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Ohne Raketenantrieb: Dieser Ballon soll Passagiere ins All bringen

Das US-amerikanische Unternehmen Space Perspective will Passagiere bequem an die Grenze zum Weltraum bringen. Die Testphase soll im nächsten Jahr starten.

3 Min. Lesezeit
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Der große Ballon zieht die Passagierkapsel auf 30 Kilometer Höhe über dem Erdboden – in die Stratosphäre. (Screenshot: Space Perspective/t3n)

Mit einer Kapsel am Riesen-Ballon geht es in Weltraum-Nähe: Das US-amerikanische Unternehmen Space Perspective will die Raumfahrt kommerzialisieren und Passagiere in die Stratosphäre bringen. Anfang 2023 startet die Testphase, ab Ende 2024 sollen die ersten regulären Passagierflüge starten.

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Ballon zieht Kapsel in die Höhe

Die Passagiere sollen mit einem Ballon in die Höhe gebracht werden. Daran hängt eine Kapsel – „Raumschiff Neptun“ genannt –, die für acht Gäste und eine:n Pilot:in Platz bieten soll. Ballon und Kapsel bleiben während des gesamten Flugs verbunden; der Ballon wird laut Unternehmen mit erneuerbarem Wasserstoff betrieben.

Ohne Raketenantrieb schwebt das Ganze 30 Kilometer hoch über den Erdboden: Damit befindet die Kapsel sich noch im Luftraum, das Weltall beginnt erst ab 100 Kilometern über der Erdoberfläche. Der Aufstieg erfolge mit einer Geschwindigkeit von zwölf Meilen pro Stunde. Das entspricht rund 19 Kilometern pro Stunde, so schnell fährt etwa ein Fahrrad.

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Blick auf Erde und All durch große Fenster

Den Blick auf die Erde ermöglichen Fenster, die 1,54 Meter hoch sein sollen. Durch sie sollen die Passagiere auch Naturphänomene wie die Nordlichter oder geographische Besonderheiten wie den italienischen Stiefel sehen können. „Sogar die Toilette wird eine Aussicht haben!“, wirbt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Das sind die 18 besten Bilder aus dem Weltall Quelle: NicoElNino/Shutterstock

Raumfahrtanzüge tragen oder permanent angeschnallt sein müssen die Passagiere nicht. Sie dürfen sich frei bewegen. In der Kapsel gibt es eine Bar, das Unternehmen wirbt auch mit einem eigens kreierten Dessert. Der Flug soll mehrere Stunden dauern, Start- und Endpunkt befinden sich jeweils im Meer.

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Das ist der Plan: So soll die Kapsel von innen aussehen. (Screenshot: Space Perspective/t3n)

Start vom Schiff aus

Der Start erfolgt von umgebauten Schiffen aus. Dafür gab das Space Perspective Mitte November 2022 bekannt, mit der MS Voyager schon das erste Schiff bereit zu machen. Es wird in der Conrad Werft im polnischen Danzig gebaut, sein Heimathafen wird Port Canaveral in Florida.

Für den Start fährt das Schiff – es soll mit Biokraftstoff betrieben werden – dann raus auf das Meer. Space Perspective plant weltweit Starts anzubieten.

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Ihr Angebot richtet sich einerseits an Forscher:innen – an Board soll es extra Platz für Equipment geben –, andererseits aber auch an Passagiere, die ein Freizeitvergnügen suchen. Die Kapsel soll zum Beispiel für Paare buchbar sein oder für Hochzeiten.

Flugfähig ist, wer auch in eine Passagiermaschine steigen kann

Fliegen darf jede:r, der oder die auch in einen Passagierflieger steigen kann – und die 125.000 US-Dollar hat, die ein Ticket kostet. Ein Training, wie bei Blue Origin, ist nicht nötig.

Auch das Unternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos will die Reise ins All kommerzialisieren; allerdings fliegen die Blue-Origin-Kapseln deutlich höher und haben beim ersten Test auch die 100-Kilometer-Marke erreicht. Space Perspective fährt eine andere Strategie: keine Raketen, keine Raumfahrtanzüge, kein Training. Sie wollen eher eine Art Flugreise ins All bieten.

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Ehemaliger Google-Manager unter Unterstützern

Dafür haben sie sich reichlich prominente Unterstützung geholt: Der amerikanischen Gastro-Experten David Grutman ist als Berater dabei, Alan Eustace ist „Founding Board Member“. Der ehemalige Google-Manager ist auch durch seinen Fallschirmsprung aus der Stratosphäre im Jahr 2014 bekannt.

Beim Projekt Startex war auch Space-Perspective-Mitgründer Taber MacCallum dabei. Er hat das Unternehmen gemeinsam mit Jane Poynter gegründet – die beiden arbeiten schon seit Jahren im Space-Business. Auf die beiden geht auch Paragon Space Development zurück.

Im Team finden sich außerdem mehrere Mitarbeiter:innen, die bereits für die Nasa gearbeitet haben.

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Plätze für 2024 voll

Bisher hat Space Perspective laut eigenen Angaben mehr als 1.000 Tickets verkauft. Pro Ticket benötige es erstmal eine Anzahlung in Höhe von 1.000 Dollar. Für 2024 seien bereits alle Plätze vergeben, Reservierungen seien ab 2025 möglich.

Das Unternehmen rechnet bis 2030 mit einem Marktvolumen von mehr als acht Milliarden Dollar für die gesamte kommerzielle Raumfahrt – diesen Wert sollen Analyst:innen geschätzt haben.

Bildergalerie: Was Astronauten mit ins Weltall nehmen

Was Astronauten mit ins Weltall nehmen Quelle: Nasa
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