Anzeige
Anzeige
Ratgeber

Konsens oder Konsent – so triffst du im Team effizient Entscheidungen

Flache Hierarchien und New Work sorgen dafür, dass immer mehr Entscheidungen im Team getroffen werden. Damit der Prozess nicht in endlose Diskussionen ausufert, gilt es, ein paar Dinge zu beachten.

3 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

Es ist nicht immer einfach, im Team zu einer Entscheidung zu kommen. (Grafik: Shutterstock)

Wer kennt es nicht? Im Team soll eine Entscheidung getroffen werden, aber stattdessen findet man sich plötzlich in einer nicht enden wollenden Diskussion wieder. Und die Argumente sind alle irgendwie stichhaltig, sodass nur eins feststeht: So kommen wir nicht weiter. Zum Glück gibt es einige wirklich hilfreiche Methoden, die die Entscheidungsfindung in Gruppen erleichtern sollen.

Der Klassiker: Die Mehrheitsabstimmung

Man kann natürlich einfach abstimmen. Hier gilt: „The Winner takes it all“ – die Option mit den meisten Stimmen gewinnt, der Rest muss sich fügen. Genau das ist auch der Nachteil der Mehrheitsabstimmung: Ein Teil des Teams wird fast zwangsläufig das Gefühl haben, verloren zu haben. Gerade in Situationen, in denen eine direkte Konkurrenz zu bestehen scheint, verabschiedet sich außerdem oft die vielbeschworene Schwarmintelligenz. Der Konkurrenzgedanke verdrängt die Fähigkeit, sich in die Perspektive anderer hineinzudenken, es geht nur noch ums Gewinnen. Im schlechtesten Fall wird dann nicht die beste Entscheidung getroffen, sondern die Ehrgeizigsten setzen sich durch.

„Lass uns drüber reden“: Konsens

Anzeige
Anzeige

Schon besser fühlt sich da der Konsens an. Er entsteht als eine Art Kompromisslösung aus einer sachlichen Diskussion, bei der sich alle Parteien nach und nach etwas von ihrer Ausgangshaltung verabschieden und sich in der sprichwörtlichen Mitte treffen. Weil sich alle an der Diskussion beteiligen können, hat am Ende niemand das Gefühl, nicht gehört worden zu sein. Die Herausforderung liegt hier aber sicherlich darin, die Diskussion auf einem sachlich-objektiven Niveau zu halten und sie auch zeitlich nicht ausufern zu lassen.

Der beste Vorschlag setzt sich durch: Konsent

Ausgangspunkt für die Konsent-Entscheidungsfindung ist immer ein Vorschlag. Und der bleibt bestehen, bis jemand einen schwerwiegenden Einwand vorbringt. Dieser Einwand ist dabei kein Veto, sondern kann oftmals sogar in den Vorschlag mit eingearbeitet werden. Falls der Einwand nicht durch Änderungen am Vorschlag entkräftet werden kann, ist er so schwerwiegend, dass es besser ist, den Vorschlag fallenzulassen – was auch eine Entscheidung ist.

Anzeige
Anzeige

Für Zahlenjongleure: Die Entscheidungsmatrix

Gerade wenn es in Diskussionen hoch her geht und viele Argumente vorgebracht werden, fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Hier kann eine Nutzwertanalyse helfen. Sie bietet sich vor allem da an, wo mehrere quantitative und qualitative Kriterien ein Urteil beeinflussen.

Anzeige
Anzeige

Diese Kriterien werden untereinander in eine Spalte einer Tabelle eingetragen und bilden sozusagen die Y-Achse. Wichtig ist, dass ausschließlich positive Aspekte verwendet werden, weil negative Gesichtspunkte die Matrix verfälschen können. Horizontal, auf der X-Achse, werden in die Tabelle alle Entscheidungsmöglichkeiten eingetragen. Im nächsten Schritt geht es dann darum, die Möglichkeiten mithilfe der Werte von 1 (= das Kriterium wird nicht erfüllt) bis 6 (= das Kriterium wird voll und ganz erfüllt) zu benoten. Am Ende kann eine Rangliste erstellt werden, die anzeigt, welche Möglichkeit die Kriterien am besten erfüllt. Der große Nachteil der Nutzwertanalyse liegt jedoch darin, dass die Bewertung der Möglichkeiten letztlich eine subjektive Sache ist – und somit wieder eine Pattsituation entstehen kann.

Für später: Der Aufschub

Manchmal erscheint die Fragestellung aber auch diffus, jede Recherche bringt neue Informationen ans Tageslicht, das Team hat nicht das Gefühl, auch nur den Hauch eines Überblicks zu haben. Hier spricht nichts die Entscheidung, sich (noch) nicht zu entscheiden. Das funktioniert aber nur unter der Voraussetzung, dass das Team zur Fragestellung im Dialog bleibt und aktiv daran arbeitet, Licht ins Dunkel zu bringen. Und dann mit dem Entscheidungsprozess beginnt.

Anzeige
Anzeige

Gilt immer: Gute Meetings

Wirklich funktionieren können sämtliche Methoden der Entscheidungsfindung aber nur, wenn im Team eine gesunde Meeting-Kultur herrscht. Es nützt nichts, wenn alle an einem Konsent arbeiten sollen, die Hälfte des Teams aber bereits eingeschlafen ist, weil das Meeting sich mal wieder zieht. Dabei kann es so einfach sein, effektive Meetings abzuhalten.

Wenn du im Meeting rundum abgesichert sein willst, solltest du auch das hier lesen: Diskutieren will gelernt sein: Diese 8 Regeln solltest du beachten

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare (1)

Community-Richtlinien

AG

Flache Hierarchien und Team-Entscheidungen hören sich immer ganz dolle an… Setzt aber voraus, dass das „Team“ auch komplett(!) mit Herzblut dabei ist und nicht nur an Entscheidungen beteiligt werden möchte sondern auch Verantwortung übernimmt wenn ein Projekt auf Basis dieser solidarischen Entscheidungen under performt. Da sieht es dann in der Praxis meist recht mau aus. Auch hier im Artikel wird keine Lösung genannt sondern ist nur rumgeeier um den heißen Brei ;)

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige