Test

Mehr Display, mehr Spaß: Echo Show (2018) im Test

Amazon Echo Show (2018). (Foto: Amazon)
Lesezeit: 6 Min.
Artikel merken

Hinweis: Wir haben in diesem Artikel Provisions-Links verwendet und sie durch "*" gekennzeichnet. Erfolgt über diese Links eine Bestellung, erhält t3n.de eine Provision.

Amazons Echo Show der zweiten Generation ist seit einer Weile auf dem Markt. Wir haben ihn ausprobiert und halten ihn mit seinem größeren Display für einen überwiegend gelungenen Smartspeaker.

Amazons erster Echo Show (Test) mutete mit seinem glänzenden und eckigen Gehäuse aus der Zeit gefallen wie ein Röhrenfernseher an. Mit dem 2018er Modell ändert das Unternehmen das – der neue Show macht optisch weit mehr her und überzeugt auch in anderen Belangen.

Echo Show (2018): Größeres Display, basslastigerer Sound

Amazons neuer Echo Show ist aufgrund seiner 10-Zoll-Bildschirmdiagonale nicht nur größer als der Vorgänger, sondern das Display bedeckt den Großteil der Front. Der beim ersten Modell auf der Vorderseite angebrachte Lautsprecher ist seitlich und an die stoffummantelte Rückseite gewandert, sodass ein Stereoeffekt besser zur Geltung kommt.

Die Front des neuen Echo Show (2018) besteht fast nur aus Display. (Bild: Amazon)

Die Front des neuen Echo Show (2018) besteht fast nur aus Display. (Bild: Amazon)

Der neue Show verfügt über ein Zehn-Zoll- anstelle eines Sieben-Zoll-Displays des Vorgängers. Es löst mit 1.280 x 900 Pixeln etwas höher auf als der erste Show, der nur 1.024 x 600 Pixel lieferte. Der Bildschirm produziert knackige Farben, ist recht kontraststark, ausreichend hell und blickwinkelstabil, sodass ihr Inhalte auch von der Seite einsehen könnt. Wie der Vorgänger neigt der Bildschirm je nach Lichteinfall immer noch stark zum Spiegeln. Für den Konsum von Filmen über Prime Video hätten wir uns wenigstens über eine Full-HD-Auflösung gefreut. Über den Sprachbfehl „Alexa, Display aus!“ könnt ihr den Bildschirm deaktivieren, die Helligkeit lässt sich lediglich über die Einstellungen regeln, wobei wie bei der Lautstärke sicherlich auch ein „Alexa, Display auf 80 Prozent“ möglich wäre.

Oberhalb des Displays befindet sich eine Frontkamera mit fünf Megapixeln, die ihr für Videotelefonie mit anderen Echo-Geräten nutzen könnt. Die Bildqualität der Kamera genügt für Videotelefonate, sofern ausreichend Licht vorhanden ist, bei wenig Licht ist ein gewisses Rauschen sichtbar. Einfache Sprachanrufe zwischen Echo-Geräten und der Alexa-App sind ebenso durchführbar.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Das Gehäuse des neuen Echo Show ist mit einem Textilüberzug versehen. (Foto: t3n)

1 von 12

Künftig besteht außerdem die Möglichkeit, eure Familie per Skype anzurufen, wodurch sich der Einsatzzweck der Frontkamera deutlich erweitern dürfte. Wann die Funktion freigeschaltet wird, haben weder Amazon noch Microsoft kommuniziert.

Auf der Oberseite des Show befinden sich drei Knöpfe, von denen einer die Mikrofone mitsamt der Kamera deaktiviert, die anderen beiden dienen zur Lautstärkeregelung, die sich aber auch per Sprache einstellen lässt. Was uns im Grunde fehlt, ist die Möglichkeit, die Kamera per mechanischem Scharnier zu verdecken, ähnlich wie etwa Lenovo es bei seinem Thinkpad X1 Carbon umgesetzt hat. Googles Antwort auf den Echo Show, der Google Home Hub, kommt komplett ohne Kamera. Laut Google sollen sich Nutzer, die um ihre Privatsphäre besorgt sind, sicherer fühlen und es etwa auch ruhigen Gewissens im Schlafzimmer aufstellen können. Ein Schieberegler wäre ein guter Kompromiss gewesen.

Die drei Knöpfe befinden sich auf der Oberseite res Echo Show. (Foto: t3n.de)

Die drei Knöpfe befinden sich auf der Oberseite des Echo Show. (Foto: t3n)

Der verbaute Lautsprecher besteht aus 50-Millimeter-Neodymium-Stereo-Treibern und einem passiven Bassradiator, der für einen raumfüllenden Klang sorgen soll. Der Plan geht auch auf: Der Sound ist raumfüllender als beim Echo Show der ersten Generation, standardmäßig schiebt der Radiator jedoch eine Nuance zu viel Bass heraus. Wem das missfällt, kann über einen Equalizer, der in den Ton-Einstellungen zu finden ist, nachbessern. Auch mit dem Sprachbefehl „Alexa, regle den Bass runter“ könnt ihr nachjustieren. Es sollte erwähnt werden, dass der Sound besser als beim Vorgänger ist, an die Qualität eines Sonos One (Test) oder den neuen Echo Plus kommt der Show nicht heran. Dennoch liefert er einen guten Klang, wobei der des ersten Modells etwas klarer, aber schwächer war.

Angelehnt an den Echo Plus kann der neue Show mittels integrierter Zigbee-Bridge auch als Smarthome-Hub genutzt werden. Über die Bridge lassen sich einige Smarthome-Produkte wie Philips-Hue-Lampen ohne eine zusätzliche Bridge einbinden. Jedoch sind nicht alle Zigbee-kompatiblen Produkte kompatibel. Unter anderem ist eine Einbindung der smarten Heizkörperthermostate von Tado auf diesem Wege nicht möglich, sodass ihr eine zusätzliche Bridge, die im Tado-Lieferumfang enthalten ist, verwenden müsst. Kompatible Produkte listet Amazon auf einer entsprechenden Seite auf.

Was kann Alexa auf dem Echo Show (2018)?

Amazon Echo Show (2018). (Bild: Amazon)

Amazon Echo Show (2018). (Bild: Amazon)

Da der Echo Show letztlich ein Alexa-Lautsprecher mit Display ist, könnt ihr mit dem Gerät alles anstellen, was ihr auch mit jedem anderen Echo-Gerät ausführen könnt. Der Bildschirm bietet allerdings noch weitere Vorteile: Ihr könnt euch beispielsweise Alben oder Songs in einer Übersicht anzeigen lassen und wenn ihr Amazon Prime Music nutzt, werden zum Musikstück die Songtexte zum Mitsingen angezeigt. Filme und Videos könnt ihr ebenso abspielen und den Feed eurer Überwachungskameras einsehen. Praktisch ist zudem die Möglichkeit, Smarthome-Geräte wie die Beleuchtung über das Display zu steuern – neben dem Ein- und Ausschalten könnt ihr auch die Helligkeit regulieren.

Mit „Alexa, starte Silk/Firefox.“ Könnt ihr auch eure Lieblings-Webseiten über den Echo Show ansurfen ;-). (Foto: t3n.de)

Mit „Alexa, starte Silk/Firefox“ könnt ihr auch eure Lieblings-Websites über den Echo Show ansurfen ;-). (Foto: t3n)

Ein weiterer Vorteil ist die Integration eines Browsers, mit dem ihr Inhalte recherchieren könnt. Die Browser lassen sich jedoch nur mit einem Sprachbefehl öffnen, was schade ist. Hier sollte Amazon sich noch einmal überlegen, die Nutzeroberfläche zu erweitern, App-Icons für solche Anwendungen einzuführen und gegebenenfalls sogar eine Art Multitasking-Übersicht zu integrieren, mit der sich zuletzt genutzte Anwendungen schneller wiederfinden lassen. Sicherlich widerspricht dies dem eigentlichen Gedanken eines Sprachassistenten, doch beim Show erachten wir eine solche Funktion für hilfreich.

https://t3n.de/news/amazon-echo-show-test-886929/

Im Silk- oder Firefox-Browser des Echo Show könnt ihr auch Youtube-Clips anschauen. (Foto: t3n)

Ein weiterer Vorteil und vermutlich einer der Gründe für den Browser ist Youtube. Google hat die Youtube-App für Amazons Echo Show und Fire TV blockiert, über den Umweg des Browsers habt ihr weiterhin Zugang zur größten Videoplattform der Welt. Falls sich jemand fragt, ob sich über den Browser nicht auch Netflix abspielen lassen könnte: Das ist nicht machbar. Die Website lässt sich zwar aufrufen, auch das Einloggen ist möglich, danach wird man aber aufgefordert, eine Android-App über den Google-Play-Store zu installieren, was nicht möglich ist. Da Amazon aber auf dem Fire TV Netflix anbietet, könnte es beizeiten auch eine entsprechende App für den Show geben.

Echo Show 2018. (Bild: Amazon)

Der Echo Show hilft euch dabei, leckere Gerichte zu kochen. (Bild: Amazon)

Für Kochfans hat Amazon auch ein Schmankerl integriert: Mithilfe von Schritt-für-Schritt-Kochanleitungen kann der Assistent euch dabei helfen, neue Gerichte zuzubereiten. Während des Kochens könnt ihr mit den Befehlen „Alexa, gehe einen Schritt zurück“ oder „Alexa, nächster Schritt durch ein Rezept navigieren. Nebenbei könnt ihr Alexa auch weiterhin als Timer fürs Nudelnkochen und andere Dinge einsetzen.

Dass ihr über den Echo Show einkaufen könnt, dürfte wenig überraschen, das ist auch mit den Echo-Geräten ohne Display auch möglich. Der Vorteil des Show ist verständlicherweise das Display: Damit besteht die Möglichkeit, sich die Produkte vor dem Kauf näher anzusehen und länger zu stöbern.

Fazit: Der bessere Echo Show

Amazon Echo Show (2018). (Foto: Amazon)

Amazon Echo Show (2018). (Foto: Amazon)

Mit dem neuen Echo Show hat Amazon ein optisch ansprechenderes Produkt auf die Beine gestellt, das den ersten Show wie ein Relikt vergangener Tage anmuten lässt. Der neue Show wirkt moderner, erwachsener und hochwertiger. Das größere, leider immer noch spiegelnde Display ist eine Bereicherung für Inhalte wie Wetter, Nachrichten, Filme und andere Informationen. Der Klang ist vielleicht nicht auf Niveau der neuen Echo-Lautsprecher, geschweige denn des Sonos One, dennoch kann der Show die Küche angemessen beschallen. Die neuen integrierten Browser stellen eine weitere Aufwertung des Show dar.

Löblich ist übrigens, dass auch der erste Echo Show alle neuen Software-Funktionen inklusive der Browser erhalten hat. Wer also einen Show der ersten Generation sein Eigen nennt, muss nicht zwingend umsteigen. Wer mit einem Show liebäugelt, den Anschaffungspreis von regulären 229 Euro (zweitweise 179 Euro) * aber zu teuer findet, kann weiterhin den alten Show zu einem günstigeren Preis von 119 Euro* erstehen. Wenn euch der Sound wichtiger als das Display ist, greift besser zum Sonos One oder zum Echo Plus – beide Speaker liefern einen besseren Klang und lassen sich mit einem zusätzlichen Speaker des gleichen Modells sogar in Stereo-Lautsprecher erweitern. Das Display des Show bietet allerdings einen echten Mehrwert bei der Interaktion mit Alexa, den man nach einer Weile nicht mehr missen will.

Mehr zum Thema: 

Das könnte dich auch interessieren

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Digitales High Five
Holger Schellkopf (Chefredakteur t3n)

Anleitung zur Deaktivierung

Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder