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Elon Musk lässt Deal offiziell platzen: Twitter kündigt Klage an

Die turbulente Twitter-Übernahme durch Elon Musk erreicht die Chaos-Stufe: Musks Anwälte haben dem Unternehmen die 44 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme offiziell aufgekündigt.

Von Hannah Klaiber
3 Min. Lesezeit
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Elon Musk lässt den 44 Milliarden US-Dollar-Deal mit Twitter platzen. (Bild: Sergei Elagin / Shutterstock)

Was schon seit einiger Zeit abzulesen war, liegt der Rechtsabteilung von Twitter nun schwarz auf weiß vor: Elon Musk will raus aus dem Deal, dem er im April 2022 noch verbindlich zugestimmt hat. Als Grund dafür nennt sein New Yorker Anwaltsbüro „falsche und irreführende Angaben“ des Mikrobloggingdienstes in Bezug auf die Häufigkeit von Spam und Bots.

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Twitter habe Anfragen dazu immer wieder ignoriert oder sich geweigert, die angeforderten Daten vorzulegen. Als weiteren Grund führen die Anwälte an, dass Twitter ohne Rücksprache zwei hohe Führungskräfte entlassen und einen Einstellungsstopp verfügt habe. Das stelle laut Musks Kanzlei eine „Abweichung vom üblichen Kurs“ dar, was in der Gesamtheit die ursprüngliche Vereinbarung hinfällig mache.

Elon Musk: Milliardenstrafe droht

Twitter hat unterdessen angekündigt, Musk vor Gericht zur Übernahme des Kurznachrichtendienstes zwingen zu wollen. Verwaltungsratschef Bret Taylor teilte mit, das Unternehmen wolle „die Transaktion zu dem Preis und zu den Bedingungen, die mit Herrn Musk vereinbart wurden, abschließen“.

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Der Twitter-Verwaltungsrat werde deswegen rechtliche Schritte einleiten, um den Kauf durchzusetzen. Taylor zeigte sich „zuversichtlich“, vor Gericht zu gewinnen.

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Musk müsste für einen Erfolg nachweisen, dass Twitter so gravierende Informationen unterschlagen habe oder sich so erhebliche Änderungen am Geschäft ergeben hätten, dass der Deal zu den vereinbarten Konditionen nicht mehr tragbar ist. Der Streit käme vor den Delaware Chancery Court, der unter anderem den Vollzug einer Übernahme anordnen kann.

Musk und Twitter haben eine Strafe von einer Milliarde Dollar vereinbart, falls eine Partei den Deal nicht umsetzen kann. Dabei geht es aber eher um Probleme wie eine gescheiterte Finanzierung als eine Kehrtwende.

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Zurückrudern hat vielleicht andere Gründe

Bereits wenige Wochen nach Vertragsabschluss im April begann im Hause Musk das Zögern. Im Juni drohte der Tesla-Chef dann erstmals mit seinem Rücktritt von der Übereinkunft. Dass die Twitter-Aktie seitdem im Vergleich zu ihrem vereinbarten Kaufpreis von 54 auf circa 37 US-Dollar pro Anteil gefallen ist, könnte dabei nicht der einzige Grund sein, warum Musk keine Lust mehr auf den Deal hat. Zu seinem Gebot wäre der Deal mehr als 44 Milliarden Dollar (rund 43 Mrd. Euro) schwer, während Twitter an der Börse zuletzt rund 28 Milliarden Dollar wert war.

Wie die New York Times berichtete, waren Musks Vorhaben für die Umgestaltung des Sozialen Netzwerks in Bezug auf mehr Meinungsfreiheit äußerst ehrgeizig. Die Rehabilitation des bisher vom Blogging-Dienst gesperrten Ex-US-Präsidenten Donald Trump wäre wohl nur die kleinste Maßnahme geblieben.

Eventuell hat Musk jetzt erkannt, dass seine vorschnellen Pläne mit den Möglichkeiten der Plattform nicht vereinbar sind. Ob es sich bei all dem um eine Strategie handelt, den Preis weiter nach unten zu verhandeln, darüber spekulieren Experten seit Monaten.

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Es geht Musk nicht um Geld – oder etwa doch?

Auch wenn Musk betonte, es gehe bei dem Twitter-Deal nicht um Geld, so hätte er dafür jedoch einen Teil seines Vermögens einsetzen müssen. So ist er zwar der mit Abstand reichste Mann der Welt – sein auf über 220 Milliarden Dollar geschätzter Besitz besteht jedoch hauptsächlich aus Aktien. Um Geld flüssig zu machen, trennte er sich zum Teil von Anteilsscheinen. Auch wollte er Kredite aufnehmen und andere Geldgebern ins Boot holen.

Nach Musks Rückzug: Tesla-Aktien steigen

Die Twitter-Aktie sackte im nachbörslichen Handel am Freitag um rund fünf Prozent ab. Die Tesla-Aktie legte im nachbörslichen Handel hingegen um 2 Prozent zu – seit Ankündigung der Twitter-Übernahmepläne war der Kurs um rund 30 Prozent abgesackt.

(mit Material von dpa)

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