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Umfrage: Mehrheit der Chefs glaubt, Homeoffice gibt es in 3 Jahren nicht mehr

Das Homeoffice spaltet weiter die Geister – auch unter Führungskräften. Eine Mehrheit glaubt, dass ortsungebundene Arbeit für deren Teams bald der Vergangenheit angehören wird.

3 Min.
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Homeoffice-Quote liegt in Deutschland konstant bei rund 25 Prozent. (Foto: Fizkes/Shutterstock)

Wer im Homeoffice arbeitet, sei unwichtig – derartige Aussagen des Trigema-Chefs Wolfgang Grupp schlugen erst vor wenigen Tagen hohe Wellen. New-Work-Befürworter kritisierten den Unternehmer scharf. Carsten Maschmeyer, Startup-Unternehmer und Investor der TV-Sendung Die Höhle der Löwen, sagt auf Linkedin: „Wenn ich jemandem nicht zutraue, von zu Hause zu arbeiten, hätte ich ihn oder sie gar nicht einstellen sollen.“ Die Neunziger seien vorbei. Es zähle nicht die Zeit, die man im Büro ist, sondern das Ergebnis.

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Homeoffice-Skepsis in Deutschland groß

Doch ist das Homeoffice wirklich gekommen, um zu bleiben? Das sieht nicht jede Führungskraft so. Einer weltweiten Umfrage der Unternehmensberatung KPMG zufolge, wollen sogar viele Chefinnen und Chefs die Uhr am liebsten wieder ganz zurückdrehen und ortsungebundenes Arbeiten ungeschehen machen. In Deutschland ist die Skepsis diesbezüglich sogar besonders groß: 68 Prozent der befragten Führungskräfte gehen davon aus, dass ihre Teammitglieder innerhalb der nächsten drei Jahre wieder komplett ins Büro zurückkehren werden.

Doch auch international stimmt eine Mehrheit von immerhin 64 Prozent der Führungskräfte zu, dass es die Möglichkeit des Arbeitens im Homeoffice bei ihnen in drei Jahren nicht mehr geben wird. Mit knapp 25 Prozent befürwortet nur jede und jeder vierte Befragte eine langfristige Fortführung hybrider Arbeitsmodelle. An weitgehende Entscheidungsfreiheit zur Wahl des Arbeitsplatzes – vor Ort oder zu Hause – ihrer Beschäftigten, glaubt nur eine kleine Minderheit von gerade einmal drei Prozent.

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Interessant ist, wie die befragten Führungskräfte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Büro locken wollen. Mit 88 Prozent können KPMG zufolge die meisten Chefinnen und Chefs sich vorstellen, ihre Teammitglieder mit Anreizen ins Büro zu holen. Es könnten ihnen Beförderungen oder Gehaltssteigerungen angeboten werden, wenn sie häufiger ins Büro kommen. Auch unter den deutschen Führungskräften wird diese Strategie in Betracht gezogen, mit 77 Prozent allerdings etwas zurückhaltender als im internationalen Vergleich.

Homeoffice-Quote konstant bei rund 25 Prozent

Ein Blick auf die tatsächlichen Zahlen zeigt, dass sich die Positionen auch in der heutigen gelebten Arbeitsrealität schon widerspiegeln. Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung erfasst seit über einem Jahr eine konstante Homeoffice-Quote von rund einem Viertel der deutschen Beschäftigten. Der Wert betrifft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ganz oder teilweise in den eigenen vier Wänden arbeiten und untermauert die KPMG-Erkenntnis, dass 25 Prozent der Führungskräfte an der Fortführung hybrider Arbeitsmodelle festhalten wollen.

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Für das Ifo-Institut ist die Sache somit klar. „Homeoffice ist mittlerweile ein integraler Teil der Arbeitskultur in Deutschland und wird es künftig auch bleiben“, sagt etwa Ifo-Experte Jean-Victor Alipour. „Hybride Modelle setzen sich durch.“ Trotzdem bleibt Deutschland deutlich unter dem Potenzial. In einer weiteren Studie haben die Wirtschaftsanalysten ermittelt, dass bis zu 56 Prozent der Berufstätigen in Deutschland mindestens in hybriden Arbeitsmodellen beschäftigt sein könnten, da die Art ihrer Aufgaben das zulassen würde.

Führungskräfte vom Homeoffice überfordert

Ein wesentlicher Grund, warum dennoch so viele Führungskräfte sich gegen das Homeoffice aussprechen, liegt weniger in der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie oft behauptet wird, als vielmehr in den Arbeitsweisen der Chefinnen und Chefs. Zu diesem Ergebnis kam zumindest das Institut Kienbaum ISM in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Personalmanager. 62 Prozent der Führungskräfte fühlen sich durch die Anforderungen ortsungebundener Führung überfordert und bisweilen erschöpft.

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Kommentare (6)
Peter Pan

Dabei ist es doch so einfach: Ein Chef, der das Home Office nicht versteht und verteufelt ist super leicht ersetzbar und ein grandioses Beispiel für Ignoranz, Arroganz und Renitenz. Da sollte jeder sofort kündigen, der es sich leisten kann. Das Mittelalter ist vorbei.

Sven Büttner

Sehe ich exakt so. Wird Zeit, dass Deutschland endlich modern wird. Wird Ueit, dass wir aufstehen und Deutschland verlassen, wenn weiter Nazis und Klimawandelleugner und anderes konservatives Gesocks auf dem Vormarsch ist. Wir brauchen die nicht. Die brauchen uns. Die wissen es nur noch nicht.
Für ein neoliberales Arschloch atbeite einfach nicht mehr so einfach so konsequent.

André

Wahrscheinlicher ist, dass die meisten dieser Chefs, die die moderne Arbeitswelt immer noch nicht begreifen wollen, in drei Jahren nicht mehr da sein werden.
Wie heißt es so schön: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“.
Ich denke, das Ergebnis dieser Umfrage ist weniger eine Zukunftsprognose als vielmehr ein Einblick in die realitätsfernen Wunschvorstellungen der jeweiligen Vorgesetzten.
Da sind die „alten“ Chefs, denen die neue Arbeitswelt fremd ist und die sich wünschen, dass alles so bleibt, wie sie es gewohnt waren. Sie sitzen in der Mitte und geben Befehle zwischen Tür und Angel. Gerade diese Strukturen sind veraltet und machen diese Unternehmen noch unattraktiver – und damit lohnintensiver, weil mehr Geld für Mitarbeiter ausgegeben werden muss, die ohnehin schon bereit sind, auf Flexibilität zu verzichten.
Es gibt aber auch jüngere Führungskräfte, die sich gegen Telearbeit wehren. Das hat oft mit einem völlig falschen Verständnis von Telearbeit zu tun. Dieses eigene Bild wird dann auf die Mitarbeiter projiziert.
Und dann gibt es noch die arbeitsfaulen Vorgesetzten, die von der Präsenz anderer vor Ort profitieren.
Sie definieren ihre Arbeit über Helikopter-Management. Solange aber die Mehrheit der Mitarbeiter remote arbeitet, muss ein solcher Chef sich selbst beschäftigen und aus sich heraus Ergebnisse produzieren, die seinen Job rechtfertigen.

Peter Meier

Ja, im Homeoffice wird weniger gearbeitet, passieren mehr Fehler mangels Abstimmung, und bleibt „die Firma ist meine Familie, dort finde ich meine Ehefrau oder den Seitensprung“ auf der Strecke.

Aber die Arbeitnehmer haben (endlich) begriffen wie hirnrissig das tägliche Pendeln ist, wie schlecht die Bezahlung für ein zerstörtes Privatleben, und aus ökonomisch ökologischer Sicht spricht auch nichts dafür, den halben Tag eine leere Wohnung und den anderen halben Tag ein leeres Büro zu mieten und zu heizen, der geringer gewordene Pendlerverkehr hat mehr CO2 eingespart also jede andere Massnahme.

Vir 200 Jahren arbeitete fast jeder zu Hause, erst die Industrialisierung trieb die Leute in Fabriken.

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