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Ratgeber

The Information: Was du für 399 Dollar pro Jahr über das Valley lernst

Jessica Lessins Tech-News sind der Hit im Silicon Valley. Aber ist die Nähe zu Facebook und Co. das 399-Dollar-Abo wert?

Von Jan Vollmer
3 Min.
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Jessica Lessin, die Gründerin der Seite The Information, bei der DLD in München. (Foto: Picture Alliance)

Im Silicon Valley macht eine junge Nachrichtenseite Schlagzeilen: The Information ist dort gerade dabei, das wichtigste Medium für Technologie und Investment  zu werden. Es gibt keine Werbung, aber The Information hat seinen Preis: Das günstigste Angebot kostet 399 US-Dollar im Jahr – oder 39 Dollar monatlich. Den kompletten Zugang zu allen Inhalten gibt es sogar erst ab 749 Dollar jährlich.

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Wir wollten wissen, ob diese „Information“ das Geld wert ist, und haben uns auf der Seite einmal umgeschaut.

Es gibt nichts umsonst

Erst einmal fällt bei The Information auf, das es dort wirklich nichts umsonst gibt. Solange man keins der kostspieligen Abos abgeschlossen hat, kann man nicht einmal die kurzen News lesen, die die Seite beispielsweise von Bloomberg übernimmt. (Und die bei Bloomberg umsonst sind, bis man in die Paywall rennt.) „Man kann nicht verschenken, was der Leser wertvoll finden soll“, ist dabei das Credo von Gründerin Jessica Lessin.

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Hinter der Paywall geht The Information aber tatsächlich mehr ins Detail als die Konkurrenz. Die Artikel lesen sich wie eine nerdigere Version der Tech-Ressorts der großen amerikanischen Zeitungen und haben Titel wie: „10 Wege, wie Tiktok Social-Media-Produktdesign verändern wird“. Wahrscheinlich interessieren sich die Leser von allgemeinen Zeitungen auch nicht für Tiktoks „Consumption-First Onboarding“  – das ist die Tatsache, dass man bei Tiktok zum ersten Zuschauen nur die App runterladen muss und keinen Account braucht. Wer sich für solche Themen begeistern kann, ist dort richtig.

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Bei vielen der anderen Themen und vor allem den großen Scoops, die The Information hatte, merkt man, dass die Gründerin Jessica Lessin und große Teile ihres Teams früher beim Wall Street Journal gearbeitet haben: Die Exklusivgeschichten handeln von Umstrukturierungen bei Alphabet, den Investments des Vision-Fund der Softbank oder Amazons Bemühungen, mit Twitch Geld zu verdienen.

Lessins Team scheint damit eine Schlüsselrolle im Valley eingenommen zu haben. Gelegentlich werden sie wirklich unangenehm für die Valley-Eliten: 2017 beendete eine Story mit Berichten über sexuelle Belästigung vorerst die Karriere von Justin Caldbeck, einem Gründer der Investment-Funds von Binary Capital. Und auch Leute wie Jeff Bezos und James Murdoch abonnieren die Seite.

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Mit Organisationscharts – 749 Dollar

Was The Information von anderen News-Seiten abhebt: Im Komplettpaket für 749 Dollar ist auch der Zugang zu Organisationscharts der großen Tech-Unternehmen enthalten: Die Rubrik „Org Charts“ reicht von Airbnb und Amazon über Bytedance bis Wework. Bei den einzelnen Unternehmen können Leser dann nachschauen, wer in welcher Abteilung wem untersteht. Besonders bei den Headhuntern des Valleys soll die Rubrik beliebt sein. Auch der Krypto-Newsletter von The Information bleibt den 749-Dollar-Kunden vorbehalten.

Zu gute Kontakte im Valley

Dabei sind die guten Kontakte der Gründerin ins Valley Segen und Fluch zugleich: Seit ihrer Studienzeit in Harvard wird Lessin eine gewisse Nähe zu späteren Managern von Google und Facebook nachgesagt. Ihr Partner Sam Lessin (Autor der oben erwähnten Tiktok-Analyse) hat sogar selbst mal ein Unternehmen an Facebook verkauft. Mark Zuckerberg und seine Frau waren Gäste auf der Hochzeit der beiden. „Wie berichtet The Information also über eine Firma [Facebook], mit deren Gründer die Gründerin befreundet ist?“, fragt zum Beispiel die Times.

Die Antwort ist: The Information geht mit den Tech-Größen des Silicon Valley um wie ein spezialisiertes Wall Street Journal: Sie graben tief, aber es geht mehr um Zahlen, Posten und interne Kontroversen. Weniger um das große Ganze, den Ausblick, den Zusammenhang von Technologie und Gesellschaft. The Information hat Facebooks Geschäft im Blick, macht sich aber weniger Gedanken darüber, ob der Konzern die amerikanische Gesellschaft spaltet. Genauso lernt man auf The Information viel über den CEO von Uber – aber wenig über das Leben der Fahrer als Arbeiter der Gig-Economy. Vielleicht ist das die Kehrseite der Nähe zum Valley: The Information misst die Unternehmen an den eigenen Standards, weniger an den Standards einer kritischen Zivilgesellschaft.

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Wem daher 399 Dollar im Jahr zu teuer sind: verständlich. Immerhin gibt es von Lessin und Co. noch eine etwas ausgedünnte App namens Tech Top Ten – für monatlich 2,99.

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