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Schulen weiterhin geschlossen – Programmierkurse für Kids statt Bio und Chemie

Die Schulen bleiben weiterhin geschlossen. Mithilfe von Onlinekursen und Lernspielen können Kinder die Zeit nutzen, sich Programmierkonzepte anzueignen. Hier lernen Kids das Coden.

4 Min.
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Kinder am Laptop (Foto: Shutterstock / Photographee.eu)

Ihr könnt nicht programmieren? Damit seid ihr nicht alleine. Nichtsdestotrotz wird es immer wichtiger, Coden zu können. Für eure Kinder/kleine Schwestern/Nichten und Neffen gilt das wahrscheinlich sogar noch mehr als für euch. Lehrpläne an Grund- und weiterführenden Schulen sind aber oft immer noch nicht ausreichend dafür ausgelegt. Ein Grund für die stiefmütterliche Behandlung des Fachs könnte sein, dass es eben zu wenige Menschen gibt, die selbst programmieren können – und es deshalb einfach zu wenige Lehrkräfte gibt, die derartige Skills vermitteln könnten. Es gibt allerdings genug Ressourcen, mit denen die Kids sich die nötigen Grundkenntnisse trotzdem aneignen können.

Scratch und die Sendung mit der Maus

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Scratch ist eine grafische Programmiersprache – gelauncht 2007 vom MIT –, mit der Kinder, Jugendliche und alle anderen spielerisch allgemeingültige Programmierkonzepte lernen können. Mit Scratch können die Kids sich verschiedene Spiele und Welten zusammenklicken und lernen quasi nebenbei, Conditionals, Loops oder Sequenzierung zu verstehen. Geeignet ist das Ganze für Kinder ab etwa acht Jahren.

Richtig cool: Für Kids, die noch kein Englisch können – und für alle, die die Maus mögen –, gibt es vom WDR eine deutsche „Sendung mit der Maus“-Adaption. Im Mittelpunkt steht dabei immer ein Sprite – der Part, der eine Funktion innerhalb des Programms ausführen soll. Beim WDR ist das meistens die Maus, manchmal auch der Elefant oder die Ente, bei Scratch ist der Standard-Sprite eine Katze. Wenn der Spieler nichts weiter macht, ist der Sprite erstmal einfach nur da. Kinder können in Scratch Event-Handler, If-else-Bedingungen und sonstige Aktionen zu Sequenzen zusammenklicken und zum Beispiel ihren Sprite mit anderen Sprites interagieren lassen. Dabei lernen die Kinder nicht nur Schlüsselkonzepte der Programmierung, sondern erwerben nebenbei Problemlösungskompetenzen, die auch in allen anderen Bereichen nützlich werden können. Übrigens, den Scratch-Ableger Scratch.jr für Kinder zwischen fünf und sieben Jahren gibt es auch als App.

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Ted-Ed

Ted-Ed ist ein Education-Channel von Ted. Zu Ted selbst muss man wohl nichts mehr sagen. Ted-Ed hat erst kürzlich die erste Folge von „Think like a Coder“ veröffentlicht, einer animierten Abenteuer-Serie, in der ein Mädchen namens Ethic nach einem Gedächtnisverlust in einer Gefängniszelle aufwacht. Sie freundet sich mit einem schwebenden Roboter namens Hedge an, der alles macht, was sie ihm sagt, solange sie ihre Instruktionen in Pseudo-Code – die Logik von Programmcode simulierende Wendungen in natürlicher Sprache – formuliert. In der ersten Folge lernen die Zuschauer for-, next- und while-Loops kennen – so bringt Ethic Hedge dazu, ein paar Schlösser zu knacken. Gucken können die Kids auf Youtube. Leider ist „Think like a Coder“ nur auf Englisch verfügbar.

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Code.org

Code.org ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, informationstechnologische Themen in Schulen stärker zu etablieren. Zu diesem Zweck stellt Code.org Lehrmaterialien, Lernspiele und Ideen für Lehrer, Schüler und andere Lerninteressierte kostenfrei auf der Website bereit. Lehrer finden dort neben zahlreichen Online-Ressourcen auch Übungen und Spiele zur Offline-Vermittlung von Programmierkonzepten. Zum Beispiel über Tanzspiele oder mithilfe eines Kartendecks. Kinder und Jugendliche können Projekte mit unterschiedlichen Themenwelten bearbeiten – zum Beispiel eine Party programmieren, ein kleines Minecraft-Spinoff bauen oder R2D2 einem Stormtrooper davonlaufen lassen. In der „Hour of Code“ gibt es regelmäßig neue ausführliche Tutorials und How-tos zu den Projekten. Leider ist etwa die Hälfte der Seite nicht ins Deutsche übersetzt, was gerade für Kinder eine Hürde darstellen könnte – Code.org sucht aber immer nach sprachbegabten Muttersprachlern und Übersetzern, die Lust haben, sich ehrenamtlich dieser Aufgabe anzunehmen. Unterstützt wird die Initiative zum Beispiel von Google, Facebook, Microsoft und Amazon.

