Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

„Doomsday-Gletscher“: Unterwasserdrohne macht Risse in Eismasse ausfindig

Ein Unterwasserroboter hat im „Weltuntergangsgletscher“ in der Antarktis Spalten und Risse entdeckt. Dort schmilzt der Koloss schneller. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige

Die Torpedodrohne Icefin erkundete den Thwaites-Gletscher Hunderte Meter unter der Oberfläche. (Foto: Cornell Universität)

Der Thwaites-Gletscher in der westlichen Antarktis schmilzt an verschiedenen Stellen unterschiedlich schnell. Mithilfe einer Torpedo-Drohne konnten Wissenschaftler:innen der Cornell Universität unter der Leitung von Britney Elyce Schmidt diese Prozesse genauer studieren. Dabei kam heraus, dass Spalten und Risse den Gletscher durchziehen. An diesen Stellen schmilzt der Koloss schneller.

Anzeige
Anzeige

Insgesamt gehe die Eisschmelze jedoch langsamer vonstatten als berechnet, heißt es in der Studie bei Nature. Der Thwaites besitzt den Beinamen „Doomsday Gletscher“ (Deutsch: Weltuntergangsgletscher) wegen seiner Bedeutung für einen entscheidenden Kipppunkt des Klimawandels.

192.000-Quadratkilometer-Bremsklotz für Klima-Kipppunkt

Der Thwaites besaß 2010 die Größe von 192.000 Quadratkilometern. Das entspricht etwa der doppelten Fläche von Österreich. Die Wissenschaft geht davon aus, dass ein komplettes Abschmelzen den Meeresspiegel um 90 Zentimeter erhöhen könnte. Doch das ist nicht der Grund für seinen apokalyptischen Spitznamen.

Anzeige
Anzeige

Er dient als eine Art Bremsklotz für das Abschmelzen des westantarktischen Eisschilds. Sollte der Thwaites wegfallen, könnten dessen Eismassen auf breiter Fläche ins Meer fließen. Das würde zwar mehrere Jahrzehnte dauern, aber den Meeresspiegel insgesamt um drei Meter ansteigen lassen – und das Ende der meisten Küstenstädte bedeuten, die wir kennen.

Rund 680 Millionen Menschen leben weltweit an Küsten oder auf kleinen Inseln.

Anzeige
Anzeige

Torpedo-Drohne findet Risse im Gletscher

Zunächst fanden die Wissenschaftler:innen heraus, dass die Schmelzrate von 2 bis 5,4 Meter pro Jahr niedriger ausfällt als zuvor prognostiziert. Ein anderes Problem macht ihnen jedoch Sorgen: Sie ließen den Tauchroboter Icefin 600 Meter durch das Eis des Gletschers ab. Anschließend absolvierte er eine weitere Reise zwei Kilometer unter der Eiszunge. Dabei fand er Landschaften voller Spalten und Risse.

Dort schmilzt das Eis schneller, weil wärmeres und salzhaltiges Wasser eindringen kann. Schmidt sagt: „Diese neuen Möglichkeiten der Gletscherbeobachtung erlauben uns zu verstehen, dass es in diesen sehr warmen Teilen der Antarktis nicht nur darauf ankommt, wie viel Schmelze stattfindet, sondern auch wie und wo sie stattfindet.“

Anzeige
Anzeige

Schwachstellen könnten schneller abschmelzen

Durch den Einsatz des Roboters haben sie und ihr Team genaue Daten über das Zusammenspiel von Eis und Meer in der Antarktis. Es geht um Wassertemperatur und -bewegung, um die Form des Eises und andere Faktoren, die darüber Auskunft geben, wie das warme Wasser das Eis beeinflusst.

Bereits im Herbst hatten britische Wissenschaftler:innen diagnostiziert: „Der Thwaites hält sich an seinen Fingernägeln fest.“ Sie erwarten in Zukunft große Veränderungen über kleine Zeiträume. Der Gletscher verliert jedes Jahr rund 50 Milliarden Tonnen Eis mehr, als er durch Schneefall zurückgewinnt.

So sieht der Klimawandel aus Sicht der Nasa aus Quelle: Nasa
Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige