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Brandenburg: Größte Lithium-Fabrik Europas liefert ab 2024 Rohstoff für 500.000 E-Autos jährlich

Das deutsch-kanadische Unternehmen Rock Tech will ab 2024 24.000 Tonnen Lithium pro Jahr und damit genug für den Bau von 500.000 Elektroautos verarbeiten – in 60 Kilometern Entfernung zur Tesla-Gigafactory.

2 Min. Lesezeit
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Für 500.000 Autos sollen bald in Brandenburg Rohstoffe für Lithium-Batterien vom Band gehen. (Foto: Shutterstock)

Brandenburg mausert sich zum Elektro-Standort. Schon im Frühjahr soll der erste Spatenstich für die größte Lithium-Fabrik Europas in dem ostdeutschen Bundesland erfolgen. Ab 2024 soll dort Lithium in einer Größenordnung von rund 24.000 Tonnen verarbeitet werden. Damit könnten Batterien für eine halbe Million Elektroautos entstehen, was die deutsche Stromer-Industrie insgesamt unabhängiger von China machen würde. Bislang wird der Löwenanteil des in Europa benötigten Lithiums in der Volksrepublik verarbeitet.

Brandenburg bildet gesamte E-Auto-Wertschöpfungskette ab

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Damit werde Brandenburg eine der ersten Regionen Europas, die fast die gesamte Wertschöpfungskette von Elektroautos abdecke, ließ Rock-Tech-Chef Dirk Harbecke gegenüber dem Handelsblatt verlauten. Zwar komme das Lithium selbst aus einer eigenen Mine in Kanada, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat, aber sonst sei von der Rohstoffverarbeitung bis zum Bau der Elektroautos in Europa alles abgedeckt.

Die Nachfrage nach verarbeitetem Lithium bezeichnete Harbecke als „gigantisch“. Deshalb will das Unternehmen es auch nicht bei der nun geplanten Fabrik in Brandenburg belassen. Insgesamt sollen quer durch Europa fünf solcher Werke jeweils im Abstand eines Jahres entstehen. Damit könnte allein Rock Tech am Ende eine Menge von 120.000 Tonnen Lithium pro Jahr verarbeiten.

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Viel mehr Konverter-Fabriken erforderlich

Dass das längst noch nicht reichen würde, um die Nachfrage zu decken, haben Experten der deutschen Rohstoffagentur (Dera) ausgerechnet. Sie gehen davon aus, dass sich die Nachfrage allein in Europa bis 2025 auf jährlich 200.000 bis 500.000 Tonnen Lithiumkarbonatäquivalent (LCE) erhöhen wird.

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Mit dem Bau seiner ersten sogenannten Konverter-Fabrik begibt sich Rock Tech in eine Führungsposition. Denn während Zellfertiger längst begonnen haben, eigene Werke in Europa aufzubauen, halten sich die Lithium-Verarbeiter noch zurück. Neben Rock Tech hat nur das niederländische Unternehmen AMG den Bau eines Konverters angekündigt. Der soll 2023 im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen entstehen und zunächst eine Verarbeitungskapazität von 20.000 Tonnen jährlich bieten. Das Werk wird in der Nähe der geplanten Batterie-Produktion von Daimler-Partner Farasis entstehen und Lithium für rund 400.000 Elektroautos liefern.

Rohstoff-Produktion muss ebenfalls drastisch steigen

Allein der Aufbau großer Konverter wird indes nicht reichen, um die für die immer schneller wachsende Stromer-Produktion erforderlichen Stoffe zu liefern. So zeigt eine neue Analyse der Boston Consulting Group, dass die jährlich abgebaute Menge an Rohstoffen wie Lithium aktuell bei weniger als einem Drittel dessen liegt, was zur Deckung des Bedarfs im Jahr 2030 erforderlich sein wird. Dabei sehen die Experten besonders den Lithium-Abbau kritisch. Der sei bislang so gering, dass die Nachfrage die Produktionskapazitäten schon in vier Jahren deutlich übersteigen könnte.

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Rock-Tech-Chef Harbecke geht davon aus, dass die Industrie diese Lücke zügig schließen wird. Perspektivisch werde das immer einfacher, denn spätestens in zehn Jahren brauche die Lithium-Verarbeitung keine Minen mehr. Stattdessen werden man dann Batterien aus Elektroautos vollständig recyceln können. Die Werke würden schon jetzt so geplant, dass sie mit dem neuen Gewinnungsweg arbeiten können, so Harbecke.

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2 Kommentare
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Dein t3n-Team

Björn Schmidt

„Die größte Lithium-Fabrik Europas in dem ostdeutschen Bundesland“. Warum spricht man 31 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch von ostdeutsch? Ich habe noch nie einen Artikel über Aachen oder Köln gelesen mit „in dem westdeutschen Bundesland“.

Antworten
Dieter Petereit

Ostdeutsch ist einfach eine Richtungsangabe. Interpretation unnötig.

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