Anzeige
Anzeige
Fundstück

Gen-Experiment: Forscher verwandeln süße Hamster versehentlich in wahre Kampfmonster

Ein US-Forschungsteam hat bei einem Genexperiment mit Hamstern ein unerwartetes Ergebnis erzielt. Das Ausschalten eines Rezeptors machte die Tiere, anders als gedacht, nicht ruhiger, sondern aggressiver – sowohl Männchen als auch Weibchen.

2 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige
Vorsicht, aggressiver Hamster. (Foto: Ilyashenko Oleksiy/Shutterstock)

Mithilfe der Crispr/Cas9-Methode, auch als Genschere oder molekulares Skalpell bekannt, können Forscher:innen bestimmte Gene ausschalten oder an Schnittstellen neue Abschnitte einfügen. Das Erbgut lässt sich dadurch einfacher und schneller verändern als zuvor. Offenbar funktioniert aber nicht immer alles wie vorher gedacht. Ein Forschungsteam der Georgia State University hat jetzt etwa im Rahmen eines Experiments aus Versehen aus süßen Hamstern äußerst aggressive Nager gemacht.

Forschung zu sozialem Verhalten bei Hamstern

Anzeige
Anzeige

Wie die Forscher:innen um H. Elliott Albers und Kim Huhman in einer im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Studie feststellten, sei die Biologie hinter sozialem Verhalten komplexer als bisher angenommen. Per Crispr/Cas9-Technologie hatten die Forscher:innen einen neurochemischen Übertragungsweg unterbinden, der eine wichtige Rolle bei der Regulierung sozialen Verhaltens bei Säugetieren spielt.

Konkret ging es um das Hormon Vasopressin, das gemeinsam mit dem Rezeptor Avpr1a, auf den es wirkt, soziale Phänomene wie Paarbindung, Kooperation, aber auch Dominanz und Aggression reguliert. Das Ausschalten von Avpr1a und die dadurch erfolgte Eliminierung der Wirkung von Vasopressin veränderte das Sozialverhalten auf unerwartete Weise dramatisch, wie die Forscher:innen herausfanden.

Anzeige
Anzeige

Aggression statt Ruhe: Überraschende Ergebnisse

„Wir waren wirklich überrascht von den Ergebnissen“, sagte Albers. Man sei davon ausgegangen, dass eine Reduktion der Vasopressin-Aktivität die Aggression und die soziale Kommunikation verringern würde. „Aber das Gegenteil geschah“, so Albers. Ohne den Rezeptor zeigten die Hamster ein viel stärkeres Kommunikationsverhalten. Außerdem wurden die typischen Geschlechtsunterschiede, die bei Aggressivität beobachtet wurden, beseitigt. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen zeigten ein hohes Maß an Aggression gegenüber anderen gleichgeschlechtlichen Individuen.

Anzeige
Anzeige

Offenbar, so die Forscher:innen, verstehe man das System nicht so gut wie zuvor gedacht. Man müsse beginnen, die Wirkung der Rezeptoren eher in ganzen Schaltkreisen des Gehirns als nur in bestimmten Gehirnregionen zu betrachten. Hamster, deren Sozialverhalten und insbesondere die Stressreaktion denen von Menschen ähnlicher ist als das bei Mäusen der Fall ist, spielen bei der Forschung eine wichtige Rolle. Experimente wie dieses könnten künftig dabei helfen, neuropsychiatrische Erkrankungen von Autismus bis Depression bei Menschen zu identifizieren.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare (2)

Community-Richtlinien

Meister Lampe

Das Bild zeigt eine Ratte … nur einmal mit Profis!

Jörn Brien

Hamster im Rattenpelz :) Ist ausgetauscht, danke für den Hinweis!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige