Kommentar

Da geht noch was: Nur 21 Prozent der Deutschen arbeiten derzeit im Homeoffice

(Foto: t3n)

Laut der Mannheimer Corona-Studie arbeiten derzeit nur 21 Prozent der Deutschen im Homeoffice. Da rund die Hälfte der deutschen Angestellten vorwiegend am Computer arbeitet, ist das ein nach wie vor sehr niedriger Wert.

Um das Ansteckungsrisiko unter der Belegschaft zu minimieren, bieten viele Firmen in der Coronakrise die Möglichkeit an, von zu Hause aus zu arbeiten. In der Zeit vom 20. bis zum 31. März 2020 machten davon 21,2 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland Gebrauch. Das geht aus der zweiten Auflage der Mannheimer Corona-Studie hervor. In der Vorwochenerhebung lag der Wert bei 24,4 Prozent.

Außerhalb der Krise wäre das ein nicht zu verachtender Wert. Solange jedoch die Anzahl der Infektionen und mit ihr die der Todesfälle weiter ansteigen, müssen sich Unternehmen und öffentliche Verwaltung fragen, ob sie nicht noch mehr tun könnten, um das Infektionsrisiko ihrer Mitarbeiter zu verringern. Immerhin arbeitet rund die Hälfte aller Angestellten in diesem Land vorwiegend am Computer. Es ist daher anzunehmen, dass es durchaus möglich wäre, dass ein höherer Anteil dieser Menschen ins Homeoffice wechseln könnte.

Die Arbeit im Homeoffice wird bisweilen unnötig erschwert

Stattdessen gibt es regionale Kreditinstitute, die auch in der Krise nur denjenigen einen Heimarbeitsplatz zugestehen, die auch vor Corona an einem Homeoffice-Pilotprojekt teilgenommen haben. Oder eine gesetzliche Krankenkasse, bei der die Arbeit im Homeoffice zwingend das Vorhandensein eines Privatrechners voraussetzt.

Im Grunde bezahlen viele Büroangestellte derzeit mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko dafür, dass ihre Arbeitgeber die technische Entwicklung schlicht ignoriert haben. Am Ende liegt es oft aber nicht nur an einer mangelnden technischen Infrastruktur, sondern auch an der Einstellung vieler Chefs. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung kam 2019 zu dem Schluss, dass viele Vorgesetzten noch immer glauben, ihre Mitarbeiter seien im Homeoffice weniger produktiv. Das kann aber kein Grund dafür sein, den eigenen Angestellten einem letztlich unnötig hohen Infektionsrisiko auszusetzen.

Hinweis in eigener Sache: Aufgrund der Corona-Pandemie wechseln auch in Deutschland ganze Unternehmen ins Homeoffice. Doch wie geht das eigentlich – und was müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dabei beachten? Der neue t3n Guide liefert praxisnahe und verständliche Antworten. Hier entlang: Kostenloser Homeoffice-Guide: Produktiv daheim trotz Corona!

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