Fundstück

Hauptsache Aufmerksamkeit: Dreiste Bewerbung führt zum Erfolg

Creative Director gibt sich als Kunde aus, um auf seine Initiativbewerbung aufmerksam zu machen. (Screenshot: t3n.de)

Lügen haben kurze Beine, heißt es. Ein Creative Director tat es im Rahmen einer Bewerbung ganz offensichtlich und bekam trotzdem Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Was ist passiert?

Nur wenige Agenturen melden sich auf Initiativbewerbungen zurück. Aber alle Agenturen melden sich sobald eine Kundenanfrage eintrudelt. Das glaubte jedenfalls der Art Director August Laustsen und traf ins Schwarze. Nachdem er mehrmals vergeblich nach Jobs in einigen großen schwedischen Agenturen fragte, beschloss er ein wenig zu tricksen. Der Däne gab sich in einer E-Mail als potentieller Auftraggeber aus und lenkte so die Aufmerksamkeit der Empfänger auf eine eigens kreierte Portfolio-Webseite.

Die E-Mail im Wortlaut:

Hi [X],

My name is August and I’m the marketing director of EMERIH. We’re a creative consulting company with our main office in Copenhagen. After big success in Denmark, we’re now planning on expanding to the Swedish market and are looking for a new creative agency in Sweden. We do work for a wide range of clients from small non-profit organizations to giants like Coca-Cola. We really admire the work you’ve done for [X] and would like to talk about the possibilities of a future cooperation.

Since a large part of our business model is based on creativity, it’s important that the creative department have a look at our website before we take it any further. You’ll find it here: emerih.co

Best regards,

August Laustsen
Marketing Director
EMERIH

Und hier seht ihr die Webseite im Screenshot:

Creative Director gibt sich als Kunde aus, um auf seine Bewerbung aufmerksam zu machen. (Screenshot: t3n.de)

Rückwärts gelesen steht EMERIH für „Hire Me“ – Laustsen erklärt sich und seine Aktion in der Folge. Und das nach eigenen Angaben sogar mit Erfolg. Anstatt schlechtgelaunte Rückmeldungen, erhielt der Creative Director anerkennende Worte für den Stunt – und insgesamt sieben Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Wie so oft gilt in der Werbebranche: Wer es schafft, Aufmerksamkeit zu generieren, der hat sich zumindest einen Fuß in der Tür verdient. Ob eines der Vorstellungsgespräche zu einer Einstellung führte, ist bislang noch nicht bekannt.

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