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„Stinkt nach Korruption“: US-Staatsanwalt ermittelt gegen Online-Broker und Hedgefonds in Gamestop-Rallye

Die Gamestop-Rallye bekommt eine juristische Dimension. Es besteht der Verdacht, dass sich Online-Broker wie Robinhood mit Hedgefonds abgesprochen haben, um die Wallstreetbets-Trader aufzuhalten.

2 Min. Lesezeit
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Hat die mächtige Wall Street etwas mit den "technischen Problemen" und Handelsaussetzern bei den Online-Brokern zu tun? (Foto: Shutterstock.com)

Ken Paxton ist Generalstaatsanwalt im US-Bundesstaat Texas. Er verlangt Auskunft von Online-Brokern wie Robinhood, Citadel und etlichen anderen über die Gründe, die zur Aussetzung des Handels mit Kleinaktien wie denen von Gamestop und anderen geführt haben.

Technische Probleme der Broker nur vorgeschoben?

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Bekanntlich hatte etwa Robinhood den Handel am Donnerstag zunächst komplett ausgesetzt, ihn dann am Freitag wieder aufgenommen, aber die Zahl zu erwerbender Gamestop-Anteile auf eine Aktie pro Trader begrenzt. Schon zuvor hatte sich die US-Börsenaufsicht SEC eingeschaltet, um die Vorgänge rund um die Kursexplosionen in den Fokus zu nehmen.

Paxton hat einen gravierenden Verdacht: „Es stinkt nach Korruption.“ Nach seiner Auffassung könnte es sein, dass sich Online-Broker und Hedgefonds illegal abgesprochen haben, um den Run auf die Gamestop-Aktien zu beenden. Damit sollen die Fonds – so der Verdacht – versucht haben, ihre Marktdominanz zu sichern und ihre Verluste, die auf zwischenzeitlich bis zu 20 Milliarden US-Dollar beziffert worden waren, zu begrenzen.

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US-Kongress kündigt Anhörungen an

Das will Paxton nicht akzeptieren. Die Unternehmen der Wall Street dürften nicht zu ihrem eigenen Vorteil den öffentlichen Zugang zum freien Markt beschränken, teilte der Staatsanwalt mit. Tatsächlich hatten die eingeführten harten Restriktionen der Online-Broker für Kleinanleger zunächst zu einem Kurssturz der Gamestop-Aktie um 44 Prozent geführt.

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Nach massiver Kritik – vor allem aus der US-Politik – nahmen die Online-Broker ihre Restriktionen in unterschiedlichem Maße wieder zurück. Das führte dazu, dass Gamestop-Papiere am Freitag schon im vorbörslichen Handel wieder um 100 Prozent stiegen und letztlich mit einem Plus von 68 Prozent schlossen.

Damit ist die Angelegenheit aber nicht erledigt. Neben Paxton hat auch die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James angekündigt, Ermittlungen aufnehmen zu wollen. Beide Kammern des US-Kongresses haben inzwischen Anhörungen zu den Vorgängen angekündigt.

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Auch deutsche Behörden und Politiker wollen Kleinanlegerrechte durchsetzen

Auch in Deutschland gab es Reaktionen. „Handelsplattformen müssen offen für alle Marktteilnehmer sein“, forderte der FDP-Finanzpolitiker Florian Toncar gegenüber Reuters. Es könne nicht sein, dass Kleinanleger in einer volatilen Phase vom Handel ausgeschlossen würden, während große Hedgefonds weiter Marktzugang hätten.

Auch für Fabio De Masi von den Linken ist der Vorgang nicht weniger als ein Skandal. Nach seiner Auffassung zeige sich in den Handelsbeschränkungen, „wie empfindlich Finanzhaie reagieren, wenn ihnen ein Schwarm einen Strich durch die Rechnung macht.“ Er fordert das Einschreiten der Börsenaufsicht.

Die hat sich bereits eingeschaltet, beobachtet nach eigenen Angaben den Markt und verschaffe sich gerade ein Bild darüber, welche Marktmissbrauchskonstellationen infrage kommen könnten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bestätigt zudem, in den vergangenen Tagen eine Vielzahl von Beschwerden von Privatanlegern zu angeblichen technischen Störungen und dem Aussetzen bestimmter Papiere vom Handel beim Berliner Online-Broker Trade Republic erhalten zu haben.

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Den habe die Bafin nun „mit Nachdruck“ dazu aufgefordert, die Anforderungen einzuhalten und Kunden sämtliche Dienstleistungen störungsfrei zur Verfügung zu stellen. Am Donnerstag hatte auch Trade Republic zeitweise den Handel ausgesetzt – angeblich zum Schutz der Anleger, wie das Unternehmen in einem Schreiben wortreich zu erklären versucht hatte.

Auch die Nutzer der Broker-Dienste wollen die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Bereits 26.000 Robinhood-Trader sollen sich zu einer Sammelklage gegen den App-Broker zusammengeschlossen haben. Bei der SEC sollen schon bis Freitagnachmittag über 4.000 Beschwerden eingereicht worden sein. Die versprach, für „faire, ordentliche und effiziente Märkte“ zu sorgen.

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