Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Feature

ABC rund ums E: Das große Elektroauto-Glossar

(Foto: Ubitricity)

CCS, Range-Extender und PSM: Wer sich mit Elektroautos beschäftigt, trifft auf Begriffe, die mehr nach Raumfahrt als nach Straßenverkehr klingen. Unwissenheit herrscht oft auch bei praktischen Fragen wie Tanken und Reichweite. Eine kleine Stromerkunde im Zuge unserer Themenwoche Zukunft der Mobilität schafft Abhilfe.

Auf deutschen Straßen sind immer mehr Elektroautos und Hybride unterwegs. Doch welche Technik steckt unter der Motorhaube der Stromer? Welche Ladestandards gibt es? Und was genau hat es mit der Gesamtreichweite auf sich? Ein ABC rund ums E liefert einen Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Elektroauto-Glossar – von Akku bis Mild-Hybrid

A wie Akku: In Autos mit Verbrennungsmotor sind Batterien dafür da, den Motor zu starten und Verbraucher wie das Autoradio oder die Klimaanlage mit Strom zu versorgen. „Eine Antriebsbatterie im Elektrofahrzeug ersetzt hingegen den Benzintank“, erklärt Volker Blandow vom Tüv Süd. Zum Einsatz kommen meist Lithium-Ionen-Zellen, während normale Autobatterien meist Bleiakkus sind.

Akkus ersetzen in Elektroautos den Bezintank. (Bild: BMW)

B wie Boosten: Während ein E-Motor praktisch sofort seine gesamte Leistung abrufen kann, brauchen Verbrenner erst eine gewisse Drehzahl dafür. Bei Hybriden kann der E-Motor folglich den Verbrenner bei der Beschleunigung „boosten“ und damit die Fahrdynamik erhöhen.

C wie CCS: Das Combinend-Charing-System (CCS) ist ein Standard für die Schnellladung mit Gleichstrom. In Europa und den USA sei das der offizielle Ladestandard, erläutert Blandow. Das System ermöglicht zudem Ladevorgänge mit Wechselstrom. Es gibt weitere Standards, etwa das in Japan entwickelte Chademo-System, das Blandow zufolge auch in den USA und Europa eine gewisse Verbreitung erlangt hat. Der Hersteller Tesla hat seinen Angaben zufolge einen eigenen Schnellladestandard.

D wie DC: Die englische Bezeichnung für Gleichstrom lautet Direct Current (DC). Batterien können immer nur Gleichstrom speichern, wie Blandow erklärt. Damit sei im Auto die Systemspannung zunächst einmal Gleichstrom. Deshalb arbeiten auch Schnellladesysteme immer mit Gleichstrom. Sie laden ohne weitere Wandlung direkt aus der Ladestation in den Antriebsakku. Da Wechselstrommotoren gewisse Vorteile in der Regelbarkeit hätten, werde für den Antriebsmotor bei den meisten Autos die Gleich- vor dem Motor wieder in Wechselspannung gewandelt. Es gibt aber auch Autos mit Gleichstrommotoren.

E wie Emissionen: Reine E-Autos stoßen keine Abgase aus. Wie bei anderen Autos blieben aber Reifen- und Bremsabrieb, erklärt Michael Müller-Görnert vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). In geringerem Maße gibt es auch Lärmemissionen durch den Roll- und Luftwiderstand. Wird die Batterie unter schlechten ökologischen Bedingungen produziert, trübt das die Umweltbilanz des Stromers.

(Foto: Kichigin/Shutterstock)
Im Unterschied zu Autos mit Verbrennungsmotoren erzeugen Elektroautos keine Emissionen. (Foto: Kichigin/Shutterstock)

F wie Frequenzumrichter: Dabei handelt es sich um zwischen Antriebsbatterie und Motor verschaltete Leistungselektroniken. Sie werden zur Ansteuerung des Elektromotors und zum Batterieladen verwendet.

G wie Gesamtreichweite: Sie umfasst die Reichweite, die mit vollgeladener Batterie zur Bewältigung einer genormten Fahrstrecke unter Einsatz von Nebenverbrauchern wie Licht, Scheibenwischer und durchschnittlichem Heizungs- und Klimaanlageneinsatz benötigt wird, wie der Bundesverband E-Mobilität (BEM) erklärt. Die Batterie werde dabei normalerweise zwischen 100 und 20 Prozent Ladezustand gefahren, effektiv stünden also 80 Prozent Ladekapazität zu Verfügung.

H wie Hybrid: Hybride haben einen Verbrennungs- und einen Elektromotor, der das Auto meist auch für eine gewisse Zeit allein antreiben kann. „Daher nennt man diese Form Parallelhybrid“, erklärt Blandow. Plug-in-Hybride sind eine besondere Form der Parallelhybride mit großer Batterie, deren elektrische Reichweite zwischen 30 und 100 Kilometern liegt. Im Unterschied zu allen anderen Hybriden kann die Batterie von außen aufgeladen werden.

Der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid soll rein elektrisch 50 Kilometer weit kommen. (Bild: Porsche)
Hybrid: Der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid kommt rein elektrisch 50 Kilometer weit. (Bild: Porsche)

I wie Ionen: Die Lithium-Ionen-Batterie stellt nach Angaben des BEM mittlerweile die am stärksten etablierte und in der Serie verwendete Batterieart dar. Sie biete für die Serienproduktion von E-Fahrzeugen momentan das höchste Niveau für die Kapazität in Kilowattstunden pro Kilogramm Gewicht beziehungsweise Liter Volumen.

J wie Jahreszeit: Sie kann die Reichweite beeinflussen. Im Winter benötigt die Heizung viel Strom und lässt die Reichweite sinken, wie Müller-Görnert erklärt.

K wie Kennzeichen: Elektroautos haben ein „E“ hinter der Erkennungsnummer. Damit werden Sonderrechte und Vorteile signalisiert. Kommunen dürfen reinen E-Autos, Plug-in-Hybriden und Brennstoffzellenfahrzeugen etwa kostenloses Parken einräumen oder Busspuren für sie freigeben.

Elektroautos und Hybride besitzen Kennzeichen mit einem „E“ am Ende. Foto: dpa)
Elektroautos und Hybride besitzen Kennzeichen mit einem „E“ am Ende. (Foto: dpa)

L wie Ladeleistung: Berechnet sich durch die Multiplikation von Spannung (Volt) und Stromstärke (Ampere) und wird in der Einheit Kilowatt (kW) angegeben. Von Ladeleistung und Batteriekapazität (in Kilowattstunden = kWh) hänge die Dauer des Ladevorgangs ab, erklärt der BEM. Besitzt ein Batteriespeicher etwa eine Kapazität von 44 Kilowattstunden, so benötige man an einer Ladesäule mit 22 Kilowatt Ladeleistung rund zwei Stunden, um eine annähernd leere Batterie vollzuladen.

M wie Mild-Hybrid: Dieser Hybrid-Typ kann nicht rein elektrisch fahren. Der Elektromotor im Auto unterstützt den Verbrenner. „Er liefert zusätzliches Drehmoment in der Beschleunigungsphase, wenn der Benzinmotor besonders ineffizient ist“, erklärt Blandow. Manche Autos würden auch Mild-Hybrid genannt, wenn ihr E-Motor nicht zum Antrieb beiträgt, sondern den Verbrenner auf andere Weise entlastet, zum Beispiel durch den Betrieb der Klimaanlage.

Der neue Audi A8 hat einen Mild-Hybrid-Abtrieb an Bord. (Foto: Audi)

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen