, Räder sowie vor allem die aufladbare Batterie haben einen gewissen negativen Einfluss auf das Klima.

Den größten CO2-Fußabdruck hinterlässt laut den Forschern aber der Betrieb der Sharing-Flotten. Insbesondere das Einsammeln und der Transport der E-Tretroller zum nächtlichen Laden hätten demnach einen großen Anteil daran, dass die E-Scooter insgesamt wenig umweltfreundlich sind. Ein weiteres Problem sei der Vandalismus, dem immer wieder E-Scooter zum Opfer fallen würden, wie der britische Guardian schreibt.

E-Scooter von Circ in Bildern
Circ E-Scooter. (Foto: t3n)

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Studienautor Joe Hollingsworth erklärte, er und andere Forscher wollten die E-Scooter-Betreiber dazu ermutigen, die Abhol- und Verteilungsbelastung zu verringern. Diese könnten etwa auf effizientere Autos setzen, nur laden, wenn es nötig ist, oder das Management der Fahrten verbessern. Außerdem soll die Studie dazu dienen, dass Verbraucher erkennen, welche Art der Mobilität wirklich umweltfreundlich sei.

Forscher empfehlen Fahrrad und Bus statt E-Scooter

Im innerstädtischen Verkehr etwa sei der Gang zu Fuß oder die Fahrt mit dem Fahrrad deutlich besser als das Fahren mit den E-Scootern. Auch eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln helfe eher, den CO2-Ausstoß gering zu halten. Diese umweltfreundlicheren Arten der Fortbewegung würden aber durch die Nutzung der E-Scooter-Flotten kannibalisiert.

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9 Kommentare
dan
dan

Wenn man so konsequent sein möchte, dann sollte man lieber laufen. Oh nein, die Sohle der Schuhe wird dadurch schneller abgenutzt,… das bedeutet ich muss mir häufiger Schuhe kaufen,… sind meine Schuhe CO2 Neutral?

Ich bin kein Fan von eTretrollern, aber es gibt durchaus Wege und Strecken, die die Menschen mit einem Fahrrad zu weit oder anstrengend empfinden. Dann bleibt die Wahl, nehme ich das Auto oder den eTretrollern? Welches der beiden Verursach weniger CO2?

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Jörn Brien

Hallo Dan, du könntest auch barfuß gehen :) Aber Spaß beiseite: Genau das haben sich die Studienautoren auch gefragt. Und zwei Drittel der E-Tretroller-Fahrer wären, wenn sie diese nicht benutzt hätten, eben nicht ins Auto gestiegen, sondern in den Bus oder wären die Strecke gelaufen.

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Sebastian
Sebastian

Hallo Dan,

ein Mensch hinterlässt immer einen Co2-Fußabdruck.
Aber es geht darum diesen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten.

Ganz ohne wird es nicht mehr gehen. Ausser wir ziehen uns wieder in die Höhlen zurück, sitzen am Feuer (ach misst auch Co2 :D ) und malen bunte Bilder an die Felswände ;-)

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Jens

Das ist mit den E-Scootern wie mit allen anderen elektrifizierten Fahrzeugen. Die meisten denken nur „Toll – 0 Emission“, ohne sich dabei über die ganzen damit zusammenhängenden Prozesse Gedanken zu machen. Elektro heißt eben leider nicht „keine Emission“. Teilweise haben Elektrofahrzeuge einfach aufgrund der energieaufwändigen und „schmutzigen“ Herstellung der Akkus schon ganz schlechte Karten, was die Ökobilanz angeht – von deren Entsorgung ganz zu schweigen. Und auch beim E-Scooter sieht man nur, dass da etwas fährt, was keine Abgase emittiert. Alles andere sieht man nicht (oder will man nicht sehen).

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Kai Hofmann
Kai Hofmann

Also ich bin ja der Meinung das völlig vergessen wird, das wer läuft oder Fahrrad fährt mehr Energie verbraucht und deshalb auch mehr Fleisch isst (da gabs mal ne Studie zu).
Btw. bei Bus&Bahn wird auch immer schön totgeschwiegen, wie es den mit den Streckenteilen/Zeiten aussieht, wo die eben leer oder nur mit 2-3 Menschen fahren ….

Eigentlich gibts nur eine sinnvolle Lösung – Homeoffice für alle – und dazu noch ein dreierpack Solarzellen (letzteres sollte auch jeder Hartz 4 Empfänger vom Staat geschenkt bekommen)!

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Sebastian
Sebastian

Wenn aber mehr mit denn Öffentlich fahren würden, gebe es auch weniger Leerfahrten.

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Kai Hofmann
Kai Hofmann

Das ist leider ein Fehlschluss, weil on einer Gleichverteilung ausgegangen wird – man kann ja jetzt schon schön sehen wie der ÖPNV zum Viehtransporter wird in Stosszeiten …

Helge MZ
Helge MZ

Der Vergleich im Artikel hinkt ein wenig. Mag ja schon sein, dass die Miet-Roller keine gute Energiebilanz erzielen. Diese betrachte ich aber eher als Fortbeweungsmittel für Touristen. Würde ich meinen Weg zur Arbeit mit den Leih-eScootern bestreiten, dann wären das 160 EUR im Monat. Die Monatskarte kostet hier in Mainz ungefähr die Hälfte (und dank Jobticket bekomme ich sie deutlich günstiger).
Wer also Gefallen daran findet und eine gute Strecke hätte, die mit so einem Roller leicht befahrbar wäre, wird sich über kurz oder lang selber einen kaufen. Dann würde man den Roller auch nur selber bewegen, bräuchte keine Juicer, die nachts das Teil irgendwo einsammeln und aufladen und zusätzliche Emissionen verursachen. Und dann sähe die CO2-Bilanz weitaus besser aus! Vermutlich sogar besser als beim ÖPNV und ganz sicher besser als beim 3-Tonnen-Großstadt-Panzer (SUV).

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kofinas
kofinas

Fleischessen ist kein „muss“! Das wissen auch die stärksten Bullen, sie leben bis zu ihrer Tötung rein vegetarisch!

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