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Mobility as a Service: Wer wird das Amazon der Mobilität?

Über Jelbi können Nutzer Autos, Roller, Fahrräder und Rideshares buchen – oder ein S-Bahn-Ticket. (Foto: Trafi)

Heute ist die Mobilitäts-Plattform Jelbi in Berlin offiziell gestartet. Das kann Jelbi – und das kann die Konkurrenz.

Wenn man sich in der App Jelbi der Berliner Verkehrsbetriebe einloggt, gibt es jetzt sechs Möglichkeiten, beispielsweise um vom Hauptbahnhof zum Alexanderplatz zu kommen: die klassische S-Bahn, den Ride-Pooling-Dienst Berlkönig, einen VW Golf von Miles, einen Roller von Emmy, ein Leihfahrrad von Nextbike und einen E-Tretroller von Tier.

Mittlerweile kann es etwas nervig sein, zwischen den Mobilitäts-Apps selbst zu navigieren, und sieben Accounts zu pflegen. (Screenshot: t3n)

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Ein Account bei Jelbi reicht

Das besondere an Jelbi: Nutzerinnen können auch die Dienste von Drittanbietern direkt in der App buchen, ohne sich bei allen einzeln anzumelden oder die Apps herunterladen zu müssen. Es ist das Amazon-Prinzip: Ein Account bei Jelbi reicht für alle Drittanbieter.

Damit hat das Unternehmen mit dem offiziellem Launch nach der Beta-Phase das Rennen um den großen Preis der Mobilität eröffnet: Wer wird die Plattform werden, auf der nach dem Amazon-Modell Drittanbieter ihre Dienste anbieten?

Whim, der finnische Frühstarter

In Finnland hat das Startup Whim schon vorgelegt. Wie bei Jelbi kann man über Whim öffentliche Verkehrsmittel buchen. Dazu kommen Mietautos von Sixt oder Hertz, Carsharing- und Bikesharing-Angebote, Taxis und sogar Fähren. Dafür gibt es verschiedene Bezahlmodelle: von A nach B einzeln, bis hin zu „Whim unlimited“, das sogar eine Taxi-Flatrate bietet – für 499 Euro.

Bei Jelbi müssen Nutzer zwar noch jede Fahrt einzeln zahlen – dadurch, dass das aber schon in der App funktioniert, hat Jelbi in Deutschland schon einen Vorteil.

Google: Der Favorit?

Als einer der Favoriten wird natürlich auch Google gehandelt: Dank der Allgegenwärtigkeit und der hohen Nutzerzahlen von Maps hat Google auch schon einen gewaltigen Startvorteil. In der letzten Zeit war auch zu beobachten, wie immer mehr Dienste von Drittanbietern in Google Maps aufgetaucht sind: Mittlerweile werden neben dem ÖPNV auch Lime-Roller, Mietfahrräder, Uber und Taxis von Free Now dort angezeigt. Der große Nachteil: Bisher leiten die Links nur in die App von dem jeweiligen Anbieter weiter. Ein Google-Account reicht nicht, um über Maps einen Lime-Roller zu mieten.

Uber: Fahrer, Taxis und E-Bikes

Auch Uber ist schon mit einem Fuß im Plattform-Geschäft: Neben den klassischen Uber-Autos, die in Berlin herumfahren, hat das Unternehmen die Stadt auch mit E-Bikes geflutet. Dazu kann man mittlerweile auch herkömmliche Taxis über die App bestellen.

Free Now: Taxis, Mietautos, Tretroller

Die App hieß früher Mytaxi, bevor sie sich in Free Now umbenannte. Free Now ist der gemeinsame Mobilitätsdienstleister von Daimler und BMW, die jeweils ihre Marken Car2go und Drivenow eingebracht haben. Über Free Now kann man neben Taxis und Mietautos auch E-Roller der Marke Hive buchen.

Free2move: Alles da, nichts integriert

Free2move verfügt über ein beeindruckendes Portfolio von Partnern: Über die App können Nutzer Mietautos, Pool-Dienste, diverse E-Roller, E-Tretroller und sieben verschiedene Arten Fahrräder mieten. Der Haken daran ist nur: Man findet sie über die App, muss sich aber bei allen Drittanbietern extra anmelden.

Wer das Rennen um den ersten Platz als MaaS (Mobility as a Service) gewinnt, ist noch unklar. Vorerst bleibt das schnellste und günstigste Verkehrsmittel zwischen Hauptbahnhof und Alexanderplatz allerdings die S-Bahn, mit sieben Minuten Fahrzeit für 1,70 Euro.

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