Open Roberta

Mit Open Roberta können Kinder und Jugendliche bunte Codeblöcke zu Programmen zusammensetzen und damit unterschiedliche Roboter programmieren – zum Beispiel den Mindstorms EV3 von Lego oder den Calliope mini. Mit einem eigenen Roboter macht es wahrscheinlich mehr Spaß, es ist aber nicht zwingend nötig, einen zu besitzen. Roboterlose Kids greifen auf einen virtuellen Roboter zurück. Dem können sie zum Beispiel beibringen, einer Linie zu folgen oder Gegenstände einzusammeln und woanders abzulegen. Open Roberta funktioniert mit allen gängigen Browsern.

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Swift Playgrounds

Mit Swift Playgrounds könnt ihr ­– und Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren – Swift lernen. Swift ist eine Programmiersprache aus dem Hause Apple, die zur Programmierung für Anwendungen innerhalb des Apple-Ökosystems ausgelegt ist. In Swift Playground können die Spieler aus drei verschiedenen Charakteren einen auswählen, den sie dann durch eine 3D-Welt navigieren, um dort Edelsteine zu sammeln oder Portale zu öffnen. Nach drei einführenden Lektionen können die Spieler in zahlreichen weiteren Challenges weiterlernen. Neue Code-Konzepte werden in der App mit kleinen Animationen erklärt. Code kann getippt, aber auch aus Vorschlägen ausgewählt und zusammengefügt werden. Kids, die aus Scratch herausgewachsen sind, finden in der App einen würdigen Nachfolger. Fertige Projekte können über iMessage oder auch per Mail mit anderen geteilt werden. Es gibt eine deutsche Version von Swift Playgrounds, Englischkenntnisse sind aber – wie immer beim Programmieren – trotzdem von Vorteil.

Code Combat

In Code Combat lernen Kinder ab neun Jahre Python oder JavaScript, indem sie einen virtuellen Helden durch verschiedene Level navigieren, in denen Edelsteine gesammelt, Hindernisse überwunden und Gegner besiegt werden müssen. Die Schwierigkeit des Browser-Spiels steigert sich von Level zu Level langsam, im Verlauf des Spiels werden immer wieder neue Programmierkonzepte eingeführt. Die Befehle müssen die Kids selber eingeben ­– so gewöhnen sie sich gleich ans Tippen und auch an daraus resultierende Typos. Wer Fortschritte speichern will, muss sich einen kostenlosen Account erstellen, für die Pro-Version werden monatlich 9,99 US-Dollar fällig. Gibts teilweise auf Deutsch, die Übersetzung ist aber holprig – rudimentäre Englisch-Kenntnisse  sind definitiv von Vorteil.

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Kommentare (3)

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Sebastian

Programmierung ist kein Schulfach und sollte auch keines werden! Genauso wenig ist programmieren können eine Schlüsselkompetenz!

Sabine H.

Toller Beitrag. Es gibt Unmengen an Möglichkeiten, wie Kinder jeden Alters programmieren lernen. Ich habe zwar wenig Hintergrundwissen hinsichtlich Programmierung, aber mein Mann und mein Sohn Tim programmieren derzeit mit der Programmiersprache Scratch. Diese ist angeblich kostenlos und für den Einstieg ganz gut. Als Unterstützung für Tim haben wir ihm jetzt ein paar Bücher besorgt, die Kinder Scratch näher bringen (https://kinderprogrammieren.de/buch/5-buecher-fuer-kinder-scratch-programmierung/). Ich finde die Ergebnisse von Tim und meinem Mann echt toll. Und Tim meint, dass mit Scratch die Programmierung kinderleicht ist. Ich gehe aber davon aus, dass auch alle die hier vorgestellten Programmiersprachen und Tools Kindern das Programmieren einfach und kindgerecht beibringen. Ich werde die Seite zumindest meinem Mann zeigen :)

Fritz the cat

In der Unreal Game Engine gibt es Blueprints. Dies ist eine visuelle Programmiersprache die auf C Script basierend ist. Wenn man sich das einmal angewöhnt hat, wird man festellen dass man wesentlich schneller programieren kann, als mit Text Code. dabei ist der Code auch wesentlich übersichtlicher. Diese Art des Programmierens wird hoffentlich bald Zukunft sein und sich durchsetzten.

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