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Millionenstrafe: Apple muss Dating-Apps alternative In-App-Zahlungsoptionen anbieten

Die niederländische Behörde für Verbraucher und Märkte (ACM) hat Apple angewiesen, seine „unangemessenen Bedingungen“ für Entwickler zu ändern. Zunächst betrifft die Entscheidung aber nur Dating-Apps.

2 Min. Lesezeit
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Niederlande entscheiden pro Tinder gegen Apple. (Foto: Alex Ruhl/Shutterstock)

Apple muss Entwicklern von Dating-Apps spätestens ab dem 15. Januar 2022 erlauben, alternative Zahlungssysteme für In-App-Käufe anzubieten. Für den Fall, dass das Unternehmen der Anordnung nicht nachkommt, droht die ACM mit einer saftigen Geldstrafe von fünf Millionen pro Woche – bis zu einem Höchstbetrag von 50 Millionen Euro.

Unangemessene Bedingungen müssen überarbeitet werden

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„Einige App-Anbieter sind von Apples App-Store abhängig, und Apple nutzt diese Abhängigkeit aus“, schreibt Martijn Snoep, Vorstandsvorsitzender der ACM. „Apple hat aufgrund seiner marktbeherrschenden Stellung eine besondere Verantwortung. Deshalb muss Apple auch die Interessen der App-Anbieter ernst nehmen und angemessene Bedingungen stellen.“

Die niederländische Regulierungsbehörde hatte am Heiligabend seine Entscheidung verkündet und begründet (PDF). Schon seit 2019 hatte die Behörde Apples App-Store-Praktiken untersucht. Sie hatte sich zuletzt auf Rating-Apps fokussiert, weil für diesen Bereich eine Beschwerde der Match Group, dem Eigentümer von Dating-Diensten wie Tinder, Match.com und OkCupid, eingegangen war.

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Die ACM kommt in ihrer Entscheidung zu dem Ergebnis, dass Apple App-Entwickelnden nicht nur alternative Zahlungssysteme anbieten muss. Vielmehr soll der Konzern es ihnen ebenso erlauben müssen, ihre Nutzenden auf Zahlungsmöglichkeiten außerhalb der App und damit außerhalb des App-Stores – etwa auf den eigenen Webseiten – hinweisen zu dürfen.

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Apple legt Berufung ein und bleibt bei bekannter Argumentation

Aktuell gibt es für App-Entwickelnde keinen Weg am In-App-Bezahlsystem von Apple vorbei. Dabei behält das Unternehmen einen Anteil von 15 bis 30 Prozent an allen Käufen ein, die Kunden innerhalb einer App tätigen. Wenig überraschend zeigt sich Apple mit der Entscheidung der Niederländer nicht einverstanden und hat Berufung gegen die Anordnung eingelegt.

Zur Begründung bleibt Apple bei seiner bisherigen Argumentationslinie, dass der Konzern „keine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt für Softwarevertrieb in den Niederlanden hat, enorme Ressourcen investiert hat, um Entwicklern von Dating-Apps zu helfen, Kunden zu erreichen und im App-Store erfolgreich zu sein, und nach EU- und niederländischem Recht das Recht hat, Entwicklern dieser Apps eine Gebühr für alle Dienste und Technologien zu berechnen, die Apple ihnen zur Verfügung stellt.“ Das berichtet The Verge.

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Weltweiter Druck auf Apple nimmt zu

Regulierungsbehörden weltweit beginnen aber in zunehmendem Maße, diese Argumentation kritisch zu hinterfragen und zumindest in Teilbereichen zu negieren. So gilt etwa die niederländische Entscheidung ausdrücklich nur für Dating-Apps. Im September hatte Apple eine Vereinbarung mit einer japanischen Aufsichtsbehörde getroffen, wonach es in Reader-Apps wie Kindle erlaubt sein wird, Benutzer auf externe Anmeldeseiten zu verweisen, auf denen an Apples Bezahlsystem vorbei ihre Kreditkartendaten angeben können.

In Südkorea gilt seit dem August ein Gesetz, das es Entwicklern ermöglichen soll, andere Zahlungssysteme als die von den Plattformbetreibern bereitgestellten zu verwenden. Der Gesetzgeber muss aber noch konkretisieren, was Apple und Google tun müssen, um rechtskonform zu werden. Auch in den USA hatte ein Gericht Apple im Rechtsstreit mit Epic Games dazu zwingen wollen, sich für Zahlungssysteme von Drittanbietern zu öffnen. Apple hatte Berufung eingelegt und war damit zunächst erfolgreich. Der Rechtsstreit dürfte damit noch eine Weile dauern.

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