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Kreative Bewerbung: 15 Jobanfragen, die aus der Masse herausstechen

(Screenshot: YouTube)

Eine kreative Bewerbung hilft, sich von der Masse an Bewerbern abzusetzen. Diese 15 Jobanfragen sind zwar schwer zu überbieten, trotzdem waren nicht alle erfolgreich.  

Schon immer war es so, dass Jobsuchende sich von ihren Mitbewerbern abheben mussten – durch Qualifikationen, durch Erfahrungen oder einfach nur durch ein gewisses Auftreten. In der Vergangenheit kam nicht selten auch der Kreativitätsfaktor dazu, wenn es darum ging, aus der Masse herauszustechen. Vor allem in der Medien-, Werbe- oder Internetbranche können sie den Unterschied machen. Zum einen natürlich, weil dort ein gewisses Maß an Ideenreichtum ganz einfach Grundvoraussetzung ist. Zum anderen aber auch, weil diese Berufszweig enormen Zulauf haben. Egal, ob durch Webseiten, Social-Media-Profile oder Scrollytelling-Formate – die Wege im Internet, über die Bewerber ihre Inhalte kommunizieren können, sind vielfältig. Doch es muss nicht immer digital sein – wie auch zwei der 15 Beispiele beeindruckend beweisen.

1. Kreative Bewerbung: Fearless Girl

Kreative Bewerbung: Jade Delaney bewirbt sich mit einer Aussage: „Know the Power of Women in Advertising!“ (Bild: t3n.de)

Statt ihre Bewerbungsunterlagen einfach wie alle anderen Jobsuchenden per E-Mail zu verschicken, hat sich Jade Delaney für einen anderen Plan entschieden. Um aus der Masse an Bewerbern herauszustechen, wollte sie mit einer kreativeren Idee punkten und stellte die bekannte „Fearless Girl“-Statue  aus New York nach. Das Original zeigt ein Mädchen, das sich mutig dem „Charging Bull“ – dem Symbol für Finanzgeschäfte – entgegenstellt. Genauso furchtlos wollte wohl auch die junge Frau auf ihren potentiellen Arbeitgeber wirken. Vor ihr lag eine Tafel mit der Aufschrift: „Know the Power of Women in Advertising!“

So viel Engagement und Haltung hat die Werbeagentur McCann in Bristol beeindruckt. Die Bewerberin bekam ein bezahltes Praktikum angeboten, in dem sie zeigen kann, dass sie noch mehr kreative Idee auf Lager hat.

2. Kreative Bewerbung: Interactive Resume

Eine inspirierende Portfolio-Webseite hat der multidisziplinäre Designer Robby Leonardi veröffentlicht. (Screenshot: rleonardi.com)
Eine inspirierende Portfolio-Webseite hat der multidisziplinäre Designer Robby Leonardi veröffentlicht. (Screenshot: rleonardi.com)

Ein besonders herausragendes Beispiel, das in den letzten Jahren für Aufsehen gesorgt hat, ist die Bewerbungs-Webseite von Robby Leonardi. Der New Yorker ist ein multidisziplinärer Designer, der sich sowohl auf Illustrationen und Animationen als auch auf Grafik-Design und Front-End-Entwicklung spezialisiert hat. Personaler können Leonardi wie in einem Videospiel durch verschiedene Level steuern. Das Game ist wie ein Lebenslauf aufgezogen, in dem er immer wieder auf Stationen, Arbeiten und gewonnene Awards hinweist. So erfahren sie, dass er unter anderem den „Net Award 2013“ für das beste Online-Portfolio gewonnen hat. Wie passend!

3. Kreative Bewerbung: The Applicant

„The Applicant“ ist ein kreatives Browser-Spiel, das ein Bewerbungsgespräch simuliert. (Screenshot: rickrocket.de)
„The Applicant“ ist ein kreatives Browser-Spiel, das ein Bewerbungsgespräch simuliert. (Screenshot: rickrocket.de)

Der Spiele-Designer Marius Fietzek hat sich beim Entwicklerstudio Double Fine beworben – und zwar im Rahmen eines selbst programmierten Computerspiels namens „The Applicant“. Die Handlung sieht vor, dass der Spieler ein Bewerbungsgespräch mit Fietzek führen muss. Sympathisch ist das auch, weil das Spiel in traditioneller Pixelgrafik daherkommt. Den Verantwortlichen schien es gefallen zu haben, denn die kreative Idee brachte dem Entwickler seine heiß ersehnte Stelle ein.

