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„Doomsday-Gletscher“: Unterwasserdrohne macht Risse in Eismasse ausfindig

Ein Unterwasserroboter hat im „Weltuntergangsgletscher“ in der Antarktis Spalten und Risse entdeckt. Dort schmilzt der Koloss schneller. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

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Die Torpedodrohne Icefin erkundete den Thwaites-Gletscher Hunderte Meter unter der Oberfläche. (Foto: Cornell Universität)

Der Thwaites-Gletscher in der westlichen Antarktis schmilzt an verschiedenen Stellen unterschiedlich schnell. Mithilfe einer Torpedo-Drohne konnten Wissenschaftler:innen der Cornell Universität unter der Leitung von Britney Elyce Schmidt diese Prozesse genauer studieren. Dabei kam heraus, dass Spalten und Risse den Gletscher durchziehen. An diesen Stellen schmilzt der Koloss schneller.

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Insgesamt gehe die Eisschmelze jedoch langsamer vonstatten als berechnet, heißt es in der Studie bei Nature. Der Thwaites besitzt den Beinamen „Doomsday Gletscher“ (Deutsch: Weltuntergangsgletscher) wegen seiner Bedeutung für einen entscheidenden Kipppunkt des Klimawandels.

192.000-Quadratkilometer-Bremsklotz für Klima-Kipppunkt

Der Thwaites besaß 2010 die Größe von 192.000 Quadratkilometern. Das entspricht etwa der doppelten Fläche von Österreich. Die Wissenschaft geht davon aus, dass ein komplettes Abschmelzen den Meeresspiegel um 90 Zentimeter erhöhen könnte. Doch das ist nicht der Grund für seinen apokalyptischen Spitznamen.

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Er dient als eine Art Bremsklotz für das Abschmelzen des westantarktischen Eisschilds. Sollte der Thwaites wegfallen, könnten dessen Eismassen auf breiter Fläche ins Meer fließen. Das würde zwar mehrere Jahrzehnte dauern, aber den Meeresspiegel insgesamt um drei Meter ansteigen lassen – und das Ende der meisten Küstenstädte bedeuten, die wir kennen.

Rund 680 Millionen Menschen leben weltweit an Küsten oder auf kleinen Inseln.

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Torpedo-Drohne findet Risse im Gletscher

Zunächst fanden die Wissenschaftler:innen heraus, dass die Schmelzrate von 2 bis 5,4 Meter pro Jahr niedriger ausfällt als zuvor prognostiziert. Ein anderes Problem macht ihnen jedoch Sorgen: Sie ließen den Tauchroboter Icefin 600 Meter durch das Eis des Gletschers ab. Anschließend absolvierte er eine weitere Reise zwei Kilometer unter der Eiszunge. Dabei fand er Landschaften voller Spalten und Risse.

Dort schmilzt das Eis schneller, weil wärmeres und salzhaltiges Wasser eindringen kann. Schmidt sagt: „Diese neuen Möglichkeiten der Gletscherbeobachtung erlauben uns zu verstehen, dass es in diesen sehr warmen Teilen der Antarktis nicht nur darauf ankommt, wie viel Schmelze stattfindet, sondern auch wie und wo sie stattfindet.“

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Schwachstellen könnten schneller abschmelzen

Durch den Einsatz des Roboters haben sie und ihr Team genaue Daten über das Zusammenspiel von Eis und Meer in der Antarktis. Es geht um Wassertemperatur und -bewegung, um die Form des Eises und andere Faktoren, die darüber Auskunft geben, wie das warme Wasser das Eis beeinflusst.

Bereits im Herbst hatten britische Wissenschaftler:innen diagnostiziert: „Der Thwaites hält sich an seinen Fingernägeln fest.“ Sie erwarten in Zukunft große Veränderungen über kleine Zeiträume. Der Gletscher verliert jedes Jahr rund 50 Milliarden Tonnen Eis mehr, als er durch Schneefall zurückgewinnt.

So sieht der Klimawandel aus Sicht der Nasa aus Quelle: Nasa
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