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Mental-Health-Apps untersucht: Niederschmetternde Resultate

In Zeiten der Pandemie boomen Mental-Health-Apps. Doch was bringen sie eigentlich? Eine aktuelle Studie liefert ernüchternde Ergebnisse.

Von Hannah Klaiber
2 Min. Lesezeit
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Die Meditations-App Headspace ist sehr beliebt (Foto: Postmodern Studio/Shutterstock)

Gerade in der Corona-Pandemie haben viele Menschen nicht immer die Möglichkeit, ihre Therapeutin oder ihren Therapeuten aufzusuchen, aber dennoch das Bedürfnis, etwas gegen ihre Ängste oder Depressionen zu tun. Mental-Health-Apps scheinen da eine gute und praktische Alternative zu sein. Meditation, diverse Tipps und Tricks für den Alltag oder gar kognitive Verhaltenstherapien – im Bereich mentale Gesundheit hat der App-Markt inzwischen einiges zu bieten. Über 20.000 Apps soll es Schätzungen zufolge bereits geben.

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Einer US-Studie zufolge sollten Mental-Health-Apps allerdings mit großer Vorsicht genutzt werden: Denn einige von ihnen basieren auf Studien, die keinen richtigen Anhaltspunkt dafür liefern, dass Smartphone-Apps die Symptome von Menschen effektiv behandeln. „Es gibt genug Beweise, dass diese Apps im Schnitt entweder einen kleinen oder mäßigen bis gar keinen Nutzen liefern“, sagte Simon Goldberg, assistierender Professor in der Abteilung Beratende Psychologie an der University of Wisconsin Madison, gegenüber Inverse.

Meta-Daten von 145 verschiedenen Studien untersucht

In der Untersuchung verglichen Goldberg und seine Co-Autor:innen die Meta-Daten von 145 verschiedenen Studien, an denen insgesamt 47.940 Menschen teilnahmen. Die Forscher:innen griffen auf die Meta-Analysen unterschiedlicher Apps zurück, darunter Meditations-Apps, Stimmungstagebücher oder Apps, die dabei helfen sollen, seine Alkohol- oder Nikotinsucht zu besiegen. Virtuelle Sitzungen mit Therapeut:innen wurden dabei nicht berücksichtigt.

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Den Studienautor:innen zufolge sind die Methoden, die zur Untersuchung dieser Apps benutzt wurden, mangelhaft. Auch die Vorgehensweise, in der die Wirksamkeit solcher Apps getestet wird, lässt den Wissenschaftler:innen zufolge zu wünschen übrig. Wenn Forscher:innen die Apps mit anderen Behandlungsmöglichkeiten verglichen, wurden diese fast nie mit realen Therapiesitzungen in Verbindung gebracht, was natürlich hilfreich gewesen wäre.

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Doch das ist laut den Wissenschaftler:innen nicht das einzige Problem. Es wurde auch selten untersucht, wie die Menschen mit den untersuchten Apps umgehen. In einer Studie benutzten die Teilnehmer:innen die App, so lange die Studie eben dauerte. Doch in der Realität ist die Abbruchquote bei Mental-Health-Apps sehr hoch. „Das ist ein großes Problem“, so Goldberg. „Selbst in einer Studie springen die Leute manchmal ab.“

Meditations-Apps können helfen

Doch nicht alle Apps sind automatisch schlecht. Die neue Studie konnte immerhin bestätigen, dass die meisten Smartphone-Apps besser sind als nichts und auch das Potential haben, Ängste, Depressionen und Stress zu lindern. Sie können Menschen außerdem dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören.

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„Wenn Sie sich beispielsweise Headspace ansehen: Millionen von Menschen nutzen ihre Produkte“, sagte Goldberg. „Und ich glaube, dass Meditations-Apps irgendeinen Nutzen haben müssen, wenn Millionen von Menschen sie verwenden.“

Wenn du selbst an Depressionen leidest oder Suizidgedanken hast, findest du jederzeit bei der Telefonseelsorge Hilfe. Das geht online oder telefonisch unter den kostenlosen Hotlines 0800/1110 111 und 0800/1110 222 und ist anonym und vertraulich.

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