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Flink-Lieferfahrer kritisiert öffentlich Arbeitsbedingungen – und wird gefeuert

Ein Lieferfahrer von Flink wurde gefeuert, nachdem er unter anderem die Räder des Unternehmens kritisiert hatte. Jetzt geht der Fall vor Gericht.

2 Min. Lesezeit
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Der Flink-Fahrer wurde gefeuert. (Foto: Shutterstock / Dutchmen Photography)

Ein Fahrradkurier des Lieferdienstes Flink in Berlin wurde gefeuert, nachdem er öffentlich Kritik an dem Unternehmen geäußert hatte. Gegenüber der Zeitung Taz sagte er im Dezember 2022: „Am Anfang waren die Arbeitsbedingungen noch ganz gut, aber in letzter Zeit hat sich alles total verändert.“

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Ihm zufolge ist die Qualität der Räder in letzter Zeit merklich schlechter geworden. Einige der E-Bikes haben schlicht kein Licht oder keine Bremsen, außerdem ist die Haftung der Reifen so schlecht, dass bei nasser Fahrbahn eine hohe Unfallwahrscheinlichkeit besteht, so der Fahrer.

Der Fall ist laut eines weiteren Artikels der Taz nun vor dem Berliner Arbeitsgericht gelandet. Der Lieferfahrer möchte gerichtlich gegen seinen Rauswurf vorgehen, da er glaubt, dass dieser unrechtmäßig ist.

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Erst nur eine Güteverhandlung

Erst einmal trafen sich die beiden Parteien aber lediglich für eine Güteverhandlung. Hier wurde geklärt, ob sie sich einigen können, bevor das Gericht klären muss, ob der Rauswurf rechtmäßig war oder nicht.

Beide Anwälte waren sich ihrer Sache sicher: Flinks Anwalt bot dem Kurier zunächst eine Abfindung von 500 Euro, die er allerdings ablehnte. Nach Verhandlungen bot der Flink-Anwalt dem Fahrer eine Summe von 1.500 Euro. Das Angebot besprach der Fahrer mit seinem Anwalt außerhalb des Gerichtssaals, bevor er es ebenfalls ablehnte.

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Am Ende hat sich herausgestellt, dass die Vorstellungen der beiden Parteien zu weit auseinandergehen. Deshalb wurde für Mitte Mai ein Verhandlungstermin vereinbart.

In einem uns vorliegenden Statement von Flink heißt es dazu: „Leider konnten wir uns, wie Sie wissen, während des vorhergegangen heutigen Gütetermins mit unserem ehemaligen Rider nicht gütlich einigen, der Kläger beziehungsweise sein Anwalt haben zunächst signalisiert, einem Vergleich offen gegenüberzustehen, haben die Verhandlungen dann aber leider scheitern lassen. Das bedauern wir.“

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Fahrer möchte Wahlvorstand für die Betriebsratswahlen werden

In einem weiteren, momentan laufenden Verfahren möchte der gefeuerte Fahrer zum Wahlvorstand für die Betriebswahlen bei Flink werden. In dieser Position wäre er vor der Kündigung geschützt gewesen.

Inwieweit – und ob überhaupt – das zur Kündigung beigetragen hat, ist ungewiss. Sein Anwalt wirft dem Unternehmen allerdings Gewerkschaftszerschlagung vor.

Flink bestreitet den Vorwurf und erklärt: „Wir möchten explizit nochmal darauf hinweisen, dass das Verfahren und die damit verbundene Kündigung nichts mit den Bestrebungen der Gründung eines Betriebsrates zu tun hat.“

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Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben „immer kooperativ gegenüber den Bestrebungen der Initiatoren zur Wahl eines Betriebsrats in den Berliner Warenlagern verhalten.“ Weiter heißt es: „Falls unsere Mitarbeitenden einen Betriebsrat gründen möchten, stehen wir ihnen nicht im Weg und unterstützen ein solches Vorhaben.“

Flink und andere Vertreter der Branche wie Getir standen Ende letzten Jahres bereits unter Beschuss des Verbraucherschutzes. Dieser bemängelte vor allem zwielichtige Vertragsbedingungen bei Vertragsabschlüssen mit Kunden und nicht ausreichend gekennzeichnete Lebensmittel.

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