Ganz neu war der Ansatz jedoch nicht: Einen ähnliches Spiel hatte auch Tim Schafer entwickelt, als der sich bei Lucasarts erfolgreich beworben hat. Zum Dank für die Vorlage hat Fietzek dem Vorbild in einer Fortsetzung eine Rolle gewidmet. Während Marius Fietzek darin die freudige Nachricht verkündet, dass er eingestellt wurde, kommt Schafer in den Raum und scheucht ihn an seinen Schreibtisch zurück.

4. Kreative Bewerbung: Employ Adam

Employ Adam macht auf Mitleid. Das jedoch mit vollem Erfolg. Am Ende wurde Adam Pacitti der neue „Viral Producer“ bei KEO Digital. (Screenshot: adampacitti.com)
Employ Adam macht auf Mitleid. Das jedoch mit vollem Erfolg. Am Ende wurde Adam Pacitti der neue „Viral Producer“ bei KEO Digital – eine von vielen Bewerbungen, die uns ins Auge gefallen ist. (Screenshot: adampacitti.com)

„Jung, verzweifelt, arbeitslos, sucht ...“ – so könnt ihr euch den Küchenzuruf vorstellen, den der Brite Adam Pacitti für seine Bewerbung gewählt hat. Nicht unbedingt der beste Einstieg, um sich einem Arbeitgeber zu präsentieren, könnte man meinen. Pacitti hat seinen fast schon mitleiderregenden Aufruf jedoch sehr kreativ und strategisch aufgezogen: Er entwickelte eine Webseite, platzierte darin ein Bewerbervideo und investierte seine letzten 500 Pfund in eine Plakatwand in der Londoner Innenstadt, um für die Seite zu werben – ein rundum gelungenes Konzept.

Dieser Erfinderreichtum hat beeindruckt: Der ausgebildete „Media Producer“ bekam rund 60 solide Jobangebote, wie sich nachlesen lässt, und entschied sich am Ende für eine Karriere als „Viral Producer“ bei KEO Digital.

5. Kreative Bewerbung: Fotogalerie auf Facebook

Brandon Kleinman weiß, dass Personaler auf Facebook nach Informationen suchen. (Foto: Brandon Kleinman-Facebook)
Brandon Kleinman weiß, dass Personaler auf Facebook nach Informationen suchen. (Foto: Brandon Kleinman-Facebook)

Brandon Kleinman verschickt seine Bewerbungen in der Regel ganz konventionell und wie vom potentiellen Arbeitgeber gefordert, allerdings ist sich der US-Amerikaner einer Sache bewusst, die er für sich arbeiten lässt und die ihm Aufmerksamkeit verschafft. Wie er nämlich richtigerweise annimmt, suchen Personaler im Social Web nach Informationen fernab der Bewerbungsunterlagen.

In diesem Sinne hat er ein öffentliches Fotoalbum auf Facebook hochgeladen, dass den Suchenden mindestens ein Lächeln abverlangt, hoffentlich aber ein Jobangebot aus den Rippen leiert. Auf Tafelbildern beschreibt er seine Qualifikationen und warum er der Richtige für den Job ist. Nette Idee!

6. Kreative Bewerbung: Phildub

Philippe Dubost hat weiß als „Produktmanager“ wie man richtig vermarktet. Sein Stellengesuch im Amazon-Stil ging um die ganze Welt. (Screenshot: phildub.com)
Philippe Dubost weiß als „Produktmanager“, wie man richtig vermarktet. Sein Stellengesuch im Amazon-Stil ging um die ganze Welt. (Screenshot: phildub.com)

Die Arbeitskraft als Ware – klingt irgendwie gruselig, oder? Der Franzose Philippe Dubost hat dieses Credo allerdings auf eine neue Ebene gehoben. In seinem Stellengesuch hat der Produktmanager sich und sein Können auf einer nachgestellten Amazon-Page angeboten. Dort, wo du eigentlich irgendwelche Black-Friday-Angebote vermuten würdest, strahlte das Antlitz des Arbeitssuchenden.

