Analyse

Werden Facebook und Apple die nächste Computing-Plattform dominieren? Die große Augmented- und Virtual-Reality-Marktanalyse

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HTC und Valve: Die ungleichen Partner

Neben Oculus VR ist HTC in Kooperation mit Valve der wichtigste Treiber der neueren Virtual-Reality-Welle. Mit der HTC Vive bietet das taiwanesische Unternehmen auch die aktuell einzige Highend-VR-Lösung für Endverbraucher, die Room-Scale-VR ermöglicht – also das Tracking auf einer bis zu 16 Quadratmeter großen Fläche. Mit Valve haben die Asiaten einen Partner im Boot, der die mit Abstand weltgrößte Distributionsplattform für PC-Spiele im Netz bereitstellt.

Diese Partnerschaft zerbröselt aber aktuell: Valve ist für die Entwicklung des Lighthouse-Systems – also des Room-Scale-Trackingsystems – ebenso verantwortlich wie für die Software der Vive. Und die US-Amerikaner verfolgen eine offene Strategie: Auch andere Unternehmen können das Lighthouse-System lizensieren und entsprechende Konkurrenz-Produkte herstellen. LG hat bereits angekündigt, bis Ende des Jahres einen unmittelbaren HTC-Vive-Konkurrenten auf den Markt bringen zu wollen.

Für Valve ist es völlig unerheblich, wer die abspielende Hardware baut oder zur Verfügung stellt: Steam soll die größte Plattform für PC-Inhalte im Netz bleiben, auch in Sachen Virtual Reality. Um sich möglichst früh zu platzieren – wie damals zum Start von Steam im Jahr 2003 – hat das Unternehmen frühzeitig entsprechende Anstrengungen unternommen. Erst langfristig wird sich zeigen, ob die Strategie richtig war. Valve-Chef Gabe Newell selbst ist sich der Risiken durchaus bewusst. Im Frühjahr dieses Jahres hat er in einem Interview gesagt:

„We’re optimistic. We think VR is going great. It’s going in a way that’s consistent with our expectations. We’re also pretty comfortable with the idea that it will turn out to be a complete failure.“

Während Valve es wirtschaftlich verkraften kann, wenn der VR-Hype nicht abhebt und einen Durchbruch im Massenmarkt zur Folge hat, sieht es bei HTC deutlich kritischer aus. Das Technologie-Unternehmen ist aufgrund des schlecht laufenden Smartphone-Verkaufs aktuell ohnehin angeschlagen. Das schleppende VR-Geschäft bringt HTC in eine schwierige Lage: Der Verkauf des Smartphone-Geschäfts steht im Raum, kurz zuvor hieß es noch, über einen Verkauf der VR-Tochter werde nachgedacht.

Auch wenn der asiatische und vor allem der chinesische Markt in Sachen Virtual Reality deutlich weiter ist als der europäische oder US-amerikanische und HTC hier über deutlich bessere Absatzchancen verfügt als etwa Oculus, bleibt die Frage, ob das reicht, um ein wirtschaftlich funktionierendes Ökosystem zu schaffen. Zumal HTC nicht an den Software-Verdiensten im Steam-Store beteiligt wird. Auch deshalb haben die Taiwanesen vermutlich einen eigenen Shop namens Viveport gestartet. Ursprünglich nur für die chinesischen Kunden der HTC Vive gedacht, ist eine internationale Strategie nur logisch. Dass HTC nicht nur auf Valve setzten will, beweist auch die Ankündigung der autarken VR-Brille für die VR-Plattform von GoogleDaydream“ – wohl auch deshalb wird Google als potenzieller Übernahmekandidat des VR-Geschäfts von HTC gehandelt.

Im Bereich Augmented Reality ist HTC eher dünn aufgestellt – ein konkretes Produkt ist bisher nicht angekündigt. Vermutlich übersteigt es die ökonomischen Kapazitäten des Unternehmens, sich auch im AR-Bereich aufzustellen. Zwar investiert HTC etwa in den AR-Display-Hersteller Lumus, eine echte strategische Ausrichtung gibt es allerdings nicht.

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