Maschmeyer zu Umsatz-Plan von DHDL-Gründern: „Das ist totaler Mist“
Gestern wurde die sechste Folge der aktuellen „Die Höhle der Löwen“-Staffel ausgestrahlt. Diesmal wurden unter anderem Lautsprecher für Motorradhelme präsentiert und ein „Superheld, der durch Wände sehen kann“. Drei Startups erhielten einen Deal der Löw:innen, zwei mussten ohne nach Hause gehen.
Besonders pikant: Ein Startup, das gestern pitchte, ist schon jetzt insolvent, wie t3n zuerst berichtete. Wir haben alle Details.
Die komplette Folge gibt es bei RTL Plus zum Nachschauen.
Modulfix
Die Gründerbrüder Martin und Michael Kopp präsentieren mit Modulfix ein Multifunktionstool, mit dem verschiedenste Dinge fixiert werden können. Das Tool besteht aus einem Spanngummi und einer Auswahl von Adaptern mit Haken und Klettverschlüssen. Im Pitch vor der Löw:innen-Jury demonstrieren die beiden, wie mithilfe von Modulfix ein SUP-Board auf dem Transportwagen fixiert werden kann.
„Es gibt keinen Einsatzfall, den Sie [mit dem Modulfix] nicht lösen können“, sagt Michael Kopp im Pitch vor den Löw:innen. Der Gründer sei schon immer ein Tüftler gewesen. „Ich habe schon mit fünf Jahren mein Dreirad umgebaut“, sagt Kopp. Mit Modulfix löst Michael einen seiner eigenen Pain-Points.
Um Modulfix in den Handel zu bringen, erhoffen sich die Gründerbrüder ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Das Modulfix-Premiumset soll 19,99 Euro kosten.
Im ersten Jahr wollen die Gründer 100.000 Euro Umsatz machen, im zweiten Jahr 200.000 Euro, im dritten Jahr 600.000 Euro und im vierten Jahr 1,2 Millionen Euro. „Das ist totaler Mist“, sagt Carsten Maschmeyer dazu. „So gut, wie ihr hier pitcht, könnt ihr doch nicht nur mit 100.000 Euro Umsatz im ersten Jahr planen.“
Trotz vieler Komplimente gibt es schließlich nur ein Gebot von „Mister Regal“ Ralf Dümmel. Er bietet 100.000 Euro für 25 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Die Brüder schlagen ein und der Deal steht.
Headwave
Gründerin Sophie Willborn, 35, ist begeisterte Motorradfahrerin und präsentiert mit Headwave Lautsprecher für den Motorradhelm. Die studierte Maschinenbauingenieurin und Produktdesignerin hat das innovative Helmsystem selbst entwickelt. „Ich habe einfach angefangen zu basteln“, sagt sie über den Prozess. Ihr Produkt Headwave TAG verwendet den Helm selbst als Resonanzkörper.
Ihr Produkt ist bereits seit 2016 am Markt und kostet 229 Euro. Mehr als 13.000 Geräte sollen bis jetzt verkauft worden sein. Seit 2018 soll das Unternehmen profitabel sein.
Für die weitere Skalierung ihres Unternehmens erhofft sich Willborn ein Investment von 375.000 Euro für 12,5 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Denn künftig soll der Headwave TAG auch für andere Helme wie Fahrradhelme verfügbar sein und das Telefonieren ermöglichen.
Die Löw:innen testen den Klang des Helms selbst und sind begeistert. „Du bist der Knaller“, sagt Judith Williams. „100 Punkte auf allen Ebenen.“ Sie steigt jedoch aus, da sie selbst schlechte Erfahrungen mit Motorrädern gemacht hat.
Auch die anderen Löw:innen passen. In erster Linie stört sie die ihrer Meinung nach zu hohe Unternehmensbewertung von Willborn.
eSelly
Olaf Zimmer, 42, präsentiert mit eSelly eine interaktive Marktplatz-App, die von Social-Media-Apps inspiriert ist. Die Produkte werden von den Verkäufer:innen in kurzen Videoclips präsentiert. Per Videocall können Käufer:innen Fragen stellen.
„Ich bin ein Macher und möchte eSelly zu einer globalen Marke machen“, sagt Zimmer im Pitch vor den Löw:innen. Der Selfmade-Gründer hat bereits das Recommerce-Unternehmen Zoxs groß gemacht und erhofft sich von den Löw:innen in erster Linie eine strategische Partnerschaft und Expertise im Markenaufbau. Für 20 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen fordert er ein Investment von 250.000 Euro.
Privatpersonen müssen derzeit bei eSelly nicht bezahlen. Gewerbe zahlen sieben Prozent Umsatzprovision. Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung ist eSelly seit drei Monaten auf dem Markt und verzeichnet rund 3.000 aktive User:innen – davon weniger als ein Prozent gewerbliche Nutzer:innen. Der bis dato erwirtschaftete Umsatz beläuft sich laut Zimmer auf 1.330 Euro.
Einige der Löw:innen maulen ob der geringen Umsatzzahl. Doch Neulöwin Janna Ensthaler hält dagegen. Ihr zufolge darf man ein Startup nicht allein am aktuellen Umsatz messen, sondern anhand von dessen Potenzial. Sie sagt: „Wir müssen überlegen, wie groß eine Idee werden kann.“
Ensthaler gibt als einzige ein Angebot ab. Es lautet: 250.000 Euro für 30 Prozent der Anteile an eSelly. Zimmer lässt sich darauf ein und der Deal steht.
Foodwater
Der gelernte Maschinenbauer Lars Hähling, 43, präsentiert mit Foodwater in Flaschen abgefüllt Gemüsebrühe to go hergestellt – kalt, vegan, gesund und geeignet zum Kochen und Trinken. Der passionierte Hobbykoch hat mit 42 Jahren einen beruflichen Neuanfang gewagt – vorher hat er Autos gebaut.
Das Brühgemüse von Foodwater wird aus 13 verschiedenen Gemüsesorten hergestellt, unter anderem Lauch, Sellerie, Pastinake und Petersilienwurzel. Der Gemüseanteil liegt bei rund 40 Prozent. Eine Flasche soll 2,80 Euro kosten. Erst vor Kurzem hat Hähling seinen Werksverkauf in Speyer eröffnet.
Für die Skalierung von Foodwater erhofft sich Hähling ein Investment von 75.000 Euro für 30 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen.
„Die Brühe ist gut“, sagt Maschmeyer nach der Verkostung. Ihn stört jedoch, dass sie kalt ist. Auch die anderen Löw:innen sind vom Geschmack überzeugt. Minuspunkte gibt es, als sich der Gründer mit seinen Berechnungen verhaspelt.
Glagau glaubt nicht an das Potenzial der Idee. Er steigt aus, genauso wie drei andere Löw:innen, denen das Projekt noch nicht ausgereift genug ist. Ein Angebot gibt es von Ralf Dümmel. Er bietet 75.000 Euro für 35 Prozent der Anteile. Hähling schlägt ein und der Deal steht.
Trotz Deal in der Sendung wurde inzwischen bekannt, dass Foodwater im Januar 2023 bereits liquidiert wurde, wie t3n berichtete.
Bearcover
Ben Duffy und Daniel Flynn aus Irland präsentieren gemeinsam mit Fernando German Torales Chorne aus Spanien mit Bearcover einen Überwachungsroboter für die Pflege. Das internationale Gründerteam mit Sitz in Berlin erhofft sich ein Investment von 600.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
„Besonders in Altenheimen ist das Pflegepersonal total überlastet“, sagt Chorne über ihre Gründungsmotivation. Die drei begeistern sich schon seit Jahren für KI und Robotik.
Ihr Roboter auf Rädern namens Oscar erinnert an Wall‑E und soll „durch Wände sehen“ können, sagen die Gründer im Pitch. Konkret heißt das, dass ihr Serviceroboter mittels Kamera und Radarsensoren Bewegungen im Raum messen können soll, um so Gefahren frühzeitig zu erkennen. Wenn etwas passiert, schlägt Oscar Alarm. Pflegekräfte sollen so von ihren routinemäßigen Zimmerchecks entbunden werden können.
Der elektronische „Superheld“ Oscar wird als Servicepaket angeboten und soll in der Pilotphase 199 Euro im Monat kosten. Anschließend steigt der Preis auf 399 Euro im Monat.
Die Löw:innen zollen den Gründern zwar großen Respekt für ihre Idee, doch so richtig passt der Roboter in keines ihrer Investmentportfolios. Keine:r der Löw:innen macht ein Angebot, sodass die Bearcover-Gründer ohne Deal nach Hause gehen müssen.
Hey, nice… CumEx-Maschmeyer mit Finanztipps. :D Wer den Staat so toll bestehlen kann, hat ja auch wirklich Ahnung. Der Typ gehört hinter Gitter – nicht vor die Kamera.