Anzeige
Anzeige
Kommentar
Artikel merken

Mondfotografie beim Galaxy S23: Samsung hilft mit KI nach – na und?

Die mit dem Samsung Galaxy S23 Ultra geschossenen Fotos des Mondes werden von einem Reddit-Nutzer als „Fake“ dargestellt. Letztlich wendet Samsung KI einfach zur Verbesserung der Resultate an. Warum auch nicht?

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige
Samsung soll bei der Mondfotografie-Funktion schummeln. (Foto: u/ibreakphotos)

Smartphone-Fotografie ist seit Jahren schon mehr als nur das Ablichten dessen, was vor einer der vielen Kameralinsen zu sehen ist. Denn mithilfe von Software-Algorithmen werden Fotos verbessert, aufgehellt, nachgeschärft und mehr. Nur mit diesen Hilfsmitteln sind Smartphones überhaupt dazu in der Lage, die mittlerweile hohe Bildqualität zu erzielen.

Anzeige
Anzeige

Galaxy S23 Ultra: Mehr Mond als zu sehen ist – KI hilft aus

Ein Vergleich mit Fotos, die mit klassischen DSLR-Kameras angefertigt werden, ist schwierig. Schließlich passen in das Smartphone-Gehäuse weder so große Sensoren wie bei einer Fourthirds- oder Vollformatkamera, noch entsprechende Objektive, die mitunter allein viel teurer als ein Galaxy S23 Ultra (Test) oder Xiaomi 13 Pro sind.

Samsung oder andere bestreiten den KI-Ansatz auch nicht, sondern gehen sehr offen damit um. So hat Samsung schon 2022 – vor Veröffentlichung des Galaxy S23 – eine Dokumentation zum Verfahren der Mondfotografie veröffentlicht: Dabei kommt nach Identifizierung des Mondes „in der Endphase eine auf Deep Learning basierende KI-Detailverbesserungsengine (Detail Enhancement Technologie)“ zum Einsatz. Damit soll Rauschen effektiv entfernt und die Details des Mondes maximiert werden, „um ein helles und klares Bild des Mondes zu erhalten“.

Anzeige
Anzeige

In einem Reddit-Thread wird Samsung vom User „Ibreakphotos“ indes vorgeworfen, „Fake-Bilder“ vom Mond zu produzieren. Dabei stützt der User seine Vorwürfe auf einen Test, bei dem ein hochauflösendes Bild des Mondes aus dem Internet heruntergeladen, auf 170 x 170 Pixel verkleinert und per Bildbearbeitungssoftware unscharf gemacht wurde, um Details zu entfernen.

(Foto: Ibreakphotos)

Anschließend wurde das Mondbild im Vollbildmodus auf einem Monitor großgezogen und alle Lichter im Raum ausgeschaltet. Dann wurde der Mond auf dem Bildschirm mit dem Samsung-Smartphone geknipst. Das Resultat der Mondfotografie erzeugte mehr Details, als auf dem unscharfen Bild zu sehen waren.

Anzeige
Anzeige

Ibreakfotos geht daher davon aus, dass Mondbilder von Samsung mit künstlicher Intelligenz erstellt und um auf dem Bild nicht vorhandene Details ergänzt werden. Vollkommen abwegig ist das nicht, da eine KI dazu in der Lage wäre, wenn sie mit ausreichend Bildern des Mondes trainiert wurde – auch wenn Samsung das dementiert.

Ohne Computational Photography weit weniger Fortschritt

Letzten Endes halte ich das aber für nicht wichtig. Denn diese Mondfotografie ist schlussendlich eine kurzweilige Spielerei, die mit hoher Wahrscheinlichkeit selten genutzt wird. Samsungs Verfahren ist zudem allem Anschein nach weit von dem entfernt, was Huawei einst vorgeworfen wurde. Damals sollte das P30 Pro (Test) ein Overlay des Mondes auf das Foto gestülpt und Nutzer:innen glauben lassen haben, dass es eine tatsächliche Kamerafunktion ist.

