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Elektromobilität kein Jobkiller: Dudenhöffer-Studie sieht positive Effekte durch Euro-Norm 7

Nach Erkenntnissen des von „Autopapst“ Dudenhöffer geführten Center Automotive Research (CAR) führt der Wechsel zum E-Auto nicht zu einem Jobverlust in Deutschland – jedenfalls nicht vor 2030.

3 Min. Lesezeit
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CAR-Institut sieht neue Abgasnorm Euro 7 als eher förderlich für die Arbeitsplätze in der Autoindustrie. (Bild: Patrick Daxenbichler / Shutterstock)

Eine neue CAR-Studie kommt zu einem Ergebnis, das den Befürchtungen der Automobilindustrie den Boden entzieht. Die hatte nämlich immer wieder behauptet, der schnelle Wechsel weg vom Verbrenner hin zum Elektro-Auto bringe Arbeitsplätze in hoher Zahl in Gefahr. Das berichtet das Handelsblatt.

Angst vor Verlust von 410.000 Arbeitsplätzen geht um

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Danach könne der Umstieg auf Elektromobilität bis 2030 in Deutschland bereits bis zu 410.000 Arbeitsplätze kosten. Zu dieser Prognose war ein Bericht der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) im Januar 2020 gekommen.

Die Prognose galt schon damals vielen als zu pessimistisch. Der damalige Chef des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hatte von einem „unrealistischen Extremszenario“ gesprochen. Unberücksichtigt bliebe bei dieser Betrachtung, dass bis dahin wesentliche Teile der Wertschöpfungskette ebenfalls in Deutschland angesiedelt sein würden – darunter vor allem der Bau der Antriebsstränge und die Zellfertigung.

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Studien sehen weniger dramatische Verläufe voraus

Im September 2020 hatte dann eine Studie der Boston Consulting Group ebenfalls davon gesprochen, dass zwar viele Arbeiten, die für Verbrenner noch erforderlich gewesen sind, wegfallen, dafür aber auch ganz neue Arbeitsfelder entstehen würden. Insgesamt prognostizierten die Experten „keinen großen Unterschied“ beim Personalbedarf.

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Im Dezember 2020 zeichnete eine im Auftrag und in Kooperation mit VW erstellte Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) ein ähnlich verhalten optimistisches Bild. Im Vergleich der Fertigung eines Verbrenner-Golfs und eines ID 3 konnten die Forscher keine bedeutenden Personaleinsparungen verorten.

Anders sah es indes im Bereich der Komponentenfertigung aus. Da Personalbedarf für die Fertigung eines Verbrenner-Antriebsstrangs um etwa 70 Prozent höher ausfällt und beim E-Motor in aller Regel kein Getriebe mehr gebraucht wird, wird hier am meisten Personal frei. Hier musste das Fraunhofer-Institut letztlich den Wert von bis zu 88.000 wegfallenden Jobs, den schon der NPM-Bericht genannt hatte, bestätigen.

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Dudenhöffer-Studie sieht E-Autos nicht als Jobkiller

Nun kommt Dudenhöffers CAR-Institut zu einem noch optimistischeren Ergebnis. Dem „Autopapst“ zufolge werden – zumindest bis 2030 – „kaum Arbeitsplätze“ verloren gehen. Die Umstellung auf Elektromobilität werde kein Jobkiller sein, verspricht er.

Im Gegenteil sei die schnelle Verschärfung der CO2-Regeln im Zusammenhang mit der kommenden Euro-7-Norm mit Blick auf deutsche Arbeitsplätze sogar positiv zu sehen. Maximal 15.000 Jobs sieht CAR in Gefahr – und dass vor allem wegen der üblichen Produktivitätszuwächse in der industriellen Fertigung, nicht dediziert wegen der E-Umstellung.

Ein früherer Umstieg auf Elektroautos fördere laut Studie den Aufbau von Skaleneffekten und von zukünftigen Wettbewerbsvorteilen in der Automobilindustrie. Entsprechend werde es zu einer Kompensation nicht mehr benötigter Arbeitsplätze kommen. Die sieht Dudenhöffers Institut vor allem in der Zellfertigung und den Technologien im Zusammenhang mit der Ladeinfrastruktur.

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Dudenhöffer empfiehlt dabei klar, den so entstehenden Schwung nicht durch eine zu „lasche“ Euro-Norm 7 wieder zu bremsen. Das nämlich hätte zur Folge, dass die Industrie noch eine ganze Weile auf Verbrenner setzen würde, anstatt den Umstieg voranzutreiben.

Die aus Mitteln des European Climate Foundation kofinanzierte Studie berücksichtigt auch die Themen Klima- und Umweltschutz und gibt zu bedenken, dass strengere Kohlendioxid-Vorgaben bislang stets zu mehr denn zu weniger Personal geführt hätten. Wie sich der Arbeitsmarkt in der Automobilindustrie nach 2030 entwickeln könnte, kann indes nicht seriös prognostiziert werden.

Das ist Professor Dr. Dudenhöffer

Ferdinand Dudenhöffer gilt den Medien in Deutschland als ausgewiesener Fachmann für die Automobilwirtschaft. Sie gaben ihm den Spitznamen Autopapst. Tatsächlich war Dudenhöffer in den Achtzigern und Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts in Führungspositionen bei Opel, Peugeot und Citroen tätig, bevor er sich auf Forschung und Lehre konzentrierte.

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Zuletzt hatte er zwölf Jahre lang einen Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen inne. Seit Mai 2020 betreibt er das private Forschungszentrum CAR.

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Peter Preus

Also Aussage gegen Aussage? Aber da der eine ja für was „gutes“ steht ist der andere wohl einfach rechts und hat unrecht.

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