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James-Webb-Teleskop entdeckt mysteriöse Himmelskörper im Orion-Nebel

Das James-Webb-Teleskop hat einmal mehr den Orionnebel, eine Geburtsstätte für Sterne und Planeten, ins Visier genommen. In den Aufnahmen fanden Astronom:innen mysteriöse Himmelskörper. Stellen sie eine neue astronomische Kategorie dar?

3 Min. Lesezeit
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Das James-Webb-Teleskop durchforstet die Tiefen des Alls. (Bild: Vadim Sadovski/Shutterstock)

Wenn Nasa oder Esa großformatige Aufnahmen des James-Webb-Teleskops veröffentlichen, ist allein das meist schon eine Sensation. Atemberaubend sind etwa die neuen Aufnahmen des Orionnebels, auch als Messier 42 (M42) bezeichnet.

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Geburtsstätte für Sterne und Planeten

Die „nur“ 1.350 Lichtjahre entfernte Region, in der wahrscheinlich auch unsere Sonne entstanden ist, ist eine Geburtsstätte für Sterne und Planeten – und entsprechend eine beliebtes Forschungsobjekt für Astronom:innen.

Der im Sternbild Orion befindliche Orionnebel lässt sich sogar mit bloßem Auge am Nachthimmel entdecken. Das James-Webb-Teleskop zeigt dieses Sternentstehungsgebiet aber jetzt in einer bisher nie dagewesenen Auflösung und Farbenpracht – freilich, nachdem die von der Infrarotkamera (NIRCam) des Teleskops aufgenommen Daten in für das menschliche Auge sichtbare Farben „übersetzt“ wurden.

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Orionnebel Webb

Orionnebel durch die Augen der NIRCam des James-Webb-Teleskops. (Bild: Nasa, Esa, CSA/M. McCaughrean, S. Pearson)

In den neuen Aufnahmen sind Forscher:innen jetzt mysteriöse Himmelskörper aufgefallen, die es so nach aktuellen Theorien zur Entstehung von Sternen und Planeten eigentlich nicht geben dürfte. Die Rede ist von den sogenannten Jumbo-Himmelskörpern (Jupiter Mass Binary Objects).

Planetenähnliche Himmelskörper im Doppelpack

Dabei handelt es sich um planetenähnliche Gebilde von der Größe des Jupiter, die häufig im Doppelpack auftreten. Den verblüfften Astronom:innen zufolge sind sie zu klein, um Sterne zu sein, passen aber auch nicht zur Kategorie der Planeten, da sie nicht um einen Stern kreisen. Noch seltsamer: Sie treten oft im Doppelpack auf – von einigen Hundert entdeckten frei fliegenden Himmelskörpern traten mehrere Dutzend in Paaren auf.

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Die Forschung stellt das gleich vor mehrere Fragen, wie etwa Esa-Berater Mark McCaughrean dem Guardian sagte. Die Objekte, die genauso oder nur halb so schwer sind wie der Jupiter, dürften eigentlich nicht in einer solchen Sternengeburtsstätte entstehen können. Dafür sind nach aktueller Forschungsmeinung drei bis sieben Jupitermassen notwendig.

Orionnebel: Astronomen rätseln über Jumbos

Aufgrund ihrer Atmosphäre, in der sich Gase wie Methan befinden, könnte man die Himmelskörper zudem zwar mit Planeten vergleichen, technisch seien sie aber keine, wie McCaughrean erklärt. Dazu bräuchten sie einen Wirtsstern, den sie umkreisen würden. Darüber hinaus gibt das paarweise Auftreten den Astronom:innen Rätsel auf.

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Bisher war man davon ausgegangen, dass die schon mehrfach entdeckten frei fliegenden Planeten aus einer der junge Sterne umgebenden Scheiben aus sich gerade bildenden Planeten herausgelöst worden sein könnten. Das passt aber nicht damit zusammen, dass sie oft in Paaren vorzukommen scheinen.

„Wie soll man in einer chaotischen Interaktion zwei Dinge aus der Umlaufbahn eines Sterns werfen und sie dann wieder zusammensetzen können?“, so McCaughrean. Ein schönes Bild für die Unwahrscheinlichkeit der Entstehung dieser Himmelskörper nach bisherigen Theorien fand auch der Astrophysiker Samuel Pearson von der Esa.

Schau dir die schönsten Aufnahmen des James-Webb-Teleskops in unserer Bildergalerie an

James-Webb-Teleskop: Die schönsten Bilder und ihre Bedeutung Quelle: NASA, ESA, CSA, STScI

1 Million Jahre alt und (noch) heiß

„Es ist, als würde man eine Tasse Tee quer durch den Raum werfen und der gesamte Inhalt würde wieder in der Teetasse landen“, sagte Pearson der New York Times. Die jetzt beobachteten Jumbos sind ungefähr eine Million Jahre alt. Auf ihrer Oberfläche herrschen Temperaturen von rund 1.000 Grad Celsius. Da sie keinen Wirtsstern haben, wird die Temperatur aber sehr schnell sinken.

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Astronom:innen gehen davon aus, dass man für diese Art von planetenähnlichen Himmelskörpern eine neue astronomische Kategorie einrichten müsste. Die jetzige Entdeckung lässt zudem Raum für eine genauere Suche nach ähnlichen Objekten.

Gibt es Doppel-Erden im Universum?

„Vielleicht gibt es in allen Regionen, in denen Sterne entstehen, solche Doppel-Jupiter – und vielleicht sogar Doppel-Neptune oder Doppel-Erden“, so die Astronomin Heidi Hammel. Dass man sie bisher noch nicht entdeckt hat, könnte Hammel zufolge daran liegen, dass es noch kein Teleskop gab, das stark genug war.

Für außerirdisches Leben wären sie aufgrund des fehlenden Wirtssterns aber ohnehin eher nicht geeignet.

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