Anzeige
Anzeige

Allgemein liefert die Kamera von Samsungs S23 Ultra eine ausgezeichnete Qualität ab. Dabei nutzt der Hersteller in nahezu allen Fällen, außer im RAW-Modus, in irgendeiner Weise KI und Softwareoptimierungen. Im Idealfall spiegelt das Resultat das Gesehene möglichst natürlich wider, wobei wir uns bei HDR-Fotos und Nachtaufnahmen doch jedes Mal darüber freuen, wenn Bilder eine hohe Bilddynamik, lebendige Farben und selbst bei tiefer Dunkelheit möglichst viele Details festgehalten haben. Bei der Mondfotografie ist das nicht anders.

Wie sagt man so schön? Die beste Kamera ist immer die, die man bei sich trägt. Und die Kameras in aktuellen Top-Smartphones sind außerordentlich performant, was neben der hohen Rechenpower und den ausgezeichneten Sensoren mittlerweile immer mehr den softwareseitigen Optimierungen per KI zu verdanken ist.

20 starke False-Color-Bilder der Nasa von der Erde und dem Weltall Quelle:
Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
5 Kommentare
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Dirk

Das ist schon eine intensive Verteidigungsschrift für dieses seltsame Verhalten.
Die KI sollte das, was eindeutig da ist, verbessern.
Hier wird offensichtlich das Motiv erkannt und mit Daten von sonstwoher ergänzt, die nichts mit dem eigentlichen Foto zu tun haben. Das ist m.E. genau das gleiche, wie einfach ein Stock-Mond-Bild aus der Datenbank reinzuklatschen, was im Prinzip das P30 tut.
In 5 Jahren mache ich ein Selfie mit irgendeinem besoffenen B-Promi und die KI bastelt mir den frisch vom Maskenbildner ins Foto.

Antworten
Andreas Floemer

So ist es in diesem Fall ja eben eher nicht wirklich. Aber ja, Samsung sollte den Kram idealerweise nochmal besser erklären.

Antworten
Christian

„Letzten Endes halte ich das aber für nicht wichtig. Denn diese Mondfotografie ist schlussendlich eine kurzweilige Spielerei, die mit hoher Wahrscheinlichkeit selten genutzt wird.“

Das finde ich eine ziemliche Verharmlosung – zugegeben, ich als Anwender nutze das vermutlich nur 2, 3 mal. Aber eine andere Nutzung dieser Funktion ist viel gravierender – nämlich das massive Bewerben der neuen Telefon-Reihe und deren Kameras mit genau diesem Feature.
Als Verbraucher gehe ich dann davon aus, dass die Kameras und deren Optik wirklich so genial ist, wie Samsumg das mit den Mondfotos suggeriert. Und wenn das Fake ist und andere Nachtaufnahmen nicht so extrem aufgebessert werden wie der Mond aus der Werbung, dann halte ich das für Betrug.

Antworten
Paul

Wenn mal ein riesiges UFO auf dem Mond landet und ich dies fotografiere, muss ich davon ausgehen, dass der neue wahrscheinlich verschwommen Fleck auf dem Mond einfach von der AI mit einem „richtigen“ Bild ohne UFO überschrieben wird.

Hab ich mir das dann nur eingebildet. Halluziniere ich? Wer hat recht?

Antworten
Gui Do

„Letzten Endes halte ich das aber für nicht wichtig. Denn diese Mondfotografie ist schlussendlich eine kurzweilige Spielerei, die mit hoher Wahrscheinlichkeit selten genutzt wird. “

Nee, ist klar! Mag für den Mond, der sich nicht ständig ändert, vielleicht so sein. Wenn ich aber z.B. in Paris auf Reisen bin und den Eiffelturm bei schlechtem Wetter fotografiere , erhalte ich da ein Foto bei strahlendem Sonnenschein, wie es zum Zeitpunkt meiner Anwesenheit gar nicht war?

Perfekte professionelle Fotos gibt es doch schon genug, wenn ich die wollte, kann ich sie mir einfach irgendwoher holen. Wenn ICH fotografiere, möchte ich als Ergebnis das von MIR gesehene und fotografierte Ergebnis!

Solch ein Feature muss abschaltbar sein.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige