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ISS-Nachfolger soll private Raumstation werden – und die Nasa nur ein Mieter

Die Nasa plant, im Zuge des ISS-Endes im Jahr 2030 ihre Weltraumstrategie zu ändern. Der mögliche Nachfolger soll von der Privatwirtschaft betrieben werden. Die Nasa wäre dann nur ein Mieter von vielen.

Von Christian Bernhard
2 Min. Lesezeit
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Die ISS steht vor dem Ruhestand (Bild: Nasa)

Seit 2000 bietet die ISS nicht nur US-amerikanische Astronaut:innen ein vorübergehendes Zuhause im Orbit. Doch diese Tage sind gezählt, denn für 2030 ist geplant, den Betrieb auf der Raumstation einzustellen und sie kontrolliert über dem Pazifischen Ozean abstürzen zu lassen. Erst kürzlich hat die Nasa eingestanden, dass die ISS am Limit ist.

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Die Zeit drängt also, eine Nachfolgelösung zu finden – vor allem, da die Nasa plant, die neue Bleibe vor dem Ende der ISS zu beziehen.

ISS-Nachfolger: „Wir wollen einer von vielen Kunden sein“

Dabei soll es zu einem Paradigmenwechsel kommen. Denn statt die neuen Raumstation selbst zu besitzen und zu betreiben, möchte die Nasa zukünftig in die Mieter-Rolle schlüpfen. „Wir wollen einer von vielen Kunden sein“, sagte Robert D. Cabana, Associate Administrator der Nasa, im Februar auf einer Raumfahrtkonferenz in Washington.

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Diese Vorgehensweise ist Teil eines größeren Plans. So will die Nasa zukünftig auch nicht mehr Luft- und Raumfahrtunternehmen beauftragen, beispielsweise Raumschiffe nach ihren Vorgaben zu erstellen, die dann in den Besitz der Nasa übergehen, sondern sich auf dem Markt umschauen und sich für die jeweils passenden zu entscheiden.

Für die Nasa scheint es machbar zu sein, „unter kommerziellen Bedingungen Kunde eines Anbieters zu werden“, sagte John M. Logsdon, ein Weltraumhistoriker und emeritierter Professor an der Elliott School of International Affairs der George Washington University, gegenüber dem Technologie-Magazin Fastcompany.

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Auch Jeff Bezos mischt mit

Den ersten auf diesem Prinzip fußenden, sprich kommerziellen Vertrag schloss die Nasa im Jahr 2020 ab, als Axiom Space 140 Millionen US-Dollar für den Bau einer Reihe von Modulen erhielt, die ab 2025 an die ISS angedockt werden sollen. Axiom plant, diese Module später als frei fliegende Station zu betreiben.

Auch Blue Origin, das Raumfahrt-Startup von Jeff Bezos, wurde bereits mit der Entwicklung einer großen Station mit mehreren Modulen beauftragt.

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Der Übergang in den privaten Sektor werde „langfristig zu Effizienzgewinnen führen“, teilte die Nasa in einer Erklärung mit. Das werde es ihr ermöglichen, „Ressourcen auf andere Ziele zu verlagern“.

Die Nasa setzt auch deshalb auf mehrere kommerzielle Partner, da der Bauprozess der ISS sehr langwierig war: Er dauerte von 1998 bis 2011.

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„Das Gesundheitssegment ist sehr vielversprechend“

Dabei kommen auch neue Techniken ins Spiel. „Weltraumgestützte Solarzellen haben einen Wirkungsgrad von über 30 Prozent“, sagte Mike Baine, Chefingenieur und leitender Designer bei Axiom. Das ist mehr als doppelt so hoch wie jener der ursprünglichen, alternden ISS-Panels, die jetzt durch eine Reihe von Rollout-Arrays ergänzt werden.

Für die privaten Anbieter liegt die Herausforderung darin, weitere Kunden neben der Nasa zu akquirieren. Kommerzieller Weltraumtourismus ist ein mögliches Feld, aussichtsreicher scheinen aber Unternehmen zu sein, die im All forschen wollen. „Das Gesundheitssegment ist sehr vielversprechend“, sagte Clay Mowry, ein hochrangiger Mitarbeiter von Voyager, der Muttergesellschaft von Nanoracks.

Nanoracks, das bereits über eine Luftschleuse und eine externe Plattform auf der ISS verfügt, plant, auf seiner Vier-Personen-Station, die 2028 ins All gebracht werden soll, einen Forschungspark zu beherbergen.

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