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Neue Technologie könnte die Geschichte des Mondes neu schreiben

Welche Geheimnisse hat der Mond noch zu bieten? Alte Bodenproben haben jetzt neue Erkenntnisse zu Tage gefördert. Nun sollen weitere Proben aus den 70ern geöffnet werden.

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Die Apollo-Mission hat viele Gesteine geborgen, die bis heute versiegelt sind. Forscher:innen können ihn nun mit modernen Technologien zu Leibe rücken. (Foto: Nasa)

Forscher:innen der University of Hawaii haben neue Analysetechniken bei Gesteinsproben der Apollo-Mission angewendet. Sie fanden heraus, dass die Abkühlung des Himmelskörpers aus seinem Schmelzstatus differenzierter ablief, als man bisher annahm. Dabei standen komplexe Computermodelle und hochempfindliche Instrumente zur Verfügung, die es damals noch nicht gab. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Zeitschrift Nature. Die Nasa möchte im Rahmen einer Initiative nun auch Gesteinsproben aus der Apollo-Ära öffnen, die seit den 70ern versiegelt sind.

Mikrosonden und Supercomputer im Einsatz

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Die Gruppe nahm sich Trokolith 76535 an, einer bereits gut untersuchten Probe der Apollo-17-Mission. Die Wissenschaft präferiert aktuell die These, dass der Mond vollkommen geschmolzen war und über Jahrmillionen abkühlte. Dabei kristallisierten Gesteine und Mineralien aus dem Magmaozean heraus. Für die Studie untersuchten die Forscher:innen 76535 mit einer Elektrodenmikrosonde, die ähnlich wie ein Rasterelektronenmikroskop arbeitet. Ihr Fokus lag dabei auf einer Formation, die sie „Magnesium Suite“ nennen. Sie stellten fest, dass die Verteilung bestimmter Chemikalien viel heterogener war, als in der Simulation eines Supercomputers dargestellt.

Kristallisierung lief schneller ab

Phosphor etwa hätte gleichmäßiger verteilt sein müssen. Die Suite musste sich also später ausgebildet haben. „Bisher ging man davon aus, dass die Magnesium-Suite erst vor etwas mehr als 4,4 Milliarden Jahren zu kristallisieren begann“, erklärte Erstautor William Nelson dem Magazin Inverse. Die Forscher:innengruppe reduzierte diesen Zeitpunkt nun um 50 Millionen Jahre. Diese Gesteine kristallisierten also später, als ursprünglich angenommen – und damit fällt der Zeitpunkt nicht mehr in die gleiche Abkühlungsphase. Anstatt aus einer weitgehend geschmolzenen Kruste zu kristallisieren, muss die Magnesium-Suite über eine Magma-Infiltration einer bereits erstarrten Mondkruste entstanden sein, schlussfolgerten Nelson und sein Team.

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Auswirkungen können in der Zukunft groß sein

Was für die Forscher:innen sensationell ist, lässt den Bürger auf der Straße kalt. Allerdings könnten die modernen Methoden dazu führen, dass man sich der Entstehungsgeschichte des Mondes neu nähert. Schon der erste Versuch, alte Proben ein weiteres Mal zu durchleuchten, hat Staub aufgewirbelt. Weitere Gesteine könnten noch spannendere Erkenntnisse hervorbringen. Nelson sagte: „Die erneute Analyse dieser Proben kann uns neue Erkenntnisse darüber liefern, wie sich der Mond und damit auch andere früh entstandene Objekte in unserem Sonnensystem gebildet haben könnten.“ Er lobte die „hervorragende Arbeit“ der Konservatoren der Nasa. Die Weltraumagentur will im Zuge der „Apollo Next Generation Sample Analysis Initiative“ (ANGSA) noch versiegelte Gesteinsproben aus den 70ern öffnen. Zudem bereitet sie die Artemis-Mondmission vor, nach der dann noch aufwendiger gewonnene Proben die Wissenschaftler:innen beschäftigen dürften.

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