Anzeige
Anzeige
Analyse

Ethereum kurz vor dem Merge: Investoren unbeeindruckt

Knapp 14 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin der Proof-of-Stake-Blockchain, die wir als Ethereum kennen, zeigen sich Entwickelnde enthusiastisch, Investoren aber schon seit Tagen beinahe desinteressiert.

3 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

So dynamisch wie in dieser Grafik ist der Ether seit Längerem nicht. (Bild: Akif Cubuk / Shutterstock)

Ethereum bewegt sich seitwärts. So lautet die schmeichelhafte Beschreibung dessen, was auf den Börsen seit Tagen passiert.

Anzeige
Anzeige

Wie beim Klammerblues: Ether bewegt sich kaum

Nach den Daten von Coinmarketcap hat sich der Ether (ETH) in den vergangenen sieben Tagen um fast acht Prozent nach unten bewegt. In den 24 Stunden bis zum Erscheinen des Beitrags ist er um immerhin rund 0,80 Prozent gestiegen und pendelt jetzt bei 1.600 US-Dollar. Die Chronistenpflicht erfordert es, zu bemerken, dass der aktuelle ETH-Kurs um über 67 Prozent unterhalb des Allzeithochs bei 4.891,70 Dollar liegt.

Wenig Gutes gibt es auch über das Handelsvolumen der zweitwichtigsten Kryptowährung der Welt zu berichten. Das brach in den letzten 24 Stunden um über elf Prozent auf knapp oberhalb von 19 Milliarden Dollar ein.

Anzeige
Anzeige

Finanzexperte gibt sich nüchtern

Während sich Ethereum-Enthusiasten darüber wundern, wieso ihre Lieblings-Blockchain fast schon links liegen gelassen wird, obwohl sich doch großartige Innovationen auf ihr abspielen, sehen Finanzexperten die Sache gelassener.

Am markantesten bringt es Henry Elder, Leiter der Defi-Abteilung beim Digital-Asset-Management-Unternehmen Wave Financial gegenüber Decrypt zum Ausdruck:

Anzeige
Anzeige

„Es gibt in der breiten Öffentlichkeit einige falsche Vorstellungen darüber, welche Vorteile der Merge mit sich bringen wird. Es wird Ethereum nicht schneller, skalierbarer und billiger machen. Es ist nur Ethereum, das von Proof-of-Work zu Proof-of-Stake übergeht.“

Damit gehe zwar eine massive Verringerung des Stromverbrauchs einher. Die meisten Nutzenden hätten jedoch in ihrer Alltagserfahrung keine Auswirkungen zu erwarten.

Merge noch nicht im Mindset angekommen – glaubt Buterin

Im Sommer hatte sich auch Ethereum-Gründer Vitalik Buterin zu dieser Frage geäußert. Während der Enthusiasmus nach seiner Beobachtung unter Ethereum-Entwicklern hoch sei, sei davon außerhalb der Community nicht viel zu spüren.

Anzeige
Anzeige

Das schreibt der Ethereum-Erfinder dem Umstand zu, dass die Bedeutung des Merge von der breiten Masse noch nicht vollständig erfasst sei. Viele Menschen hielten den Merge immer noch für nicht viel mehr als Rauschen. Viele würden die Perspektiven nicht erkennen und glauben, dass der neue Weg von Ethereum nirgendwo hinführe.

Und diese mentale Nichteinpreisung führe letztlich auch dazu, dass der Merge auf der Seite der Kursentwicklung noch nicht eingepreist sei. Vermutlich müsse er erst passieren, damit die Auswirkungen dessen sichtbar werden und den Kurs korrigieren können, glaubt Buterin.

Auch andere Erklärungsansätze für Zurückhaltung denkbar

Das mag sein, muss aber nicht. Auch auf dem Ethereum-Wettbewerber Cardano war es im vergangenen Jahr zu einer viel erwarteten Verbesserung gekommen. Cardano hatte die Möglichkeit eingeführt, Smart Contracts auf der Chain auszuführen. Manche hatten danach einen Boom vorhergesagt. Der blieb vollständig aus.

Anzeige
Anzeige

Ein weiterer Erklärungsansatz sieht die gedämpfte Handelsaktivität vor dem Zusammenschluss als ein Indiz für die Vorsicht der Anleger. Ungünstig könnte sich zudem die Veröffentlichung des jüngsten US-Verbraucherpreisindex am Dienstag auswirken.

Wann findet der Merge statt?

Konkret steht nun zu erwarten, dass die meisten Handelsplattformen im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit dem Merge vorübergehend neue Ein- und Auszahlungen im Ethereum-Mainnet aussetzen werden. Coinbase hatte bereits angekündigt, auch die Aktivitäten auf den Ketten Polygon (MATIC) und Optimism sowie Transaktionen mit ERC-20-Token auszusetzen.

Wann genau der Merge stattfindet, lässt sich erst dann genau sagen, wenn es passiert. Der Merge hat nämlich keinen Termin, sondern findet statt, wenn ein gesetzter Schwellenwert der Total Terminal Difficulty erreicht ist.

Anzeige
Anzeige

Die Total Terminal Difficulty bezeichnet die Schwierigkeit, die für das Mining des letzten Proof-of-Work-Blocks erforderlich ist. Sie hängt von der schwankenden Hashrate des Netzwerks und damit davon, wie viele aktive Miner im Netzwerk sind, ab. Schaut auf diesen Countdown-Zähler, wenn ihr es ganz genau wissen wollt.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare

Community-Richtlinien

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige