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Test

Lego Mindstorms im Test: Spielend programmieren lernen

Spielzeug, mit dem man auch lernen kann, ist häufig bei Eltern beliebter als bei den Kindern. Lego gibt sich viel Mühe, dass dies beim Roboterspielzeug Mindstorms nicht der Fall ist. Ein Test.

4 Min.
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(Foto: AlesiaKan / Shutterstock)

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Mit Computern im Kinderzimmer ist das so eine Sache. Notebooks oder Tablets, die nur zum Spielen oder Youtube-Gucken dienen, gehören nach Ansicht vieler Eltern dort gar nicht hin oder dürfen nur unter strengen Auflagen genutzt werden.

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Die Neuauflage des Roboterspielzeugs Lego Mindstorms aus dem vergangenen Jahr kommt aber ohne Computer nicht aus, denn dort werden die Roboter zum Leben erweckt. Das neue Kit namens Roboter-Erfinder* besteht aus 949 Teilen, darunter ein sogenannter Hub, das Gehirn der Roboter, sowie vier Motoren.

Eine Bauanleitung sucht man in dem großen Karton vergebens. Sie steht zum einen als PDF-Dokument im Netz. Man kommt aber besser voran, wenn man zum Bau der Roboter gleich die App verwendet, weil man damit Schritt für Schritt geführt wird und Videos zwischendurch Erläuterungen geben.

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Die Anwendung funktioniert auf Windows-10-Rechnern, Macs, iPads und iPhones, auf Android-Tablets und -Smartphones sowie auf Tablets mit dem Amazon-Betriebssystem Fire OS. Der Roboterbau mit Tablet, egal von welchem Hersteller, erweist sich in der Praxis als besonders empfehlenswert.

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Hub aktualisieren

Man sollte mit einem einfachen Roboter wie Charlie anfangen, bei dem man den Hub auch leicht wieder entfernen kann. Denn vor den ersten Roboter-Aktionen steht noch eine lästige Hausaufgabe bevor. Firmware und Betriebssystem des Hubs wollen zunächst über die App aktualisiert werden. In unserem Test klappte das reibungslos.

Bei Youtube findet man aber auch Videos, die zeigen, dass das unter Umständen etwas knifflig sein kann. Im schlimmsten Fall hilft dann nur noch ein Total-Reset durch das Entfernen der Akkus, um die Software-Aktualisierung erfolgreich zu Ende zu bringen. Bei diesem Manöver ist es besser, wenn der Hub nicht schon aufwendig mit anderen Bauklötzen verbunden ist oder kompliziert eingebaut wurde.

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Man kann fünf Roboter-Typen mit dem neuen Mindstorms bauen. Charlie, Tricky, Blast, M.V.P. und Gelo. Charlie ist ein kleiner, niedlicher Assistenzroboter, der mit vielen Animationen und Geräuschen zum Leben erweckt wird. Als kleine Finger- und Programmierübung kann man ihn einen Einkaufswagen schieben lassen.

Die dänischen Designer haben sich auch ein Skibrett ausgedacht, eine Mischung aus Skateboard und Skiern. Charlie sitzt auf dem Board. Um sich zu bewegen, muss er dann Skistöcke benutzen, um überall hinzukommen. Charlie kann aber auch ein ziemlich cooler Schlagzeuger sein oder High Fives verteilen.

Welche Aufgaben Charlie und seine Kollegen bewältigen können, hängt nicht alleine von der Kreativität und dem Geschick beim Zusammenstecken der Bauklötze ab. Die Animationen werden programmiert. Dabei bietet Lego zwei Lösungen an.

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Scratch oder Python

Für alle, die noch keine Programmier-Erfahrung haben, verwendet Lego eine auf Scratch basierende Sprache, die eigens für Kinder und Jugendliche entwickelt wurde. Fortgeschrittenere können auch die mächtige und komplexere Programmiersprache Python verwenden. Daher gehören zu den Lego-Kunden auch Fachhochschulen und Universitäten.

Zu den Robotern, die man mit dem Set bauen kann, gehört Blast, eine Art stoischer Action-Held, der durch Hindernisse schießen oder hämmern und Gegenstände greifen kann. Er kann auch so programmiert werden, dass er seine Umgebung scannt und Darts abfeuert, wenn er Gefahr wittert.

In Blast stecken vier Motoren, zwei für die Fortbewegung im Raum, einer für die Drehung des Kopfes und einer am Arm. Dieser Motor feuert auch die kleinen Plastik-Pfeile ab, wenn Blast beispielsweise einen Eindringling im Kinderzimmer erkennt.

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M.V.P. steht für Multiple-Vehicle-Plattform, das heißt, mit ein paar Umbauten lassen sich daraus unterschiedlichste Fahrzeuge bauen. Dazu gehören ein Kran oder ein flotter Buggy. Um M.V.P. fernzusteuern, kann man mit dem Remote-Control-Builder in der App eine Fernbedienung modular einrichten. Damit lässt sich sogar ein kleines Fahrzeug konstruieren und programmieren, das durchs Zimmer düst, um dabei Lego-Steine am Boden einzusammeln.

Sportlicher Tricky

Tricky ist als sportlicher Roboter konzipiert worden. Er begann sein Leben als Maze-Runner-Roboter. Später brachten ihm die Lego-Entwickler auch Basketball und Fußball bei. Bei den Spielen können auch Elemente und Bausteine aus anderen Lego-Serien integriert werden. Der rote Basketball, der auch beim Bowlen verwendet wird, stammt aus dem Duplo-System. Beeindruckend ist, dass sich Tricky per Stifthalterung auch in einen fahrenden Zeichenroboter verwandelt.

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Den stärksten Eindruck im Test hinterließ Gelo, der auf vier Beinen läuft. Das Spielzeug erinnert stark an die vierbeinigen Roboter-Kampfhunde, die die ehemalige Google-Tochter Boston Dynamics entwickelt hat. Gelo ist aber nicht so gruselig sondern einfach nur niedlich. Er benutzt alle vier Motoren des Sets.

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Und zwar, um die Beine zu bewegen, alle unabhängig voneinander. Gelo kann langsam laufen oder auch rennen, Gegenstände umkurven oder andere Tricks vorführen, wenn man es schafft, die Bewegungen in Programmcodes zu gießen.

Um die Programme auf den Robotern zum Laufen zu bringen, muss man nicht ständig via Bluetooth mit dem Tablet oder Smartphone verbunden sein. Man kann die Programme auch auf den Hub des Roboters herunterladen und lokal ablaufen lassen. Leider lassen sich im Gegensatz zum Vorgängersystem Lego Mindstorms EV3* keine externen Geräte wie etwa eine Webcam mehr über USB anschließen. Die USB-Buchse im Hub dient nur zum Laden des Akkus.

Mit einem vom Hersteller empfohlenen Preis von rund 360 Euro gehört Mindstorms Roboter-Erfinder* zu den teuersten Lego-Produkten. Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten, die dieses für ab Zehnjährige gedachte Lernspielzeug bietet, scheint das aber nicht unangemessen viel, zumal der Marktpreis um bis zu 100 Euro günstiger ausfällt. dpa

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