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Kommentar

Klimaschutz statt Klimaschäden: Beim Triell ging es um die falschen Kosten

Das Moderator:innen-Duo beim TV-Triell fragte immer wieder nach den Kosten der geplanten Klimaschutzmaßnahmen. Nicht angesprochen wurde, wie viel Geld die Volkswirtschaft verliert, wenn notwendige Maßnahmen nicht ergriffen werden.

2 Min.
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Die drei Kanzlerkanditat:innen beim gestrigen TV-Triell. (Foto: dpa)

„Sie müssen doch irgendwann anfangen, den Menschen zu sagen: Das wird richtig teuer“, forderte Moderator Oliver Köhr beim gestrigen TV-Triell vom SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz und wirkte dabei geradezu verärgert, nachdem weder der noch CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet das gewünschte Eingeständnis liefern wollten. Gemeint waren die Kosten, die sich in den kommenden Jahren aus den jeweiligen Klimaschutzpaketen der Parteien ergeben. Die werden tatsächlich hoch sein, und natürlich wird das weitreichende Folgen haben. Nur interessierten sich Köhr und seine Kollegin Maybrit Illner dafür genauso wenig wie dafür, dass die Alternative am Ende deutlich kostspieliger wäre.

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Eine Schätzung des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahr 2013 kam zu dem Schluss, dass die Kosten des Klimawandels in Deutschland bis 2050 knapp 800 Milliarden Euro betragen werden. Zumindest dann, wenn nicht entschieden gegengesteuert wird. Damals rechnete das DIW alleine mit klimabedingten Überflutungs- und Hochwasserschäden in Höhe von zehn Milliarden Euro bis 2050. Allerdings könnten schon die Kosten der Flutkatastrophe von 2021 bei mehr als zehn Milliarden Euro liegen.

Generell sind Einschätzungen zu den volkswirtschaftlichen Schäden durch den ungebremsten Klimawandel mittlerweile deutlich beunruhigender als noch vor einigen Jahren. Eine 2006 von dem britischen Wirtschaftswissenschaftler Nicholas Stern veröffentlichte Studie ging noch davon aus, dass die ökonomischen Kosten des Klimawandels 2100 fünf Prozent der globalen Wirtschaftsleistung entsprechen werden. Eine 2020 veröffentlichte Studie geht jetzt sogar von dem doppelten Wert aus.

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Klimawandel: Nichtstun wird erst richtig teuer

Die Höhe der Kosten ist letztlich auch einem jahrzehntelangen Versäumnis der Politik anzulasten. Laut einer im letzten Jahr veröffentlichten Studie hätten die Kosten dafür, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, bis 2085 etwa 15 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts betragen – wenn wir 1990 entsprechende Maßnahmen ergriffen hätten. Mit 2020 als Starttermin liegen die Kosten bereits bei 18 Prozent. Laut Studie führt jede weitere Verzögerung zu Mehrkosten von einer halben Billion US-Dollar jährlich. Gleichzeitig verringert sich die Chance zunehmend, dass das Ziel überhaupt erreicht werden kann.

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Ja, Köhr hat natürlich nicht unrecht damit, dass die Kanzlerkanditat:innen gegenüber den Wähler:innen offen über die anstehenden Kosten des Klimaschutzes sprechen sollten. Ohne Kontext, also Nennung der volkswirtschaftlichen Schäden, die wir durch die Klimaerwärmung erwarten müssen, sind solche Zahlen jedoch kaum hilfreich. Am Ende ist Klimaschutz eine Investition, die uns auch vor höheren Kosten schützen soll. Denn bezahlen müssen wir irgendwann sowieso.

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Kommentare (3)

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Peter

Was für ein schwachsinniger Artikel. Als ob es in der Hand Deutschlands wäre den Klimawandel auf zu halten. Wir könnten eine Billion ausgeben, wenn China und Australien keine Lust auf Umweltschutz haben, können wir so viel CO2 einsparen wie wir wollen, es wird nichts bringen.
Deshalb ist es auch völlig schwachsinnig hier irendwelche fiktiven Kosten zu vergleichen.

Nur nicht Peter

Richtig erkannt, Peter!
Nichts bringt nichts. Niemand hat Lust. Niemand geht voran.

Es ist – wohlgemerkt, nicht „es liegt“ – in deiner Hand, Peter.

Doch, ohweh, es wird nichts bringen.

Titus von Unhold

Der einzige Schwachsinn kommt hier von Peter und seinen Getreuen. Es haben nämlich die genannten Länder das Pariser Klimabkommen unterschrieben. Somit machen alle mit und streben CO2-Neutalität an. Aber dass weiß außer dem bildungsfernen Pöbel eigentlich jeder.

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