Ratgeber

So erreichst du Millennials mit Messenger-Marketing

(Foto: Shutterstock)

Noch immer zerbrechen sich Kommunikations-Profis den Kopf, wie sie die scheinbar flatterhaften Millennials an sich binden können. Ein möglicher Lösungsansatz: Chatbots, Messenger und Service-Angebote. Ein Beitrag für unseren Schwerpunkt Online-Marketing.

Millennials sind zugänglich für neue Technologien und Kommunikationskanäle. Immer öfter nutzen sie etwa Chatbots, um mit Unternehmen zu kommunizieren und deren Services in Anspruch zu nehmen. Zwei von fünf Personen aus der Generation Y sind sogar der Meinung, dass Bots besseren Service leisten als Menschen. Der Grund: Chatbots sind 24/7 im Einsatz und bieten daher immer genau dann die passende Antwort, wenn sie erfragt wird.

Die junge Generation über Kanäle wie Whatsapp, Facebook Messenger und Co. via Chatbots zu erreichen, scheint für Unternehmen zunehmend eine lukrative Option zu sein. Daran ändert auch nichts, dass der am stärksten verbreitete Dienst Whatsapp kürzlich ankündigte, ab Dezember 2019 Newsletter und Massennachrichten von Unternehmen abzuschaffen: Über die Whatsapp-Business-App oder Whatsapp-Business-API haben Kommunikatoren weiterhin die Möglichkeit, mit Kunden zu kommunizieren. Dienste wie Facebook Messenger oder Threema hingegen erlauben es auch künftig, dass Unternehmen Newsletter und Massennachrichten an die Abonnenten ihrer Kanäle verschicken.

Mit Chatbots sprechen Unternehmen User ganz individuell an und informieren zum Beispiel zu Produkten, Sonderangeboten, Anleitungen und Services. Die genaue Ausgestaltung hängt dabei stark von den Zielen des jeweiligen Unternehmens ab. Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Schließlich lassen sich in allen Messenger-Kanälen Texte, Bilder und Links, aber auch Audio- und Video-Dateien nutzen.

Individualisiertes digitales Storytelling

Richtig im jeweiligen Kanal integriert, ist der Chatbot als Tool unschlagbar: Er reagiert ohne Wartezeiten und bietet die Chance auf eine einzigartige Customer-Journey oder interaktives Entertainment. Denn – und das ist das Besondere – User erleben in einem bestimmten Maß eine auf ihre Wünsche zugeschnittene Kommunikation. Sie bestimmen selbst, zu welchem Zeitpunkt sie welchen Input erhalten möchten. Die Chancen, die sich für kreatives Storytelling und clevere Content-Logistik ergeben, sind besonders spannend – wenn auch bisher unterrepräsentiert.

Der direkte und ungefilterte Zugang der Kanäle zu potenziellen Kunden ist einzigartig und bietet gepaart mit einer gut durchdachten Geschichte enorme Chancen für die Ausspielung von Kampagnenelementen – die Kombination aus Messenger und Chatbots ist prädestiniert dafür. Der Grund: Die User setzen die entsprechenden Dienste bewusst ein, weil sie den Chatbot abonnieren müssen. Hinzu kommt, dass die Öffnungs- und Klickraten im Vergleich etwa zur E-Mail deutlich höher sind, was Streuverluste verringert.

Entscheidend bei dieser Form der Content-Logistik ist, den Kunden nicht mit werblichen Informationen zu ermüden oder mit langweiligen Nachrichten zu bombardieren. Vielmehr gilt es, Geschichten zu erzählen, die entsprechende Produkte und Marken nicht zu stark ins Zentrum des Geschehens rücken. Diese sind gekonnt als authentischer Teil zu integrieren. Dabei stehen Relevanz und Qualität an oberster Stelle. Ein Beispiel: Überaus gelungen ist die Vorstellung des Krimis „The Chef“ von Bestseller-Autor James Patterson im Facebook Messenger. Über eine innovativ geführte Chatbot-Story sowie individualisiertes digitales Storytelling ging das Werk so online, bevor es dann Anfang 2019 veröffentlicht wurde. Pattersons Ziel war es, Menschen anzusprechen, die keine Lust mehr haben, ein 400 Seiten langes Buch zu lesen. Im Messenger nutzt der Autor kurze, knackige Texte sowie Audios, Videos und Fotos. Durch die interaktiv angelegte Story fühlen sich die Nutzer, als ob sie selbst ermitteln, da sie entscheiden können, was sie im nächsten Schritt lesen oder sehen wollen. Der Chatbot liefert dann die individuellen Inhalte. Ein weiterer, besonderer Kniff ist, dass die Hauptfiguren zudem über eigene Instagram-Profile verfügen.

Einen weiteres Beispiel für ein tolles digitales Storytelling liefert der Bayerische Rundfunk: Über Kurznachrichten-Dienste erzählte die Medienanstalt via Chatbot die Geschichte der Revolution in Bayern von 1918. Als Hauptfigur und Erzähler fungierte Kurt Eisner, der Anführer der Revolution und erster Bayerischer Ministerpräsident. Das Projekt „Ich, Eisner!“ zeigt aus seiner Perspektive die Geschehnisse in München vor rund 100 Jahren – chronologisch so aufbereitet, dass die Inhalte wie Live-Meldungen wirken.

Wichtig bei allen Überlegungen bleibt darüber hinaus, dass der Nutzer selbst bestimmt, wann er den Chatbot verlässt oder sich abmeldet: Der User muss jederzeit die Zusendung von Nachrichten beenden können und der Bot diese Exit-Möglichkeit regelmäßig kommunizieren. Zudem gilt es, einige datenschutzrechtliche Bestimmungen einzuhalten, dazu zählt zum Beispiel die Double-Opt-In-Anmeldung durch den User.

Auf Millennials zugeschnitten

Die Individualisierungsmöglichkeiten im Storytelling via Chatbot sind ungemein groß. Clever aufgesetzt, greift der Bot auf einen ausgewogenen Mix aus Texten, Bildern und audiovisuellen Elementen zurück. Brand- oder Produkt-Stories, die im Messenger ausgespielt werden, zahlen damit auf die Bedürfnisse der heiß umkämpften Millennials ein: Diese entscheiden selbst über die Geschwindigkeit und den weiterführenden Verlauf der Geschichte, indem sie aktiv eingebunden werden. Zudem erreichen Kommunikationsabteilungen sie mit kreativen Kampagnen genau da, wo sich Millennials ohnehin aufhalten – nämlich im Messenger auf dem Smartphone.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung