Europäische Startup-Investoren kündigen Fonds im Wert von fast 1 Milliarde Euro an

Startup-Investoren zielen auf Europa. (steph photographies / Shutterstock)
Der Risikokapitalgeber Lakestar, dessen Chef Klaus Hommels schon in Facebook und Spotify investiert hat, hat einen neuen Fonds aufgelegt. Schon im Spätsommer 2019 gab es entsprechende Berichte, aber kein offizielles Closing. Jetzt ist der Schweizer Fonds geschlossen. Insgesamt konnte der Startup-Investor 680 Millionen Euro einsammeln. Größter Fondsinvestor soll Temasek sein, der Staatsfonds von Singapur, wie Gründerszene berichtet.
Lakeside nimmt Europas Startups ins Visier
Ein Drittel des Geldes soll Lakestar zu Folge in Startups in der Frühphase gedacht. Die übrigen Mittel fließen demnach in Firmen in der Wachstumsphase. Lakestar will sich dabei vor allem auf europäische Startups konzentrieren. Die erhalten bisher ihr Geld vor allem von nicht-europäischen Investoren – ein Fakt, den Hommels in der Vergangenheit mehrfach kritisiert hat. Viele Mittel kamen aus den Geldtöpfen des japanischen Konzerns Softbank. Der Großinvestor muss derzeit allerdings das Debakel rund um den verpatzten Börsengang von Wework verdauen.
Überhaupt scheinen europäische Startups stärker ins Visier von Investoren gerückt zu sein, wie das Handelsblatt schreibt. Neben Lakestar haben mit dem Wiener Investor Speedinvest und dem Berliner Kapitalgeber Target Global aktuell zwei weitere europäische Startup-Investoren größere Fonds aufgelegt. Speedinvest kündigte einen Frühphasenfonds im Wert von 190 Millionen Euro an. 120 Millionen hat Target eingesammelt. Insgesamt beläuft sich das Volumen der drei neuen Fonds auf knapp eine Milliarde Euro.
Startup-Investoren sammeln Millionen ein
In der vergangenen Woche hatte der Londoner Wagniskapitalgeber Atomico schon einen Fonds im Wert von 756 Millionen Euro geschlossen. Der britische Investor mit Beteiligungen an Skype, Klarna und Lime nimmt dabei auch deutsche Startups ins Visier. Zudem hatte im Sommer Eventures aus Berlin einen Fonds in der Höhe von 355 Millionen Euro geschlossen. Zuvor hatte Project A schon 180 Millionen Euro eingesammelt. Rocket Internet ist noch dabei, Geld für weitere Startup-Investitionen einzusammeln. Der Investor will über eine Milliarde Euro zusammenbekommen.
Die Startup-Branche in Europa hat gegenüber dem Silicon Valley laut den Investoren den Vorteil, mit weniger Geld auszukommen. Personal- und Mietkosten seien in Berlin oder Barcelona deutlich günstiger als in Kalifornien. Zudem sind die Bewertungen gerade junger Startups im Vergleich relativ günstig. Frühphasen-Investoren seien daher interessiert daran, lukrative Exits hinzubekommen, zitiert das Handelsblatt den EY-Partner Peter Lennartz.
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