Bis ins Detail kopierte er das Amazon-Design. Von den Sharing-Buttons bis zur Breadcrumb-Struktur. Wo sonst Kundenrezensionen stehen, hat Philippe seine bisherigen Arbeitsstationen aufgeführt und auch Bewertungen alter Vorgesetzter sind wunderbar originell eingebettet. So viel Einsatz hat sich gelohnt. Der Ansatz brachte ihm 1,5 Millionen Besucher auf die Page und einen Job bei Birchbox in Paris.

7. Kreative Bewerbung: Google Please Hire Me

Matthew Epstein hat mit seinem Google-Bewerbungsvideo ziemlich dick aufgetragen und dadurch die Chance auf Bewerbungsgespräch erhalten. Am Ende wurde es leider nichts mit dem Traumjob. (Screenshot: YouTube)
Matthew Epstein hat mit seinem Google-Bewerbungsvideo ziemlich dick aufgetragen und dadurch die Chance auf ein Bewerbungsgespräch erhalten. Am Ende wurde es leider nichts mit dem Traumjob. (Screenshot: Youtube)

Vor zwei Jahren suchte auch Matthew Epstein etwas unkonventionell nach seinem Traumjob. Der Unterschied zu den vorher genannten Bewerbern: Matthew wusste schon genau, wo er hinwollte. Unter googlepleasehire.me hat der New Yorker mithilfe eines Bewerbervideos, um einen Marketing-Job bei dem wohl aufregendsten Arbeitgeber im Web gebeten – und dabei viel Humor bewiesen. Darin hat er all seine Marketing-Kompetenz genutzt, um sich selbst ins richtige Licht zu rücken: „Ich bin ein Mann mit einem Schnurrbart, der selbst Engel zum Weinen bringt“, prahlt er unter anderem.

Matthew hatte zuvor bereits 20 Bewerbungen verschickt und nicht einmal eine Absage bekommen. Mit aufgeklebtem Schnurrbart, runtergelassener Hose und Prahlerei auf schon fast peinlichem Niveau hat es dann aber teilweise geklappt: Zumindest ein Bewerbungsgespräch hat Google ihm angeboten. Leider hat es aber nicht für einen Job bei dem Suchmaschinenriesen gereicht.

8. Kreative Bewerbung: The Google Job Experiment

„The Google Job Experiment“ von Alec Brownstein hat kaum Geld gekostet, aber genau die Menschen angesprochen auf die es ankam – mittels Google AdWords! (Screenshot: YouTube)
„The Google Job Experiment“ von Alec Brownstein hat kaum Geld gekostet, aber genau die Menschen angesprochen, auf die es ankam – mittels Google AdWords! (Screenshot: Youtube)

Alec Brownsteins Jobsuche kann man schon fast als genial betiteln. Mit der Sicherheit, dass sich jeder hin und wieder selbst googelt, hat der US-Amerikaner für läppische sechs US-Dollar ein paar Google Ads auf die Namen der Kreativ-Direktoren seiner fünf bevorzugten Werbeagenturen geschaltet: David Droga, Tony Granger, Gerry Graf, Ian Reichenthal und Scott Vitrone. Die Idee also: Sobald einer von ihnen den eigenen Namen googelt, spuckte Google eine Anzeige aus.

Zum Beispiel: „Hey Ian Reichenthal, sich selbst zu googlen macht Spaß. Mich einzustellen aber auch!“ Die Kreativen waren begeistert und Alec hatte vier Vorstellungsgespräche und schlussendlich zwei Jobangebote in der Tasche. Zugeschlagen hat er dann bei der international bekannten Werbeagentur Young & Rubicam in New York. Ein Traumjob.

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